UNIVERSALLOGIK

Hier schreibt Maciej Zasada

Tag: Universum

Das antisymmetrische Universum. 

Behauptung: Die Gegenwart ist innerhalb des Universums das universelle Bezugssystem.

1. Die Raumzeit als Bühne der Wahrnehmung.

1.1) Feststellung: Sämtliche Objekte der Beobachtung befinden sich aus Sicht des Beobachters in umgebendem Raum.

1.1.1) Anders ausgedrückt: alles, was wahrgenommen oder gemessen werden kann, ist aus Prinzip Bestandteil der Raumzeit.

Deshalb gilt:

1.1.2) These: Bezogen auf die Gegenwart der Wahrnehmung, gehören sämtliche Objekte der Wahrnehmung der Vergangenheit an.

1.1.2.1) Gilt die These, dass innerhalb der Gegenwart aus Prinzip keine Entfernung bewältigt werden kann (denn jede Entfernung nur unter Zeitverlust zu bewältigen ist), so ist es unmöglich, dass Dinge der aktuellen Gegenwart beobachtet werden (denn innerhalb der Gegenwart findet keinerlei Übertragung der Signale statt). 

Die Gegenstände der Betrachtung können demnach ausschließlich als Signale der Vergangenheit wahrgenommen werden.

Abbildung I: Dargestellt ist ein Koordinatensystem mit einer Zeit- und einer Ortsachse. Weiter zu sehen ist ein Raumpunkt (A), der sich bezogen auf die Gegenwart der Wahrnehmung (Koordinatenursprung) in umgebendem Raum befindet (Koordinatenwert: -ct’/x‘). Es ist ersichtlich, dass kein Objekt der Wahrnehmung, sich innerhalb der Gegenwart der Wahrnehmung befinden kann. Kein Objekt der Wahrnehmung kann den Koordinatenwert (x=0; -ct=0) besitzen. Dieser Koordinatenwert bestimmt nämlich den Ursprung des Koordinatensystems des Beobachters. Ich betrachte deshalb die These 1.1.2 als bewiesen: Objekte der Raumzeit und Objekte der Gegenwart unterscheiden sich darin, dass die ersteren der Vergangenheit, während die zweiteren der Gegenwart angehören.

1.1.2.1.1) Aus der Perspektive der Gegenwart werden Den Rest des Beitrags lesen »

Warum mein Gottesbeweis funktioniert? Was zeichnet Gott aus, wie ist er zu definieren?

Obwohl die Antwort auf diese Fragen bereits im Text meines Beweises selbst enthalten ist, so fragen mich die Leute danach – vielleicht habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt …

Im ontologischen Beweis von Hlg. Anselm von Canterbury wird Gott als ein „vollkommenes“ Wesen definiert – der Begriff „vollkommen“ selbst jedoch gar nicht…

Dies ist ein Kardinalfehler. Derselbe, den uns die Kinder vorhalten, wenn wir versuchen, sie von unserer intellektuellen Überlegenheit zu überzeugen. Kinder fragen so lange, bis wir nicht in der Lage sind, die verwendeten Bedeutungen zu definieren, bis wir uns in Translationen verlieren und am Ende ein apodiktisches „… weil es so ist! Ende der Diskussion “ ausstoßen…womit wir gar unsere intellektuelle Hilflosigkeit unter Beweis stellen…

Die undefinierte Qualität, die der Gegenstand von Anselms Beweis ist, macht diesen unvollständig. Solange wir nämlich nicht genau wissen, wovon wir sprechen, indem wir „vollkommen“ sagen, solange können wir nicht über die Existenz eines Wesens spekulieren, dessen essenzielle Eigenschaft „die Vollkommenheit“ ist. Ohne genau zu wissen, worin Gottes Vollkommenheit besteht, können wir uns nicht auf sie berufen, um seine Existenz zu belegen. Den Rest des Beitrags lesen »

Homo Deus.

Die Tatsache der Existenz oder Nichtexistenz Gottes, des Universums oder einer gegebenen Wahrheit ist unabhängig von unseren Ansichten oder aktuellem Wissensstand. Die Erde dreht sich um die Sonne unabhängig davon, ob wir daran glauben oder nicht.

Das Beispiel kopernikanischer Himmelsmechanik zeigt, dass nicht alles, was uns lokal evident erscheint, auch aus der universellen Perspektive Den Rest des Beitrags lesen »

Eine universallogische Untersuchung der klassischen Aussagenlogik.

Abstract: Wir zeigen hier, dass die zweiwertige Aussagenlogik ein diabolisches System der Lügenverwaltung ist. Um dies zu erkennen, gehen wir bis ans Ende: wir dekonstruieren die Sprache und ihre Logik.—

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Polemik mit Martin Bäker: über die Gültigkeit der radialsymmetrischen Definition der Gleichzeitigkeit.

Martin Bäker schrieb:

„Und ich habe dir mehrfach gesagt und gezeigt, dass das bloße Ersetzen von zwei Punkten entlang einer Linie durch eine Kugeloberfläche in 3D weder neu, noch besodners interessant ist, weil das schon jeder weiß (siehe auch die verlinkte Internetseite).“

Dass Dinge „bekannt“ sind, bedeutet nicht, dass sie auch richtig verstanden und richtig interpretiert werden. Der Tag-und-Nacht-Rhythmus ist seit Menschenbedenken bekannt, trotzdem wurden seine Ursachen in altem Ägypten anders interpretiert, als heute. Den Rest des Beitrags lesen »

Praktischer Beweis für die Existenz der universellen Gleichzeitigkeit sowie für die prinzipielle Möglichkeit der Existenz der universellen Zeit von M. Zasada.

Voraussetzungen: Seien Punkte A,M,B, Punkte auf einer Geraden G. Sei der Planet Erde der Punkt A des Arrangements A-M-B, sei M ein Pulsar mit regelmäßiger und gleichmäßiger Periodizität der ausgestrahlten Elektromagnetischen Impulse. Sei die Entfernung A-M genau bekannt. Sei Punkt B ein Punkt im Universum, der hinsichtlich M als eines Mittelpunktes der Strecke A-B, gegenüber A auf der Geraden G liegt. Sei B also genauso weit von M entfernt, wie A von M entfernt ist.

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Vereinbarung: Wir vereinbaren, dass in Anbetracht der großen Entfernungen, die Systembewegung bei A, B und M außer Acht gelassen wird, und dass sich die Systeme A,M,B jeweils für sich, als auch aufeinander bezogen, im Ruhezustand befinden.

Beweis: Zwei beliebig weit voneinander entfernte Punkte A und B verfügen über identische (eine und dieselbe) Gegenwart, wenn sich in der Mitte der Strecke A-B (dann aber durchaus auf der Geraden G) eine Quelle pulsiernder elektromagnetischer Strahlung (Pulsar) befindet, deren regelmäßige Frequenzperiode bei A und bei B einzeln detektiert wird. Die Pulsaruhren, welche bei A und B entstünden, und welche als Grundlage ihrer jeweiligen zeitlichen Periodizität, die Taktfrequenz genannter Quelle übernehmen würden, würden, Konstanz der Geschwindigkeit, mit der sich elektromagnetische Strahlung im Vakuum fortpflanzt vorausgesetzt, bezogen aufeinander synchron laufen und dieselbe Zeit anzeigen (die Zeit-Referenzquelle wäre für beide Zeitsysteme die Taktfrequenz einer und derselben Signalquelle, womit [zugleich] die Gleichzeitigkeit der Uhrenanzeige bei A und bei B gewährleistet wäre). Vorausgesetzt also, die Geschwindigkeit, mit welcher sich elektromagnetische Strahlung im Vakuum ausbreitet konstant sei, würde das von M ausgestrahlte Signal Punkte A und B innerhalb einer und derselben Gegenwart erreichen und darüberhinaus die Grundlage der identischen Zeit in beiden Systemen sein, qed.

Die weltweit erste Pulsar-Uhr wurde 2011 in Danzig installiert (als Zeitreferenz dienen dort Signale der 6 ausgesuchten Pulsare): https://en.m.wikipedia.org/wiki/Pulsar_clock
Eine Vorstellung der Lösung des Problems ist also keineswegs nur hypothetisch.


Hinweis: Erstveröffentlichung 14.01.2018 / ©Maciej Zasada
Nachdruck, Verwertung und / oder Verbreitung nur mit schriftlicher Genehmigung. Der Artikel und der Inhalt unterliegt dem deutschen Urheberrecht.

Einstein: Reloaded.

Für Resi

Aussage 1: A. Einstein

„Physikalische Erfahrungen sind immer Konstatierungen der Koinzidenzen. Diese finden darin Ausdruck, dass zwei oder mehr Ereignisse dieselben Koordinaten xyzt bzw, x1…x4 haben“.

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Es stimmt nicht ganz, dass die physikalischen Erfahrungen immer nur Konstatierungen der Koinzidenzen sind. Die physikalischen Erfahrungen haben ja auch mit der Erfahrung des Universums als Ganzes zu tun. Gerade diese Erfahrungen waren beispielsweise für die Formulierung des Äquivalenzprinzips oder des Relativitätspostulats massgeblich.

Wir stellen uns mechanisch vor, wie die Welt funktioniert und bilden in unseren Modellen die Mechanismen ab, von denen wir glauben, dass sie beim Funktionieren der Welt eine Rolle spielen. Dies ist auch Physik. Aber auch in dem Fall, in dem die Modellvorstellung nichts mit der Physik zu tun haben soll, wenn unsere Vorstellungen nur metaphysisch sind, dann nennen wir halt dies, womit wir uns hier beschäftigen Metaphysik und üben unsere Wirkung auf die Physik von Außen aus, ich habe nichts dagegen.

Zurück zum Thema:

These z:Zwei oder mehrere Ereignisse können nicht dieselben Koordinatenwerte x1…x4 besitzen. Das Postulat Einsteins, dass „physikalische Erfahrungen immer Konstatierungen der Koinzidenzen sind, welche ihren Ausdruck darin finden, dass zwei oder mehr Ereignisse dieselben Koordinaten xyzt bzw, x1…x4 haben““ muss daher falsch sein.

Beweis 1: Drei Definitionen der Gleichzeitigkeit von Zasada.

Wir haben das Thema der Gleichzeitigkeit bereits ausführlich behandelt (hier). Wenn zwei oder mehrere Ereignisse dieselben Koordinaten besitzen, dann müssen sie gleichzeitig an einem Ort stattfinden. Es ist zwar vorstellbar, aber praktisch unmöglich, wenn das Postulat der Identität der Sache mit sich selbst seine Gültigkeit beibehalten sollte (siehe unten). Auch die Gleichzeitigkeit scheint hier eine unüberwindbare Hürde zu sein…

Definition der Gleichzeitigkeit von Einstein:Es seien A, B zwei Punkte des Inertialsystems K, etwa die Endpunkte eines relativ zu K ruhenden Stabes, dessen Mittelpunkt M sei. Von M werde ein Lichtsignal nach allen Seiten ausgesandt. Das Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit zwingt uns zu der Festsetzung, dass die Ankunqft des Lichtsignals in A und die Ankunft in B gleichzeitig seien. Damit haben wir eine physikalisch sinnvolle Definition der Gleichzeitigkeit gewonnen.“

Bitte beachten:
Diese Definition, obwohl durchaus sinnvoll, gilt nur für statische, unbewegte Inertialsysteme (die Gleichzeitigkeit ist auch für Einstein relativ). Außerdem koinzidieren hier nicht die Punkte A und B jeweils miteinander (im besagten Punkt mit Koordinaten xyzt), sondern die jeweiligen, um die Strecke A-B voneinander entfernten Anzeigen der „Gleichzeitigkeit“. Dieser Umstand zeigt, dass die obige Definition als Indikat der raumzeitlichen Koinzidenz unbrauchbar ist, und, ferner, dass ausschliesslich Ereignisse, welche voneinander entfernt sind, gleichzeitig geschehen können.

Die „Gleichzeitigkeit“ bedeutet wohl etwas anderes, als Einstein im Sinn hatte.

Definition der Gleichzeitigkeit 1:Zwei Ereignisse geschehen gleichzeitig, wenn für sie beide in keinem einzigen Bezugssystem innerhalb des gesamten Universums eine physikalische Möglichkeit besteht, den Augenblick des jeweils anderen Ereignisses wahrzunehmen, bzw. diesen Augenblick aus ihrer aktuellen Position zu registrieren (sprich: zu messen), denn egal wo und wann ihre Gleichzeitigkeit stattfindet, findet sie innerhalb einer und derselben Gegenwart statt.

Unabhängig davon, ob gleichzeitig erfolgende Ereignisse in verschiedenen Galaxien stattfinden oder in unmittelbarer Nähe zueinander, sie finden innerhalb einer einzigen Gegenwart statt. Allein dies ist entscheidend dafür, dass die Feststellung ihrer Gleichzeitigkeit prinzipiell unmöglich ist, nicht etwa die relative Entfernung der Ereignisse voneinander oder die Tatsache, ob sie sich geradlinig und gleichförmig bewegen oder nicht.

Die Unmöglichkeit der Feststellung der Gleichzeitigkeit bei weit voneinander entfernten Ereignissen leuchtet jedem ein. Es erreichen uns keine Signale von der Andromeda-Galaxie, welche dortige Gegenwart für uns beobachtbar, messbar und vergleichbar mit der Gegenwart irdischer Ereignisse machen würden. Man bemüht sich aber die Gleichzeitigkeit der Ereignisse zu bestimmen, welche in einer überschaubaren Entfernung zueinander stattfinden. Ich behaupte, dass generell keine Gleichzeitigkeitsmessung gelingen kann, denn „Gleichzeitigkeit“ schlicht „in der gemeinsamen Gegenwart erfolgend“ bedeutet.

Definition der Gleichzeitigkeit 2:Ereignisse geschehen gleichzeitig, wenn kein kausaler Zusammenhang zwischen Ihnen besteht, denn egal wo und wann ihre Gleichzeitigkeit stattfindet, findet sie innerhalb einer und derselben Gegenwart statt.

Wenn Ereignisse gleichzeitig geschehen, dann geschehen sie innerhalb einer und derselben Gegenwart. Dies bedeutet, dass die kausale Verbindung zwischen ihnen aus Prinzip ausgeschlossen ist, denn die Existenz einer kausalen Verbindung die Existenz einer zeitlichen Dauer voraussetzte, innerhalb derer, die Kausalität dieser Verbindung sich entfalten könnte, was im Fall der Gegenwart aus Prinzip unmöglich ist.

Definition der Gleichzeitigkeit 3: Ereignisse geschehen gleichzeitig, wenn kein zeitlicher Zusammenhang zwischen ihnen besteht, denn egal wo und wann ihre Gleichzeitigkeit stattfindet, findet sie innerhalb einer und derselben Gegenwart statt.

Dass eine Gleichzeitigkeit innerhalb der Gegenwart stattfindet, bedeutet, dass sie keine messbare Zeitlichkeit auszeichnet. Wäre es der Fall sein, müsste die Gegenwart einen messbaren zeitlichen Wert besitzen, also keine Gegenwart mehr sein.

Fazit zur Definition 3: Jede Diskussion über den jeweiligen Stand der Anzeige in den synchron laufenden, ruhenden oder bewegten Uhren ist, bezogen auf die Gleichzeitigkeit der Ereignisse, sowie auf ihre Gegenwart sinnlos, denn sowohl die Gleichzeitigkeit, als auch die Gegenwart mit der Zeit im Sinne einer messbaren Größe nichts zu tun haben.(

Fazit zu These z: Wenn zwei Ereignisse exakt dieselben Koordinaten haben, dann muss es sich bei ihnen um ein Ereignis handeln, nicht um mehrere.

Beweis 2: Postulat der Identität der Sache mit sich selbst: Ein Ereignis ist dann und nur dann mit sich selbst identisch (wesensgleich), wenn es (innerhalb seines Koordinatensystems x,y,z,t) nur aus sich selbst besteht.

Besteht ein Ereignis A aus mehreren Erscheinungen p,q,r, welche gleichzeitig mit ihm an einem und demselben Ort stattfinden (dies müsste der Fall sein, wenn A und p,q,r dieselben Koordinaten x,y,z,t besitzen), so ist A identisch mit p,q,r. Von einem selbstidentischen Ereignis A oder einer Koinzidenz des A mit p,q,r, kann dann keine Rede mehr sein: A und p,q,r sind dann identisch.

Aussage 2:A. Einstein

„Es zeigte sich, dass die Aussage der Gleichzeitigkeit zweier Ereignisse nur in bezug auf ein Koordinatensystem (und nicht in bezug auf einen materiellen Bezugskörper! Anmerkung: mz) Sinn habe, dass die Gestalt von Messkörpern und die Ganggeschwindigkeit der Uhren, von deren Bewegungszustand (in bezug) zum Koordinatensystem (und nicht in bezug zum materiellen Bezugskörper: mz) abhängen müsse.“

Diese Aussage stellt unsere „Kritik“ in rechtem Licht.
Es zeigt sich, dass A. Einstein genauso dachte wie wir…
Es wurde bloß vergessen, und/oder von ihm selbst geschickt „verschleiert“. Die Bezugskörper (Bahn, Bahndamm, Mann, Kasten) verlieren ihren Sinn, wenn man mit gaußschen Koordinatensystemen arbeitet. Diese sind dann allgemeingültige Bezugssysteme…
Versteht das jemand da draußen?

Das eine ist die Koinzidenz oder die Gleichzeitigkeit zweier Ereignisse A und B, das andere ist die Übereinstimmung beider Ereignisse in bezug auf ihre Koordinaten. Es ist durchaus möglich, dass Ereignisse in bezug auf die Koordinatenzeit gleichzeitig erfolgen, aber sie erfolgen dann an zwei verschiedenen (beliebigen) Orten des Koordinatennetzes. Wenn Koordinatennetz ein Bezugssystem der Koinzidenz ist, und nicht die Bezugskörper füreinander, dann ist die zeitliche Koinzidenz zweier Eregnisse selbstverständlich denkbar, allerdings für Ereignisse, welche räumlich voneinander entfernt sind (dass A und B gleichzeitig und an einem Ort stattfinden ist wg. Beweis 1 und 2 ausgeschlossen).

Verwandt: Prinzip der Gleichzeitigkeit


Hinweis: Erstveröffentlichung 27.11.2017 / ©Maciej Zasada
Nachdruck, Verwertung und / oder Verbreitung nur mit schriftlicher Genehmigung. Der Artikel und der Inhalt unterliegt dem deutschen Urheberrecht.

iLogik. Theorie der Zeit XXXII: Die Formen der Raumzeit. Die formale Widerlegung des Exklusivanspruches der relativistischen Zeitvorstellung.

Wikipedia:

„Der Newtonsche Zeitbegriff liegt auch heute noch dem Alltagsverständnis des Phänomens zugrunde, obwohl sich durch viele Präzisionsmessungen (in Verbindung mit scharfen logischen Schlüssen) erwiesen hat, dass nicht Newton, sondern Einstein „Recht hatte“[…]“Durch die Entdeckungen im Zusammenhang mit der Relativitätstheorie musste der newtonsche Begriff der absoluten Zeit aufgegeben werden.“

„…der Begriff der absoluten Zeit musste aufgegeben werden…“

Soweit Wikipedia…

134.) These: Im logischen Raum der vorstellbaren Tatsachen existieren nebeneinander zwei unabhängige Maßstäbe der Zeit: ein absoluter und ein relativistischer. 

Beide Maßstäbe haben ihren eigenen Gültigkeitsbereich. Die Gültigkeit des relativistischen Zeitmaßstabs schließt jedoch die Gültigkeit des absoluten Zeitmaßstabs nicht aus. Beide Vorstellungen stehen nämlich in keinem ausschliessendem „Entweder-Oder“-Verhältnis – sie bestehen vielmehr unabhängig voneinander, bedingen sich aber gegenseitig und bedingen dadurch die Existenz des räumlich und zeitlich divergierten Universums, d.h. eines Universums, zu dessen Eigenschaften mindestens eine räumliche und eine zeitliche Diversität gehört.

134.01.) Zwei Formen der Raumzeit: Wir unterscheiden zwischen [1] der Raumzeit als einem starren (nichtdynamischen) geometrischen Platzhalter, der das materielle Universum, aber auch das, was sich eventuell außerhalb des Universums befindet, enthält (der Zeitmaßstab dieser Raumzeit ist universalgültig und absolut), und [2] der eigentlichen Raumzeit des materiellen Universums im Sinne Einsteins, innerhalb deren die Materie und sämtliche Bestandteile des Universums enthalten sind (diese dynamische Raumzeit ist ein anderer Begriff für ein materielles Universum als solches). Der Zeitmaßstab dieser Raumzeit ist punktbezogen und relativistisch.

134.01.1.) Der Grund der Existenz zweierlei Formen der Raumzeit: Die Notwendigkeit der Existenz beider Formen der Raumzeit ergibt sich in unserem Modell unmittelbar daraus, dass wir außerhalb des Universum sowohl Raum als auch Zeit…aber keine Bezugspunkte vermuten, welche zueinander in Relation stünden.

Die Tatsache, dass wir die Raumzeit außerhalb des Universums für einen starren und einen absolut leeren „Platzhalter“, oder anders ausgedrückt, für eine geometrische Voraussetzung eines sich räumlich und zeitlich ausbreitenden (dynamischen) Universums halten (unabhängig davon, welches Modell des dynamischen Universums wir bevorzugen: dieses breitet sich dimensional aus), determiniert die Form dieser Raumzeit als eines nichtdynamischen (starren) und an sich absoluten Koordinatensystems.

Die Tatsache, dass wir ferner das Universum als effektiv dimensionslos (in sich hinein kollabierend) betrachten (siehe hier), bestimmt, dass das Platzhalter-Modell der Raumzeit [1] tatsächlich aufrechterhalten werden kann, da diese Raumzeit keine Bezugspunkte enthalten muss, auch dann nicht, wenn unser Universum nicht als das einzige innerhalb dieser Raumzeit existierte…

Unser Modell erlaubt die Annahme eines Universums innerhalb der Platzhalter-Raumzeit (welche selbst ein rein geometrisches Gebilde ist, und als solches eine Struktur besitzt, die ohne die Eigenschaft eines materiell Seienden auskommt, daher sehr gut mit dem Begriff „Nichts“ identifizierbar ist), welches effektiv dimensionslos, d.h. räumlich nicht vorhanden wäre. Ein in sich hinein kollabierendes Universum (oder Universen), welches bloß einen gemeinsamen geometrischen Punkt mit der Platzhalter-Raumzeit (mit dem Nichts) besäße, existierte zwar für sich intern, wäre aber innerhalb der Platzhalter-Raumzeit trotzdem nicht seiend (ein solches Universum könnte innerhalb des Nichts existieren und die absolute Leerheit des Nichts nicht einmal stören)…

134.01.2) Das Problem der logischen Wahrheit der Theorie: Anhand der oben gestellten These, lassen sich die grundlegenden Aussagen der Relativitätstheorie infrage stellen. Dies verwundert nicht – diese Aussagen müssen sich, wie alle anderen Aussagen, notwendig infrage stellen lassen, denn logisch unterliegen auch sie dem Mechanismus der Aussagenlogik. Diese ist aber ein System der Falschaussagenverwaltung, dessen Funktion es ist, einerseits die Wahrheit als einen essenziellen logischen Wert zu etablieren, andererseits die Wahrheit der Falschaussagen zu konstruieren (durchzusetzen) und diese, durch Argumente verfestigten Falschaussagen, als vollwertige und vollständige Wahrheiten (z.B. wissenschaftliche Theorien) eine Zeitlang zu erhalten.

134.1) Behauptung: Im Absoluten sind sämtliche Aussagen der Aussagenlogik, darunter auch die Grundaussagen beider Relativitätstheorien, darunter auch die Interpretationen der quantenmechanischen Effekte, falsch.

Das, was in der Welt wahr ist, sind die Existenzen, korrekt aufgestellte Gleichungen, Maschinen, Konstrukte und endgültige Erkenntnisse der Falschheit, sonst gar nichts: keine Bezeichnungen, keine Interpretationen und keine Aussagen.

134.1.1) Beweis: Die Relativität der Raumzeit innerhalb eines dynamischen Universums [2], ergibt sich aus der starren Universalität der Zeit und des Raumes innerhalb der starren und absolut leeren Platzhalter-Raumzeit [1].

Nur anhand der universellen Zeitrechnung, können die relativen Zeit- und Raumunterschiede angenommen, gemessen und/oder berechnet werden. Bei der Messung einer beliebigen Entfernung zwischen zwei Punkten A und B spielt nämlich der Maßstab, mit dessen Hilfe diese Entfernung gemessen wird; die Perspektive des Punktes, an dem der Maßstab angelegt (beispielsweise A); und der Punkt, dessen Entfernung für die punktuelle Perspektive A ermittelt wird (B), eine Rolle.

Wäre die absolute Zeitrechnung nicht vorhanden, wäre ausschließlich eine punktuelle Relativität von bewegtem A bezogen auf B (bewegt oder nicht) und umgekehrt möglich, keine universelle Relativität, welche erlaubt, eine Relativität von A und B bezogen sowohl aufeinander, als auch auf ein externes (starres) Koordinatensystem anzunehmen (Beispiel GPS- oder  ein beliebiges zukünftiges Positionierungssystem, bei dem, neben den relativistischen Abweichungen von der Normzeit, gerade die absolute, d.h. innerhalb der Messung universalgültige Zeit gültig wird).

134.1.1.1) Anmerkung zu GPS: Es wird zwar behauptet, dass die Gültigkeit der Speziellen Relativitätstheorie anhand der Funktionsweise des GPS-Systems bewiesen wird, doch dies ist nur zur Hälfte wahr. Das GPS-System funktioniert nämlich vor Allem deshalb, weil die Zeitgrundlage der Positionsberechnung darin absolut ist (der systeminterne Zeitimpuls des GPS-Systems, also seine systeminterne „Gegenwart“, gilt universell für alle teilnehmenden Satelliten und Instanzen: das GPS-System operiert mit einer absoluten Zeitlichkeit). Die Positionsbestimmung mittels GPS erfordert also einer universell synchronisierten (absoluten) Zeit. Die Zeit zu „synchronisieren“ bedeutet aber nichts anderes als ihr eine absolute und universalgültige Gegenwart zugrunde zu legen. Wenn die Errichtung eines Systems der räumlichen (interstelaren) Positionsbestimmung irgendwann notwendig sein wird (und zwar dann, wenn Reisen im All alltäglich werden, wie das heutige Autofahren etwa), dann wird sich die Notwendigkeit der Unifikation des Zeitimpulses im gesamten Raum des Universums von alleine ergeben; dann wird sich die Position im Raum anhand des relativen, ortsabhängigen Zeitunterschiedes, bezogen auf das absolute Impuls der Zeit, berechnen lassen; dann wird die Existenz der absoluten Zeit und der universalgültigen Gegenwart im Raum des Universums selbstverständlich sein. Warum nicht jetzt?

134.2) Postulat: Wir postulieren die Existenz einer universell gültigen, absoluten Zeit als einer logisch anzunehmender Notwendigkeit, einerseits um die Gültigkeit des Modells der relativen Zeit, andererseits um die Existenz des räumlich und zeitlich divergierten Universums zu erklären (genau hier werden wir mit Identität des Denkens und des Seins par excellence konfrontiert).

134.2.1) Anmerkung zur Gültigkeit der relativen Zeit im Hinblick auf die Gültigkeit der normativen Absolutheit: Wenn wir etwa von Gravitation als einer Krümmung der Raumzeit sprechen, dann operieren wir bereits mit einem Modell der Abweichung von der universalgültigen Norm (wir können uns die gekrümmte Raumzeit nur dann singulär vorstellen, wenn wir uns die Raumzeit ansonsten als eben (oder flach), d.h. nicht gekrümmt, vorstellen, bzw. wir sind in der Lage eine Krümmung nur innerhalb einer nichtgekrümmten Umgebung erkennen – die Ebenheit der Raumzeit ist die Norm oder der modellhafte Standardzustand, in dem sich die Raumzeit im „ausbalancierten“ „Normalzustand“ befindet. Dieser Standardzustand gilt als ein Richtwert, an dem wir uns sowohl beim Definieren (ART), als auch beim vergleichenden Erkennen der Gravitation (Gravitationswelle) halten, und an dem wir uns auch dann halten, wenn wir das auszudrücken versuchen, was wir mit bloßem Begriff „Gravitation“ bezeichnen möchten.

Dasselbe gilt für den Begriff der „Relativität“: wenn wir diesen Begriff in ein Zeitmodell einführen, dann nehmen wir stets absolute Werte als einen Maßstab der Relativität der Zeit. Wir können nur mittels der absoluten Zeitwerte den Maß an Zeitrelativität ermitteln.

Wie wollen wir denn, unter diesen Umständen, den Begriff der absoluten Zeit aufgeben?

134.3) Anmerkungen zum Wesen der Gegenwart:

134.3.1) Behauptung: Die Existenz der absoluten Zeit ist nicht nur innerhalb eines Modells wesentlich, sondern notwendig für die materielle Existenz eines Universums wie dieses.

134.3.1.1) Beweis: Die Existenz der absoluten Zeit ist logisch durch die Existenz der allgemein gültigen Gegenwart bedingt.

Wenn wir uns das Universum als einen Organismus, als ein thermodynamisch abgeschlossenes System vorstellen und wenn wir uns vorstellen, dass dieser Organismus einen konkret in der Zeit ermittelbaren Anfang hatte, dann müssen wir von einer universalgültigen Gegenwart einerseits, andererseits von einer konkreten Dauer dieses Organismus seit seinem Anfang sprechen.

Die Vorstellung einer allgemein gültigen Gegenwart ist die Konsequenz der Urknall-Hypothese. Wenn sich der Urknall, in welcher Form auch immer, tatsächlich ereignete, dann galt dieser als die erste gemeinsame Gegenwart für sämtliche Elemente des neuentstandenen Universums. Dieser Augenblick ist bis heute ein gemeinsamer zeitlicher Bezugspunkt für sämtliche Instanzen der Gegenwart des Universums.

Die bloße Existenz der Instanzen der Gegenwart, determiniert die Existenz des Raumes, denn die Elemente des Universums, welche sich zeitlich und geometrisch (als Bestandteile der „geometrischen Konstellation sämtlicher Objekte, Ereignisse und Zustände„) auf diese Instanzen beziehen, räumlich von ihnen getrennt sein müssen, denn sonst bestünde zwischen ihnen gar kein Unterschied.

134.3.1.2) Konsequenz: Die Existenz des Raumes ist einerseits die logische Voraussetzung der Existenz der voneinander getrennten Gegenwartsinstanzen, andererseits ist sie (die Existenz des Raumes) die logische Konsequenz der Gegenwart.

Existieren Instanzen derselben Gegenwart getrennt im Raum, dann ist davon auszugehen, dass eine universelle (absolute) Gegenwart, welche gemeinsam für diese Instanzen ist, im Raum existiert.

Existiert aber eine universell gültige Gegenwart, dann ist davon auszugehen, dass eine absolute Zeit eine existierende Tatsache ist.

Wären die Instanzen der Gegenwart nicht voneinander (räumlich) getrennt, so wären sie nicht voneinander verschieden. Sobald nämlich mehr als ein Element (z.B. zwei Punkte) im Raum existieren, ist die Existenz des Raumes, der sie trennt und in dem ihre jeweiligen gegenwartsbezogenen Konstellationen stattfinden, als ihre Existenzvoraussetzung, notwendig.

Die Konstellation der Gegenwartsinstanzen ist wie die Konstellation der Sterne: jede Gegenwartsinstanz ist von Vergangenheit umgeben, wie der Stern vom Raum umgeben ist. Dieser Vergleich ist sehr wohl wörtlich zu nehmen, wir wissen nämlich bereits, dass die Begriffe „Vergangenheit“ und „Raum“ dasselbe bedeuten.

Der Ausschluss des Begriffes der absoluten Zeit war etwas voreilig gewesen, finden Sie nicht auch?

Der klasisch-logische Ausschlussgedanke existiert offenbar auch dort, wo man ihn gar nicht vermutet. Es ist gut, sich dessen bewusst zu sein und begrifflich opponieren.

Wer in der Lage dazu ist.

Die Perspektive Gottes.

Zweiwertige Logik: ich – es, wir – sie, wahr – falsch, schwarz – weiß…
Etwas unterschiedliches als alles Andere zu sein, ist ab dem Zeitpunkt unvermeidlich, ab dem wir uns die Gültigkeit dieser Logik einreden (oder diese uns eingeredet wird).
Die Welt ist groß und furchterregend.
Mein Fortdauern in dieser Welt gleicht dem ständigen Kampf ums Überdauern – auf ihrer elementaren Ebene scheint es nämlich für die Welt keine Rolle zu spielen, ob ich existiere oder nicht. Deshalb ist es wichtig, dass meine Existenz (mein Ego) durch innere und äußere Akzente verdeutlicht wird. Deshalb ist es wichtig, dass ich die Anderen kontrolliere, damit sie mein Ego ernst nehmen und respektieren.

Ich denke, dass die grundsätzliche Erkenntnis, die dieses Bild infrage stellt darin besteht, dass man sich vergegenwärtigt, dass zwischen der Welt und mir gar keine Grenze existiert.
Auch wenn ich keine unmittelbare Ursache der Welt bin, dann bin ich zumindest ihr integraler Bestandteil – somit sie selbst.
Genauso wie es schwierig ist, von einem Autoreifen zu sprechen, als von einer unabhängigen Entität (im Sinne der Refen ist Reifen, das Auto ist Auto – der Reifen ist zwar ein Ding, das sich vom Auto unterscheidet und welches unabhängig vom Auto beschrieben werden kann, doch das Auto ohne Reifen ist bloß eine unvollständige und unnütze Immobilie – nicht ein Gegenstand, der die Funktion eines Autos ausführen kann), genauso schwierig ist es vom Universum zu sprechen, dem ein einziges Atom, dem ein einziger Gedanke fehlt.
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Wenn dem so ist, dann tun mir alle aggressive Worte und Gedanken Leid, die ich gegen Andere gehegt / ausgesprochen habe.
Denn ich würde mir widersprechen, wenn ich Ideen oder Menschen, deren Aussagen mir nicht zusagen, aus der Welt tilgen wollte.
Wäre mein Universum ohne sie vollständig?
Wäre es überhaupt ein Universum?
Würde das Universum vollkommen symmetrisch sein, wie das, das ich heute bewohne?

Die Symmetrie des Universums ist sein fundamentales Merkmal.
Dieses Merkmal zeichnet ein vollständiges, ein allumfassendes Universum aus – das Universum, das alle Atome, alle Autos, alle Reifen, alle Ideen, Ideologien, Logiken, Religionen, Rituale, Planeten, Menschen, das Gute und das Böse enthält.
Nur ein vollständiges Universum ist ein Universum.
Die Existenz eines unvollständigen Universums ist ausgeschlossen, denn die wichtigste Funktion des Universums ist die Existenz von Allem.
Die Gesamtheit der Bestandteile des Universums bildet seine logische Vollständigkeit.
Deshalb ist es, wenn man sich im Besitz der „maximalen“ (umfangreichsten) Perspektive befindet, undenkbar , die Elemente des „maximalen“ Raumes (der umfangreichsten Raumzeit) zu bekämpfen – ganz unabhängig davon, ob es sich um gute oder böse, nützliche oder nutzlose Elemente handelt.
Die Tatsache, dass es In der Welt sich gegenseitig ausgrenzende und ausschliessende Protagonisten gibt ist ein Zeichen dafür, dass ihre jeweiligen Perspektiven unvollständig sind.

Eine vollständige Universum-Perspektive unterscheidet nicht zwischen gut und böse oder zwischen nützlich und nutzlos.
In gleichem Augenblick, in dem wir bei uns das Vorhandensein dieser „Gottesperspektive“ feststellen, öffnet sich uns eine neue Welt – die Welt des Gleichwertigen a priori – die Welt der logischen Äquivalenz.

Es existiert in dieser Welt keine Möglichkeit, dem schlimmsten Feind nicht zu vergeben.
Es ist in dieser Welt entschieden besser geschlagen zu werden, als selbst auszuteilen.
Aber das ist eine ganz andere Geschichte…

Ich bedanke mich bei Miriam dafür, dass ich mit ihrer Hilfe genau verstanden habe, worüber ich hier schrieb.

☜ Argument pDas Ende des archaischen Zeitalters ☞

Kosmologische Rotverschiebung und die Frage nach der Dynamik des Universums.

Faktor zAbbildung 1.

Es wird hier unterschieden zwischen dem Heute – 13,8 Milliarden Jahre nach dem Urknall und dem Damals der Rekombinationsphase – 380.000 Jahre nach dem Urknall. Doch die Rotverschiebung der Rekombinationsphase wird, als Effekt, der beschleunigten Universumsexpansion zugeschrieben…

Anhand der Rotverschiebung mit dem z-Wert von 1100 wird also einerseits auf den Zeitpunkt der Lichtemission beobachteter Objekte (380.000 Jahre nach dem Urknall), wie auf ihre relative Position bezogen auf den heutigen Beobachter (13,2 Milliarden Lichtjahre in Richtung der Beobachtung), als auch auf die aktuelle Expansionsgeschwindigkeit des Universums geschlossen.

Wir betrachten die Rotverschiebung beobachteter Objekte als ein Indiz für ihre Entfernung vom Beobachter (Hubbles Konstante), als ein Indiz für das Alter ihres elektromagnetischen Signals (Hubbles Konstante mal konstante Lichtgeschwindigkeit c) und gleichzeitig für ein Wesensmerkmal des expandierenden Universums, welches nichts mit den beobachteten Objekten zu tun hat, außer dass es sich in der spektralen Rotverschiebung ihres Lichts manifestiert.
Wir stellen einerseits einen Bezug zwischen den beobachteten Objekten der Vergangenheit und der heute festgestellten Rotverschiebung ihres Lichtspektrums her, andererseits zwischen dieser Rotverschiebung und der Expansion des Universums als Ganzes.
Wenn dies zulässig ist, dann muss es auch legitim sein, einerseits den Bezugsverhältnis zwischen dem Wert z der Rotverschiebung und dem jeweiligen Alter der einzelnen Objekte, andererseits zwischen dem Wert z dieser Objekte und ihrem Alter bezogen auf den thermodynamischen Zeitpfeil des Universums herzustellen.
Mit anderen Worten: Es muss legitim sein, die Chronologie der Universumsdynamik zeitpfeilbezogen zu rekonstruieren.
„Zeitpfeilbezogen rekonstruieren“ bedeutet hier, dass die Objekte der Beobachtung samt ihrer jeweiligen Rotverschiebung entlang einer Zeitachse eingeordnet werden, welche von der Vergangenheit in die Gegenwart zeigt.
Es werden zuerst am weitesten entfernte, älteste Objekte mit einer deutlichsten Rotverschiebung eingeordnet. Diese werden gefolgt von näheren und jüngeren Objekten mit weniger ausgeprägtem Faktor der Rotverschiebung.
Wir erhalten ein dynamisches Bild des Universums, in dem die Rotverschiebung beobachteter Objekte mit der Zeit (mit dem fortschreitenden Alter des Universums) abnimmt (oder gegen diese Zeit zunimmt) – wie in der Abbildung 1 dargestellt.

Berücksichtigen wir den Umstand, dass die Rotverschiebung einzelner Objekte zunimmt, je weiter entfernt (je älter) sie sind, ergibt sich das Bild eines in die Vergangenheit expandierenden Universums.

Design 84Abbildung 2.

Das Universum expandiert von der Gegenwart aus in Richtung des Urknalls, wobei die Geschwindigkeit der Expansion mit wachsender Entfernung einzelner Objekte beschleunigt zunimmt (Abbildung 2.).

Berücksichtigen wir den Umstand, dass der kosmologische Zeitpfeil des Universums vom Urknall aus in Richtung der Gegenwart zeigt und ordnen wir die Chronologie der kosmischen Geschehnisse und Rotverschiebungseffekte diesem Zeitpfeil an, so ergibt sich das Bild eines in die Gegenwart kontrahierenden Universums (eine zeitverkehrte Expansion ergibt zeitkonform eine Kontraktion), wobei die Geschwindigkeit der Kontraktion mit der abnehmenden Entfernung einzelner Objekte vom Beobachter abnimmt – wie der Wert des Rotverschiebungsfaktors (Abbildung 3.).

Design 85

Abbildung 3.

Unterschied zwischen den beiden Modellen besteht u.a. darin, dass die dunkle Energie, welche im Modell des expandierenden Universums postuliert werden muss, um die stets beschleunigende Expansion des Universums zu erklären, im Modell des kontrahierenden Universums nicht notwendig ist. In diesem Modell wird die dynamische Veränderung des Universums als ein Urknalleffekt gedeutet (Energiewert und Dynamikrichtung des Urknalls entsprechen dem Wert und der Wirkungsrichtung der hypothetischen „Dunklen Energie“).
Alles wird einfacher.
Alles wird gut.

Das Indiversum.

Wir entkommen den unentscheidbaren Begriffen, indem wir neue Begriffe in die Sprache aufnehmen. Genau so funktionieren Entdeckungen oder evolutionärer Fortschritt.
Neue Worte schaffen neue Verbindungen, neue Stabilitäten und neue Erkenntnisstufen. Die Neologismen haben die gleiche Berechtigung wie die Worte einer neu erlernten Fremdsprache oder eine Sprachreform – sie wirken direkt auf den individuellen Sprachraum und auf das individuelle Sprachverhalten.
Eine Sprachreform, die von oben angeordnet wird, kann sich durchaus auf das Sprachverhalten eines Kollektivs auswirken, die Entscheidung jedoch, ob und in wie weit sie befolgt wird, steht getrennt jedem Individuum frei und muss auf der individuellen Ebene gefällt werden. Es gibt, nebenbei gesprochen, grundsätzlich keine Entscheidungen, die kollektiv oder universell gefällt werden können – auch wenn wir uns einer kollektiven Entscheidung anschließen, auch wenn wir überzeugt oder gezwungen werden, entscheiden wir aus eigener Mitte heraus.
In diesem Sinne entscheiden wir auch, dass sich das Universum oder dass sich die Sprache in einem universellen oder in einem individuellen Raum abspielen.
Die Tatsache, dass das Universum, als ein Phänomen, im universellen Raum stattfindet, scheint außer Frage zu stehen. Die Frage jedoch, ob diese Tatsache ihren Grund in der universellen Wirklichkeit oder in der (temporären) Vorstellung hat, ist unentscheidbar.
Aus diesem Grund entscheide ich mich, dem Inbegriff universeller Gültigkeit – dem Universum – einen Neologismus individueller Gültigkeit entgegen zu stellen. Diesen leite ich ab von den Begriffen “Individuum” und “indivers” (im Sinne “nicht-(von mir)-verschieden”).
Den neuen Begriff, in dem die Vorstellung vom Individuellen mit der Vorstellung vom Ganzen verbunden wird, nenne ich das Indiversum.

3. Behauptung

4.3.3 3. Behauptung – Die Behauptung der Mitte.

Wenn wir von Galaxien reden, welche sich gleichermaßen vom Beobachter, wie voneinander entfernen, sollten wir nicht von den Phänomenen reden, die sich gegenwärtig im Universum oder besonders deutlich am Rande des Universums zutragen – wir sollten von Phänomenen reden, die sich in seiner eigentlichen Mitte in der Vergangenheit zugetragen haben.

Wenn die kosmologische Kausalität überhaupt existiert, dann müssen wir die Gegenwart hier, im lokalen Jetzt und nicht am Rande des Universums suchen und wenn wir von einem expandierenden Universum reden, dann müssen wir von einer in der Vergangenheit vollzogenen Expansion sprechen.

Aufgrund dieser Perspektive entsteht im kosmologischen Standardmodell, neben dem zeitlichen Widerspruch, der sich aus der ersten Behauptung ergibt (und der die Inkompatibilität zeitlicher Gegenwartsbezüge des Beobachters und des Objektes betrifft), nunmehr ein räumlicher. Doch damit nicht genug.

4.3.4 Die Widersprüche des kosmologischen Standardmodells.

Unsere Aufgabe wird in diesem Kapitel darin bestehen, anhand logischer Überlegung, einerseits auf die offenkundigen Widersprüche innerhalb des gegenwärtig gültigen Universum-Modells hinzuweisen, andererseits die offensichtlichen Vorteile des Indiversum-Modells hervorzuheben.
Das kosmologische Modell des Indiversum erweist sich nämlich als einfacher und insofern leistungsfähiger, als dass die im Standardmodell erkannten Widersprüche innerhalb des Indiversummodells schlicht nicht existieren.

4.3.4.1 Die semantischen Paradoxien.

Erkenntnis 2:

Der Begriff „Urknall“ bezeichnet nicht den Anfangszustand des Universums. Dieser Zustand kann nämlich nicht isoliert bezeichnet werden.

Sämtliche Zustandsbezeichnungen, welche das Universum betreffen entbehren jeglicher Grundlage, zum Einen, weil das Ganze (das Universum) nicht anders als ein solches bezeichnet werden kann (wenn vom Universum die Rede ist, kann nicht vom Urknall gesprochen werden und wenn vom Urknall gesprochen wird, wird in Wirklichkeit vom Universum gesprochen), zum anderen weil sie aus der individuellen Perspektive derjenigen entstehen, welche bezeichnen, um zu erkennen, welche bezeichnen, um den Unterschied zwischen dem Bezeichneten und dem Erkannten und um den Unterschied zwischen ihnen selbst und dem übrigen Universum zu markieren (etwa als Frauen, Männer, Deutsche, Engländer, Italiener, Gläubige, Ungläubige, Korrekte, Berechtigte, etc.).

Wie weit sich das Selbstverständnis dieser Menschen ändern muss, bis man ihren Aussagen über das Universum vertrauen kann, vermag ich nicht zu urteilen.
Indem der Urknall als ein isolierter Zustand verstanden wird, ergeben sich, zumindest für das Standardmodell, folgende handfeste Widersprüche:

a) Limes – Paradoxie.

Die These, dass der Urknall ein in sich geschlossener Zustand des Universums gewesen ist, zieht die Frage nach seinem dynamischen Limit nach sich. Der Urknall kann nämlich zugleich als das Minimum einer kleinstmöglichen, wie als das temporäre Maximum einer größtmöglichen Ausdehnung des Universums betrachtet werden.
Allein schon der Begriff der Geschlossenheit, in Bezug auf den Urknall, ergibt einen zenonschen Widerspruch, denn es wird in diesem Kontext unmöglich, die Grenzen zwischen Urknall und Universum eindeutig zu ziehen. Es wird namentlich unmöglich, den raumzeitlichen Punkt zu bestimmen, an dem der Urknall-Zustand in den „Normalzustand“ des expandierenden Universums überging.
Diese Paradoxie ist in dem Sinne gravierend, als dass es sich in diesem Fall um die Grenzen des Ganzen und nicht um die Grenzen seiner Bestandteile handelt. Solche Grenze – das muss hevorgehoben werden – kann aus der internen Perspektive des Beobachters nicht bestimmt werden.

Obwohl die Limes-Paradoxie innerhalb des Standardmodells behelfsmäßig entschärft wird (indem der Urknall als ein Zustand, vom Zustand des expandierenden Universums logisch entkoppelt und indem die Richtung der Urknalldynamik als expansiv entschieden wird), bestimmt sie, dass die dynamischen Aspekte des aktuell gültigen Modells formal unentscheidbar bleiben (siehe Erkenntnis 6.: Axiom 2a / 2b).

b) Urknallraum-Paradoxie.

Wenn man in den Nachthimmel blickt, d.h. wenn man die Vergangenheit betrachtet (A1.), sieht man immer ältere Stadien kosmischer Entwicklung nicht etwa auf einen zentralen Punkt zulaufen, sondern in alle Himmelsrichtungen gleichmäßig verteilt.
Dies ist der Hauptgrund, warum das Konzept eines aktuell expandierenden Universums unsere Vorstellung beeinflusst – wir stellen uns einen Weltraum vor, der sich seit dem Zeitpunkt des Urknalls mehr oder minder isotrop ausdehnt. Zwischen der Vorstellung eines expandierenden Universums und der beobachteten Wirklichkeit besteht auf den ersten Blick kein Widerspruch, dieser lässt sich jedoch sehr wohl beobachten (siehe Erkenntnis 3).

Indem die Zustandsbezeichnung “Urknall” eingeführt wird, fällt schwer einzusehen, dass im Augenblick des „Urknalls“ nicht etwa der Urknall, sondern das vollständige Universum entstanden ist.
Die Bezeichnung “Urknall” entspricht keiner faktischen Entwicklungsphase des Universums, sie ist ein sprachlicher Hilfsbegriff, welcher mit dem Ziel eingeführt wird, einen bestimmten Zustand des Universum erfassbar (erkennbar) zu machen. Nachfolgend verwenden wir diesen Begriff ausschließlich in diesem Sinne.

Der Widerspruch des Expansionsbegriffs

4.3.4.2 Der Widerspruch des Expansionsbegriffs.

Folgende Grafik zeigt, holzschnittartig, das Bild der kosmischen Evolution, wie sie gegenwärtig gesehen wird.
Kl Modell 2Abbildung 1.

Schon auf den ersten Blick lassen sich hier zwei unabhängige Zustände des Universums erkennen: sein primärer Zustand – der Urknall und sein sekundärer Zustand – der Zustand raumzeitlicher Expansion.
Die semantischen Paradoxien, welche sich aus dieser Verteilung ergeben, haben wir in 4.3.4.1 angesprochen, doch allein die Vorstellung eines expandierenden Universums erweist sich als nicht weniger paradox.
Wenn man nämlich annimmt, dass sich die Galaxien desto schneller von uns entfernen, je tiefer in den Weltraum geschaut wird, dann ist die Annahme berechtigt, dass das Universum mit dem fortschreitenden Alter immer langsamer expandiert, und zwar aufgrund folgender Relation:

Je größer die Entfernung zwischen den kosmischen Objekten und dem irdischen Beobachter, desto hoher die Geschwindigkeit beobachteter Expansion und desto älter ihr elektromagnetisches Abbild (1. Behauptung). Je näher sie sich befinden, desto jünger ihr beobachtetes Abbild, desto langsamer die beobachtete Expansion (Hubble Gesetz)…bis sie im lokalen (aktualen) Raum gänzlich zum Stillstand kommt.

Die mit der steigenden Entfernung zum Beobachter steigende Fluchtgeschwindigkeit kosmischer Objekte, sowie ihre negative Kausalität (die Tatsache, dass ihre Fluchtbewegung in die Vergangenheit gerichtet ist) lässt zudem an der Richtigkeit der Vorstellung eines beschleunigt expandierenden Universums zweifeln, denn, wenn man die Akausalität des Standardmodells verkehrt (d.h. kausal positiv) ansieht, was als eine logische Operation zulässig sein muss, ergibt sich das Bild eines zum Beobachter hin kollabierenden Universums.

Wir entdecken hier eine der elementarsten Paradoxien.
Sie ist zum wiederholten Male durch die Tatsache bestimmt, dass der Beobachter, der seine Aufmerksamkeit den kosmischen Objekten widmet, die Vergangenheit betrachtet. Weil wir jedoch menschlich interpretieren (und Menschen schließen normalerweise aus, dass Vergangenheit als solche direkter beobachtung unterliegen kann), ergibt sich das Bild eines gegenwärtig expandierenden Universums.

Wir sind daran gewöhnt, uns an die Vergangenheit zu erinnern, sie jedoch nicht mit dem Auge der Gegenwart zu sehen – wir schließen aus, dass Vergangenheit einer direkten Beobachtung zugänglich ist. Gerade diese Überzeugung ist jedoch falsch. Wir sind sehr wohl imstande die Vergangenheit zu beobachten, und zwar auch im lokalen Raum der Gegenwart, mehr noch – alles, was sichtbar ist, ist bereits vergangen.

Der Widerspruch der Zeitvorstellung

4.3.4.3 Widerspruch der Zeitvorstellung.

Ein weiterer Widerspruch, den wir im Standardmodell entdecken zeigt sich in der Tatsache, dass in ihm zwei unabhängige Zeitperspektiven gültig sind.

Zwei gleichwertige Zeitachsen sind tatsächlich notwendig, um die Schlüssigkeit des klassischen Expansionsmodells aufrecht zu erhalten.
Es ist zum einen die Zeitachse, die vom Urknall aus in Richtung Gegenwart verläuft – die Hauptzeitachse der Raumzeit (x) – zum anderen die Zeitachse, welche zu x quer verlaufen muss: die Zeitachse der Gegenwart (y). Gerade diese erlaubt uns die Universum-Expansion als ein Phänomen der Gegenwart überhaupt in Erwägung zu ziehen (was selbst ein Widerspruch ist, doch darüber kann ich hier nicht schreiben, wäre zu langweilig für meine Leser).

Modelklasyczny2D
Abbildung 2.

Die Inkonsistenz einer doppelten Zeitvorstellung ist offensichtlich. Solche Vorstellung hat jedoch einen praktischen Sinn – sie ermöglicht die Annahme gleichzeitiger und voneinander entkoppelter Expansion des vergangenen und des gegenwärtigen Universums.
Dies wiederum erlaubt uns die Kausalität eines gegenwärtig expandierenden Universums im Rahmen des Standardmodells zu erhalten – die Vergangenheit und die Gegenwart stehen somit in diesem Modell in direkter Beziehung zueinander.
Die Paradoxien des Standardmodells des Universums, die Paradoxien, welche sich hier ohne große Mühe erkennen lassen, führen also absurderweise dazu, dass sich aus den kosmologhischen Voraussetzungen des Standardmodells ein beinahe konsistentes Bild des Universums ergibt.
Die pragmatische Grundlage dafür liefert das Korrespondenzprinzip.
Dieses Prinzip verkommt im Dienste eines bestimmten Wissenschaftsethos und einer bestimmten Perspektive zum Referenz- oder Korrektheitsprinzip, d.h. zum Prinzip axiomatischer Übereinstimmung mit dem Anerkannten.

Die Freiheit der Erkenntnis braucht keine Autorität, keine Regel und keine erkenntnistheoretische Vorgabe, sie erkennt lediglich die Autorität einer schöpfenden Gegenperspektive an.

1. Gegenperspektive – Urknallperspektive

4.3.5 Erkenntnis 3: Was der andere sieht – die Gegenperspektive.

Der Grund, warum das offensichtlich inkonsistente Model des Universums schlüssig erscheint ist seine Pseudo-Vollständigkeit. Diese entsteht in diesem kosmologischen Modell als Konsequenz der Überzeugung, dass alle Beobachter dieselbe, universell vorhandene Wirklichkeit wahrnehmen.
Wenn wir nämlich das Universum beschreiben, tun wir das aus der für uns selbstverständlichen kollektiven Perspektive aller Erdbewohner. Die logisch eindeutige Interpretation der Wirklichkeit entsteht auf diese Weise automatisch.
Wir gehen von der Universalität der Erscheinung aus, wir vertrauen dem Auge, weil das Bild, das es liefert in den meisten Fällen mit dem Bild anderer Beobachter identisch ist.
Die kollektive Perspektive und die widerspruchsfreie Erkenntnislogik verhindern auf die Art und Weise nachhaltig die Entstehung einer leistungsfähigen Gegenperspektive.
Es ist stets die Perspektive, die durch andere bestätigt wird, keinesfalls eine Gegenperspektive, welche für gewiss gehalten wird.

“Was ich allein sehe, daran zweifle ich; was der andere auch sieht, das erst ist gewiss”
(L. Feuerbach)

Deckungsgleiche Perspektiven werden für vollständig und offensichtlich gehalten – sie bestätigen sich selbst (sind daher selbstreferenziell – darüber sprechen wir aber nicht).
Eine Gegenperspektive in unserem Sinne ist dagegen gewiss keine fremde Perspektive, anhand deren sich die eigene Gewissheit relativieren lässt, sie ist in erster Linie ein fester und ein unabhängiger Bestandteil jeder reifen Betrachtung. Sie besetzt die Leerstelle, welche dem Subjekt innerhalb seiner Autoperspektive gegenübersteht.
Der Unterschied zwischen einer Fremden- und einer Gegenperspektive kann hier durchaus winzig erscheinen, er ist aber groß genug, um den epistemologischen Zugang zur Wirklichkeit nachhaltig zu verändern.

Die folgende Erkenntnis ist die Gegenperspektive des kosmologischen Standardmodells.

4.3.6 Erkenntnis 4: Das sphärische Modell des Universums – die erste Gegenperspektive.

Der kausale Zusammenhang der Raumzeit hängt in unserer Vorstellung von einer zeitlichen Abfolge ab, deren Extremalpunkte einerseits der Urknall, andererseits die Gegenwart sind.

Dadurch, dass das Licht kosmischer Objekte Zeit benötigt, um zum irdischen Beobachter zu gelangen, entsteht die Perspektive, welche wir gerade beschrieben haben: indem wir in der Gegenwart in die Tiefen des Alls schauen, sehen wir in die Vergangenheit.
Indem wir den Radius kosmischer Beobachtung sukzessiv erweitern, schauen wir etwas, wie einen rückwärts laufenden Film an.
Im sphärischen Modell der ersten Perspektive (Abbildung unten) werden die Vektoren der Beobachtung und der kausalen Zeitrichtung (der Chronologie der Ereignisse) nicht durcheinander gebracht – sie behalten ihre Attribute und ihre umgekehrte Ordnung bei.
Auch der Urknall behält seine Bedeutung als ein integraler Bestandteil der Raumzeit oder umgekehrt – die Raumzeit behält ihre Bedeutung als ein Bestandteil des Urknalls bei – wie man will.
Indem wir das sphärische Modell der Raumzeit für gültig erklären, lösen wir uns endgültig von der Vorstellung eines von der Zeit unabhängigen Raumes. Wir gehen einen neuen Weg, indem wir erkennen, dass der Raum (auch im Sinne eines Volumens) mit der Zeit schlicht identisch ist.Sferyczny1D

Abbildung 3.

In der Abbildung 3 zeigt sich deutlich die Expansionsparadoxie des Standardmodells.

Diese Paradoxie entsteht, wie mehrfach erwähnt, aufgrund dessen, dass wir die Expansion des Universums, bezogen auf den kausalen Zeitpfeil der Raumzeit, zeitverkehrt wahrnehmen. Paradox an dieser Vorstellung ist namentlich die Tatsache, dass wir etwas als eine Expansion interpretieren, was zwar als eine Expansion erscheint, was aber in der Zeit rückwärts verläuft.

Stellen wir uns nun vor, um den Kern dieser Paradoxie zu verstehen, dass wir eine Implosion einer altmodischen Fernsehröhre mit der Videokamera aufzeichnen. Wären wir nicht überzeugt, dass wir einen explosiven Vorgang betrachten, ließen wir die Aufnahme rückwärts, d.h. zeitverkehrt ablaufen?
Haben wir, per Analogie, nicht mit einem implosiven Prozess zu tun, wenn wir eine expansive Dynamik der Raumzeit zeitverkehrt wahrnehmen?
Um sich das ideologische Gewicht des sphärischen Modells bewusst zu machen ist es unerlässlich, die eigene Perspektive auf das Urknall-Ereignis zu hinterfragen.

Die weit verbreitete Sicht auf diese Anfangsbedingung der Wirklichkeit ist, entgegen heutiger Überzeugung, nicht etwa selbstverständlich und nicht unabhängig vom ideologischen Einfluss – vielmehr ist sie durch die Zeit, in der Lemaitres Idee entstanden ist, geprägt.
Diese übte nicht nur einen ideologischen, sondern auch einen ästhetischen Einfluss auf die zeitgenössische Vorstellung aus.
Unter dem Eindruck der kriegerisch-„explosiven“ Wirklichkeit, welche durch die Erfindung des Kinematographen einen zusätzlichen episch-theatralischen Ausdruck erhielt, entstand die Vorstellung von einem Urknall, die bis heute gültig ist. Der Urknall ist seitdem, in unserer Vorstellung, ein explosiver Vorgang, den wir uns aus der Perspektive einer Kamera vorstellen – wie im Kino.

Unsere Urknall-Perspektive ist in der Tat die einer Kamera – ob es Filme, Animationen, Computergrafiken oder Gemälde sind – sie alle zeigen den Urknall als eine Explosion dar, welche durch ein externes Auge (das Auge eines unbeteiligten Beobachters) betrachtet wird.
Der folgende Hinweis wird unsere Perspektive auf das Initialereignis diametral verändern. Dieser Hinweis ist nicht ungewöhnlich und nicht gerade revolutionär. Neu an ihm ist die Vehemenz, mit der er formuliert wird und die Überzeugung, dass er eine der wichtigsten perspektivischen Veränderungen mit sich bringt, die mit der Wirklichkeit dieser Welt zu tun haben.


4.3.7 Erkenntnis 5: Ein An-Argument der Urknallperspektive.

Der Ort jeder Beobachtung befindet sich für jeden einzelnen Betrachter und zu jeder Zeit innerhalb des Universums.

Deshalb, wenn man sich den Urknall als einen explosiven Vorgang vorstellt, sollte man darauf achten, dass man dieses Ereignis nicht von Außen betrachtet, sondern man muss sich selbst, in den Gedanken, im Inneren einer expandierenden Kugel vorstellen – das Auge des Betrachters muss sich in der Vorstellung stets innerhalb des Urknalls befinden.

Die Perspektive eines unmittelbar beteiligten Betrachters soll für jedes Universumsmodell ohne Ausnahme gelten.

Diese Perspektive bedingt die Geometrie des sphärischen Modells und sie ist entscheidend für die Aussage der 4. Behauptung und all ihrer Konsequenzen.
Der Ort, an dem sich die jeweilige Beobachtung ereignet, liegt demnach innerhalb des sphärischen Konzeptes dort, wo er im Standardmodell, mit einer einzigen Ausnahme, nicht zu vermuten ist.
Für eine Zentralsymmetrie finden sich im Standardmodell keine Indizien und es ergibt sich für sie auch keine unmittelbare Notwendigkeit.

Anders in unserem Modell – in ihm ruht jeder Punkt des Universums, innerhalb seiner lokalen Gegenwart, exakt in der Mitte eines dynamischen Systems, dessen äußere Grenze gleichzeitig die Anfangsbedingung aller Zustände und aller Orte ist.

4.3.7.1 Kosmologischer Perspektivenwechsel.

Zurück zur Fernseh-Metapher: Sie entspricht zufälligerweise dem dynamischen Bild, mit dem wir als Beobachter zu tun haben.
Angenommen es gäbe zwei Menschen A und B, von denen A sich im Besitz einer Videokamera befände.
A und B würden darüber streiten, ob eine zerstörte Fernsehröhre implodiert oder explodiert. A’s Überzeugung wäre, dass solche Röhren grundsätzlich explodieren, doch um sicher zu sein, beschließt er die Zerstörung einer CRT-Röhre mit seiner slowmo Videokamera zu filmen. Minutiöse Analyse des aufgenommenen Materials ergibt, wie nicht anders zu erwarten, dass B’s These die richtige ist.
Wäre A ehrlich, wäre der Streit entschieden – der alte Lümmel A führt jedoch die Aufnahme der Zerstörung rückwärts vor – B beobachtet eine Explosion!
Für B steht die Gewissheit einer explosiven CRT-Dynamik außer Frage, doch seine Gewissheit, trotz der Evidenz der Beweisführung, fußt auf einer gemeinen Lüge…
Die objektive Wahrheit einer Videoaufnahme ist von ihrer Laufrichtung (Kausalität) abhängig – eine CRT-Röhre implodiert – armer, armer B.

Einerseits mag es schwierig erscheinen, in die Welt meiner kosmologischen Ideen einzutauchen, andererseits scheint es mir selber sehr einfach zu sein.
Ich glaube die Ursache dafür ist, dass ich mit meiner Kosmologie seit Jahren vertraut bin…die Welt um mich ist es keinesfalls.

Es ist schon seltsam, wie schwierig es ist, ungewöhnliche Bilder durchzusetzen.
Es ist scheinbar unmöglich, die hundertjährigen Denkmuster aufzubrechen.
Ich merke, welche Schwierigkeiten ausgebildete Spezialisten mit meinen Modellen haben – etwas für richtig zu halten, mit einem stabilen Wirklichkeitsbild aufgewachsen zu sein, macht einen radikalen Perspektivenwechsel fast unmöglich. Schuld an dem Unverständnis ist vor allem die Perspektive auf das Phänomen Urknall.

Wir sagen, dass der Urknall eine Singularität gewesen ist, eine Singularität mit den Eigenschaften eines mathematischen Punktes.
Klar.
Dann können wir uns diesen Punkt vorstellen.
Aus ihm entwickelt sich (expandiert) in unserer Vorstellung das Universum mit seiner Inflationären- und allen folgenden Entwicklungsphasen.
Unsere Perspektive ist dabei die Perspektive eines externen Beobachters – in unserer Vorstellung können wir einzelne Entwicklungsphasen des Universums mithilfe einer zweidimensionalen Darstellung illustrieren (siehe Abbildungen 1. und 2.).
Die Perspektive auf den Urknall, welche beispielsweise dem Hintergrundstrahlung-Bild der PLANCK-Mission zu entnehmen ist, steht in krassem Gegensatz dazu – dieses Bild veranschaulicht die Temperaturunterschiede der Überreste des Urknalls, welche die Messapparatur vom Überall her erreichen – die Messapparatur befindet sich aus dieser Perspektive innerhalb des Urknalls!

Temperaturverteilung der kosmischen Hintergrundstrahlung (PLANCK-Kollaboration, ESA)

Kosmische Mikrowellen-Hintergrundstrahlung aus der Sicht von Planck (Credit: PLANCK-Collaboration, ESA)

Die ESA-Grafik stellt eine Projektion dar – eine zweidimensionale Projektion eines (dreidimensionalen) kugelsymmetrischen Universums.
Wir erhalten das Abbild eines kugelförmigen Universums (WMAP / PLANCK), welches wir von Innen heraus betrachten und vertrauen gleichzeitig einem Universumsmodell, welches wir uns aus der zweidimensionalen Perspektive außenstehender Kamera kegelförmig vorstellen(???)

Lambda-CDM Modell (Creativ Commons / Wikimedia Commons, Alex Mittelmann (Coldcreation)

Lambda-CDM Modell (Creativ Commons / Wikimedia Commons, Alex Mittelmann (Coldcreation)

Ich kann nichts mehr, als wünschen, dass diejenigen aufwachen, welche diese miteinander völlig unvereinbaren Universumsperspektiven (Perspektive des externen und des internen Beobachters) für gleichzeitig richtig halten.
Die Abbilder der kosmischen Hintergrundstrahlung zeigen eindeutig, dass der Urknall um das Universum geschah und dass dieses Ereignis das Universum umschließt! (Abbildung 3.)
Nichts im Universum befand sich seit dem ersten Augenblick außerhalb des Urknalls!!!
Diese These bestimmt die Gültigkeit der Perspektive, aus der sowohl das Universum, als auch der Urknall von einem bewussten Beobachter wie von einer astronomischen Apparatur der Planck-Mission der ESA betrachtet wird – die Perspektive der Mitte.
Der Urknall ist die Außenhülle des Universums, denn nichts, was innerhalb des Urknalls geschah/entstand, konnte je seine Grenzen überwinden (der Urknallhorizont war und ist gleichzeitig der Ereignishorizont des Universums – siehe semantische Widersprüche 4.3.4.1).

Der Unterschied zwischen der internen und der externen Beobachterperspektive ist gravierend – die externe Perspektive erlaubt verschiedene Modelle des Universums anschaulich zu machen, sie erlaubt den Zustand des Urknalls und den des expandierenden Universums getrennt voneinander zu behandeln, sie erlaubt die Position des Beobachters unabhängig vom Urknall zu bestimmen, sie erlaubt schließlich den in Bezug auf den kosmologischen Zeitpfeil verkehrten Zeitpfeil der Beobachtung zu etablieren.
Im Gegensatz dazu ist die interne Beobachterperspektive an die Symmetrie des kosmologischen Modells gebunden.
Perspektive der Mitte schließt aus, die Form des Universums dem jeweiligen Universumsmodell anzupassen (aus Sicht eines internen Beobachters ist es ausgesprochen schwierig auf die äußere Form des Universums zu schließen). Die interne Perspektive eines Beteiligten lässt nicht zu, den Urknallzustand vom Universumzustand der aktuellen Wirklichkeit logisch zu entkoppeln – der Beobachter befindet sich zu jeder Zeit innerhalb des beobachteten Raumes. Der kosmologische Zeitpfeil kann bei der Beobachtung und bei ihrer Interpretation nicht aus den Augen gelassen werden, er ist ein fester Bestandteil jeder Perspektive und jedes Beobachtungsvorgangs.
Der Hauptvorteil der internen Perspektive liegt aber darin, dass sie die Perspektive des wirklichen Beobachters mit all ihrer räumlichen Unübersichtlichkeit widerspiegelt.
Die WMAP/PLANCK-Perspektive könnte natürlich (und wird) modifiziert und anschaulich gemacht, indem sie den Querschnitt des Universums aus der Vogelperspektive zeigt. Die beobachtete Anisotropie des Universums könnte dann als Konsequenz der Beschaffung seiner äußeren Form gedeutet werden (wenn man etwas „von Außen“ betrachtet ist man in der Lage, die äußere Form des Objektes zu „sehen“, auf diese äußere Form zu extrapolieren und sie anhand entsprechender Modelle bildlich darzustellen).
Externe Perspektive ist wie die dialektische Freiheit – sie erlaubt auch undenkbare Dinge denkbar zu machen, und zwar auch im mathematischen Sinne.
Dieselbe Freiheit führte dazu, dass ein mathematisches System, welches die Bewegungen der Planeten beschrieb, ptolemäische Thesen für Jahrhunderte denkbar gemacht hat – das mathematische Model konnte mit den Ergebnissen der Beobachtung in Einklang gebracht werden.

Eine Beobachtung, auch wenn die Evidenz der Beobachtung durch mathematische Modelle gestützt wird, hat nicht immer die Berechtigung einer Objektivität.
Mathematische Modelle haben die gleiche Funktion wie die Videoaufnahme einer implodierenden CRT-Röhre – sie sind Argumente – stützen sie falsche Weltbilder, liefern sie falsche Ergebnisse, obwohl sie mathematisch vollkommen korrekt sind. Eine rückwärts laufende Videoaufnahme ist ein unumstößlicher Beweis einer akausalen und grundfalschen Realität. Die Wahrheit ist: eine rückwärts laufende Videoaufnahme ist eine (evidente!) Lüge, obwohl sie pragmatische Kraft einer Evidenz besitzt.
Kausale Wahrheit einer Videoaufnahme, wie kausale Wahrheit der Wirklichkeit hängen im Wesentlichen von ihrer Laufrichtung bezogen auf den thermodynamischen Zeitpfeil des Universums.

4. Behauptung – Äquivalenzprinzip.

4.3.8 4. Behauptung – Äquivalenzprinzip.

Sämtliche Standpunkte im Universum sind, in ihrer jeweiligen Gegenwart und bezogen auf den Urknall, äquivalent.

Jedes Objekt kann nur einen einzigen Ort im Raum und in der Gegenwart haben.

Merke: wir wählen hier mit Absicht den Ausdruck „Gegenwart“, wo üblicherweise der Ausdruck „Zeit“ gebraucht wird.
Die Gegenwart eines Raumpunkts ist für die Äquivalenz, welche in der 4. Behauptung ausgedrückt wird, maßgeblich, denn es ist die jeweilige Gegenwart, welche den Mittelpunkt des Universums markiert (siehe Erkenntnis 3. und 4.)

Die symmetrische Mitte des Weltalls, als ein obligatorischer Aufenthaltsort eines Beobachters, befindet sich potenziell in jedem einzelnen Raum- und Gegenwartspunkt des Universums.
Die Begründung dafür liefert teils das 3. Axiom, teils die Tatsache, dass sich jeder potenzieller (auch zukünftiger) Ort im Universum zum Zeitpunkt des Urknalls innerhalb des Universums befand.
Alle Orte des Universums teilten daher im Augenblick des Urknalls die gleiche Gegenwart miteinander.
Die raumzeitliche Entfernung zwischen einem beliebigen Gegenwartspunkt innerhalb des Universums und der Urknalllinie, muss daher für jeden einzelnen Ort im Augenblick seiner aktuellen Gegenwart dieselbe sein (noch einmal: weil alle Orte im Augenblick des Urknalls die selbe Gegenwart miteinander teilten).
Jede Gegenwart bildet deshalb das Zentrum eines vollkommen symmetrischen, sphärischen Universums (das unter diesen Umständen „Indiversum“ genannt werden muss)

(Anmerkung: Um diesen Sachverhalt vollständig zu erfassen ist es notwendig, die Beobachterperspektive mehrfach zu wechseln. Wir betrachten zunächst die Gegenwart des Punktes A, dann den Urknallpunkt, der aus Sicht des Beobachters in A, das ultimative Ereignishorizont darstellt. Wir betrachten einerseits den Punkt A und wir schauen andererseits aus ihm heraus. Auf diese Weise stellen wir die Verbindung zwischen A und dem gesamten Universum her und werden in die Lage versetzt, den Sinn des (Machschen) Äquivalenzprinzips und seine Allgemeingültigkeit intuitiv zu erfassen.)

Aus der 4. Behauptung ergeben sich wichtige Konsequenzen.

Ich gebe sie in der Reihenfolge wieder, in der sie mir eingefallen sind, obwohl ich mir im Klaren bin, dass diese Anordnung nicht immer ihrer inneren Relevanz entspricht. Ich denke gleichwohl, dass sie sich nicht nur aus der 4. Behauptung, sondern auch aus sich selbst heraus ergeben, sodass die Reihenfolge ihrer Erscheinung wichtig ist, um für ihre Intensität, im Sinne der Unvermeidlichkeit ihrer Erscheinung, einen Eindruck zu bekommen.
Dinge erscheinen nämlich rechtzeitig.

Konsequenzen der 4. Behauptung – I

4.4.1 Konsequenz 1 – Der Mittelpunkt der Symmetrie.

Die Gegenwart bildet immer den Mittelpunkt des Universums, und zwar völlig unabhängig von ihrem raumzeitlichen Ort, denn man ist immer in der Lage, genau zu bestimmen, wie weit ihr Ort in der Raumzeit (räumlich und zeitlich) vom Anfang aller Dinge entfernt ist.

Die Gegenwart bedingt auf diese Weise die geometrische Zentralsymmetrie des sphärischen Universums.
Die jeweilige Gegenwart, unabhängig von ihrem Ort, ist singulär – sie findet jeweils im zentralen Punkt des sphärischen Universums statt.

4.4.2 Konsequenz 1.1 – Symmetrie der Welt.

Jeder Ort muss (nach 4.4.1), in seiner jeweiligen Gegenwart, gleich weit vom Urknallaugenblick entfernt sein.

Jeder einzelne Punkt des heutigen Universums war ein Teil der gemeinsamen und singulären Gegenwart des Urknallaugenblicks. Deshalb, wenn man beliebige Punkte des Universums in ihrer jeweils aktuellen Gegenwart in Relation zueinander und zum Urknall setzt, muss für jeden von ihnen, unabhängig von ihrer relativen Lage, das selbe geometrische Bild des Universums gültig sein – das Bild einer vollkommenen Sphäre, deren äußere Grenze die Urknall-Linie ist und deren Mitte die jeweilige Gegenwart bildet.

Design 53D
Ilustration 4. Die Zentralsymmetrie des Universums lässt sich feststellen in jedem beliebigen Gegenwartspunkt, unabhängig von seiner singulären Zeit und seiner singulären Position bezogen auf den Beobachter.

Für diejenigen Punkte, die sich am Rande des Universums befinden, gilt zusätzlich, dass ihre raumzeitlichen Positionen, aus unserer Sicht (aus der Sicht unserer lokalen Gegenwart), in der tiefen Vergangenheit liegen.
Wenn wir annehmen, dass das Universum seit dem Urknall stetig expandiert (was wir vorläufig annehmen müssen, was wir jedoch bald infrage stellen), dann ist auch die Annahme berechtigt, dass sein Diameter wenige Augenblicke nach diesem Ereignis, verglichen mit dem Diameter des heutigen Universums, verschwindend gering gewesen ist.

Die Entfernung eines beliebigen Ortes der Raumzeit zur Urknalllinie ist im spezifischen Punkt seiner jeweiligen Gegenwart in jede Himmelsrichtung dieselbe (die Form des Universums in der jeweiligen Gegenwart seiner Bestandteile ist stets dieselbe).

Jeder Punkt, jeder Ort des Universums ist für sich betrachtet der Ausgangspunkt der kosmischen Expansion. Es ist daher für einen Beobachter nur konsequent zu behaupten, dass das Universum seinen Anfang genau dort genommen hat, wo er sich gerade befindet.

Der Grund dieser zwingenden Annahme liegt auf der Hand: die Koordinatenunterschiede oder durch die Expansion des Universums bedingte Inhomogenität der relativen Materieverteilung im heutigen Universum, hat ihren Anfang dort genommen, wo alle Expansion im Universum ihren Anfang genommen hat – in einem einzigen Punkt maximaler Ordnung, aus dem alle künftigen Punkte unseres Universums in einem einzigen Augenblick hervorgegangen sind.
Alles, was sich nach dem Urknall ereignete, hat seinen Ursprung in dieser Ur-Sache. Deshalb sind alle Punkte des gesamten Universums unabhängig von ihrer relativen Lage, unabhängig von ihrem physikalischen Zustand in ihrer jeweiligen Gegenwart räumlich gleich weit von dem Urknallort und zeitlich gleich weit von dem Urknallaugenblick entfernt.

Aus dieser Tatsache resultiert theoretisch die Äquivalenz aller Orte und aller Systeme im Universum, welche in der 4. Behauptung postuliert wird.

Erkenntnis 6:

Die Gegenwart entscheidet die separate Existenz und die eigenständige Geometrie eines singulären Indiversums.
Jede Gegenwartsinstanz (Beobachter) ist der Mittelpunkt eines unabhängigen Indiversums.

Die raumzeitliche Äquivalenz aller Orte im Universum, welche wir nun annehmen, hat zur Konsequenz, dass der Begriff der Universalität des Raumzeitssystems seine Gültigkeit verliert.

Mit anderen Worten: wenn die Raumzeitgeometrie vom Ort der Betrachtung unabhängig ist (wenn für sämtliche Beobachtunspunkte, dieselbe geometrische Symmetrie der Raumzeit existiert), dann kann diese Raumzeitgeometrie nicht universell gelten, sondern muss für jeden einzelnen Beobachter singulär sein.

Dies ist kein Paradoxon.

Die geometrische Symmetrie der Raumzeit, bezogen auf jeden einzelnen Raumzeitpunkt, bedeutet nicht etwa, dass diese Geometrie für alle Raumzeitpunkte universell ist – im Gegenteil – wäre sie universalgültig, ergäbe sie in jedem einzelnen Raumzeitpunkt ein anderes Bild der Raumzeit.

Die Einführung der raumzeitlichen Äquivalenz hat zur Folge, dass das Konzept des Universum durch das Konzept des Indiversums ersetzt wird.

4.4.3 Konsequenz 1.1.1

Die Existenz einer absoluten Zeitrechnung und eines absoluten Raummaßes wird somit auch innerhalb einer relativistischen Argumentation vorstellbar und zulässig (und zwar wenn als absolute Bezugspunkte jeweils die Gegenwart eines räumlichen Punktes und der Urknallaugenblick angenommen werden)

Um diese Konsequenz mit Argumenten zu stützen fehlt uns hier die theoretische Grundlage, diese wird jedoch im weiteren Verlauf geliefert.

4.4.4 Konsequenz 1.1.2

Der räumliche Radius des Universums steht in einem linearen Verhältnis zum zeitlichen Abstand zwischen einer gegebenen Gegenwart und dem Augenblick des Urknalls.

Aus dieser, im Kontext der Konsequenz 1, trivialen Konsequenz folgt:


4.4.5 Konsequenz 1.1.3

Für jeden einzelnen Beobachter existiert nur eine Gegenwart. Diese entsteht in der Mitte der Raumzeit separat für jeden einzelnen Beobachter.

Die Existenz eines Beobachters (in seiner lokalen Gegenwart) ist für die Wirklichkeit der Raumzeit essenziell.


4.4.6 Konsequenz 1.2

Die Struktur des Universums ist standpunkts- und gegenwartsabhängig.

Der Akt der Beobachtung entscheidet das Indiversum.
Der Ort und die Gegenwart der Messung (der Beobachtung) erzeugen eine singuläre, einmalige Form der Wirklichkeit.


4.4.7 Konsequenz 1.3

Die Gegenwart eines Bezugssystems ist ausschließlich lokal.

Dies ist der Grund, warum die Gleichzeitigkeit der Geschehnisse innerhalb der Raumzeit generell nicht möglich ist.

Teraiprzesz5

Illustration 5.
Y – Aktuelle Gegenwart des Systems a,b,c für einzelne Punkte des Systems.
Z – Die Position nicht gegenwärtiger Punkte des Systems (für a: b und c, für b: a und c, für c: a und b)

Der Raum, in dem die Gegenwart stattfindet ist singulär für jedes Bezugssystem. Der raumzeitliche Koordinaten-Unterschied zwischen den einzelnen Bezugspunkten bestimmt die räumliche Einzigartigkeit und die individuelle Existenz eines jeden von ihnen.
Erst durch das, was ein Bezugssystem a von einem einem Bezugssystem bunterscheidet, durch ihre räumlich-zeitliche Differenz, wird ihre jeweilige Gegenwart, als ein ordnender Faktor relativistischer Beziehung für jedes von ihnen und für alle übrigen Bezugssysteme des Universums maßgeblich.
Der Begriff „Universum“ verliert somit mitnichten seine Gültigkeit. Er ist selbstverständlich für die Gesamtheit aller Systeme der Raumzeit gültig. Seine Gültigkeit erstreckt sich jedoch nicht auf jedes einzelne Bezugssystem der Raumzeit.

Die Bedeutung der Konsequenz 1.3 ist weitreichend.

Sie legt nahe, dass Körper, welche außerhalb der Gegenwartsinstanz (nennen wir diese nach Stanisław Lem “Sensorium“) existieren, sich in Bezug auf diese Gegenwartsinstanz in der Vergangenheit befinden.


4.4.8 Konsequenz 1.4

Jeder Ort im Universum enthält in seiner jeweiligen Gegenwart eine eigene Version des Indiversums, dessen Mittelpunkt er selbst ist.

Die Gegenwart erschafft für jeden einzelnen Punkt des Universums seine singuläre Position innerhalb der Raumzeit und entscheidet seine zentrale Lage innerhalb eines singulären Indiversums.