Konsequenzen der Geltung der absoluten Gleichzeitigkeit.

von Maciej Zasada

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Zur Ereinnerung:

Der endgültige Beweis für die parallele Gültigkeit der absoluten Gleichzeitigkeit.

Würden zwei physikalische Körper p, q miteinander wechselwirken, und würde ihre Wechselwirkung darin Ausdruck finden, dass p und q sich gegenseitig vernichteten oder synchron ihre Eigenschaften (bspw. Polarität oder Spin) veränderten, dann spielte es physikalisch keine Rolle, ob aus der Perspektive eines bestimmten Beobachters der Augenblick der Veränderung von p und q gleichzeitig erfolgte oder nicht.
Die Information, dass der Wechsel der Eigenschaften von p und q synchron zu erfolgen hat, wäre jeder physikalisch-relativistischen Erfahrung übergeordnet, d.h. auch in dem Fall, in dem, aus welchen Gründen auch immer, keine Gleichzeitigkeit der Ereignisse bei p und q festgestellt werden könnte, wäre diese prioritär anzunehmen.

Dies zeigt unmittelbar, dass eine absolute Zeitlichkeit einer relativistischen Zeitlichkeit mindestens äquivalent ist, und notwendig existiert, denn es ist offensichtlich der Fall, dass die Prämisse der Gleichzeitigkeit manchmal einen absoluten und keineswegs immer einen relativen Wert besitzen darf und muss.
Dies folgt aus unserer „Definition der universellen Gleichzeitigkeit“:
eine Gleichzeitigkeit zwischen beliebigen Körpern/Ereignissen p, q erfolgt innerhalb einer und derselben Gegenwart ω – unabhängig davon, wo sich p, q einzeln befinden und welcher ihr Zustand einzeln ist – ihre exklusive Gleichzeitigkeit bezieht sich auf die universelle Gegenwart ω.

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Manifest:
Wenn ich die Notwendigkeit der absoluten Gleichzeitigkeit behaupte, so stelle ich mich nicht gegen Einstein, der einerseits die Notwendigkeit der Relativität der Zeit, andererseits die prinzipielle Nichtexistenz der absoluten Gleichzeitigkeit (also „Relativität der Gleichzeitigkeit“) behauptete. Ich bin kein Relativitäts-Skeptiker, der Einsteins vermeintliche Fehler aufspürt, um zu behaupten, sein eigener Gegenentwurf sei zur Erfüllung des Zwecks der Naturbeschreibung geeigneter. Im Gegenteil: ich bin jemand, der die Unvollständigkeit des relativistischen Entwurfs und nicht seine Falschheit beweisen will (Unvollständigkeit bezogen auf die Logik der Natur, nicht auf die Logik der Theorie!). Ich erkenne nämlich, dass die Betrachtung der Wirklichkeit allein durch das Prisma der Absolutheit der physikalischen Werte, ohne Zweifel ein genauso unvollständiges Bild der Wirklichkeit generiert, wie die Betrachtung der Wirklichkeit allein durch das Prisma ihrer Relativität.
Mein Ziel sehe ich daher nicht darin, Einsteins Werk zu diskreditieren, sondern ihn um die Aspekte der Universalität zu vervollständigen.

Konsequenz der parallelen Gültigkeit der absoluten Gleichzeitigkeit 1:
Der Entwurf der einfachen theoretischen Grundlage für eine universelle Theorie der Physik (früher als „Theory of Everything“ bezeichnet).

Dadurch, dass wir in unseren Überlegungen die Existenz einer dualen Ereignisebene der makrokosmischen Wirklichkeit zugelassen haben (dass wir namentlich die Existenz einer absoluten Gleichzeitigkeit, neben der Existenz einer relativen Gleichzeitigkeit als physikalisch berechtigt deklarieren), zeigt es sich auf einmal die Parallelität der Eigenschaften innerhalb der mikro- und der makrokosmischen Wirklichkeit.
Dieses kann zum ersten Mal beobachtet werden.
Dieselbe Parallelität zeigt sich nämlich nicht, betrachte man und interpretiere die Wirklichkeit wie bisher, getrennt aus der Perspektive der Relativitätstheorie oder aus der Perspektive der Quantentheorie. In diesem Fall zeige es sich vielmehr eine unüberwindbare Divergenz zwischen den beobachteten Eigenschaften des Mikro- und des Makrokosmos.
Die Naturgesetze müssen aber notwendig für sämtliche Aspekte der Wirklichkeit dieselben sein, unabhängig vom Ort, Zeit, Gegenstand der Betrachtung (Messung) und unabhängig von den physikalischen Modellen oder Perspektiven, welche wir jeweils der Wirklichkeit zugrunde legen. Deshalb war es seit der Etablierung der Quantenmechanik und besonders seitdem ihre beobachterbezogene Effekte bekannt und interpretiert sind, klar, dass diese sehr speziellen Effekte in irgendeiner Form die gesamte Wirklichkeit und nicht nur ihre mikrokosmischen Aspekte betreffen müssen. Dies würde allerdings bedeuten, dass die makrokosmische Wirklichkeit, also die Wirklichkeit, die wir unmittelbar beobachten, beobachterbezogen sein müsste. Der physikalisch-logische Grund für diese „Beobachtebezogenheit“ des Makrokosmos fehlt aber in der Relativitätstheorie vollständig.

Unser theoretischer Vorstoß – die Etablierung zweier Perspektiven auf die Gleichzeitigkeit der Ereignisse (Perspektive a für die relative und Perspektive b für die absolute Gleichzeitigkeit), ebnet den Weg für die Gründung einer universellen und beobachterbezogenen Physik. Es entsteht so eine theoretische Möglichkeit, den Akt der Beobachtung mit der Relativität der Ereignisse und das Fehlen dieses Aktes mit der Absolutheit der Ereignisse und ihrer Koordinaten zu verbinden. Somit entsteht auch eine Verbindungsebene zwischen der Quanten- und der Relativitätstheorie und ihren jeweiligen Mechaniken.

Die Tatsache, dass eine absolute Gleichzeitigkeit der Ereignisse in ruhenden Inertialsystemen fast nur mittelbar und in bewegten oder unter dem Einfluss der Gravitation stehenden Inertialsystemen so gut wie gar nicht ermittelbar ist, bewegte einst Einstein zur Ausformulierung eines Gesetzes, nach dem die Konstatierung der absoluten Gleichzeitigkeit prinzipiell nicht realisierbar sei. Die allgemeine Gültigkeit dieses Gesetzes wird durch die Erkenntnisse des letzten Kapitels und insbesondere durch den Beweis für die parallele Gültigkeit der absoluten Gleichzeitigkeit relativiert.
Die erste Konsequenz der parallelen Gültigkeit der absoluten Gleichzeitigkeit betrifft also die Vollständigkeit der Theorie und die Vollständigkeit ihrer physikalischen Grundlage.


Konsequenz der parallelen Gültigkeit der absoluten Gleichzeitigkeit 2:
Behauptung:
Eine verlässliche Information, welche durch logisches Schlussfolgern ermittelt wird, und welche einen konkreten physikalischen Zustand betrifft, ist einer physikalischen Messung äquivalent.

Eine physikalische Messung zu durchführen ist ein Akt der Informationsbeschaffung. Eine Information, welche durch logische Folgerung gewonnen wird, ist jedoch einer physikalischen Messung gleichgestellt. Die Information ist nämlich ein Wert, dessen Gültigkeit völlig unabhängig ist, von der Art und Weise der Beschaffung.
Wenn eine Information über System S dem Beobachter nicht vorliegt, und wenn sie durch einen deduktiven Umstand gewonnen wird, dann existiert diese für den Beobachter und gilt (der Wahrheitswert dieser Information ist zunächst irrelevant, wie, nebenbei gesprochen, irrelevant der Wahrheitswert einer Messung ist…wenn Ereignisse A und B objektiv gesehen gleichzeitig erfolgen, wird die Wahrheit darüber so oder so nur den „privilegierten“ Beobachtern, welche „berechtigte“ Messmethoden verwenden, zur Verfügung stehen – wie sehr sich auch die anderen Beobachter bei der Messung bemühen würden und wie akkurat sie auch dabei vorgehen mögen – ihre Resultate werden stets die relative, nicht aber die objektive Wahrheit zeigen).

Das Vorhandensein einer verlässlichen Information über das Bezugssystem AB ist also für die physikalische Berechtigung einer Aussage über AB entscheidend, nicht unbedingt das Ergebnis der Messung.

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Fig. 4 zeigt, dass Information über die Gleichzeitigkeit von AB nur unter bestimmten Umständen gewonnen werden kann, aber auch, dass das Vorhandensein dieser Information viel aussagt über den Ort, den Bewegungszustand oder die Perspektive des Beobachters. Würde sich ein Beobachter längs s bewegen, so würden die Ereignisse A und B aus seiner Perspektive stets gleichzeitig erfolgen, unabhängig von seiner eigenen Geschwindigkeit und/oder Beschleunigung (ein Spezialfall der klassischen SRT-Anordnung?)

Es ist also nicht die physikalische Messung, welche (allein) dafür entscheidend ist, wie belastbar unsere Auffassung der Wirklichkeit tatsächlich ist. Für die Qualität dieser Auffassung ist vielmehr die Information, die uns über Wirklichkeit zur Verfügung steht entscheidend. Dies halte ich für eine wichtige Erkenntnis. Diese wird uns nämlich später ermöglichen, verlässliche Informationen zu generieren, welche durch keine berechtigte Messmethode zu ermitteln sind (s.u.). Dies ist die zweite, unmittelbare Konsequenz des endgültigen Beweises für die parallele Gültigkeit der absoluten Gleichzeitigkeit. Darin ist das Vorhandensein der verlässlichen Information über p und q, jeder durchgeführten Messung äquivalent.

Konsequenz der parallelen Gültigkeit der absoluten Gleichzeitigkeit 3:
Die Methode der Gleichzeitigkeitsbestimmung distanter Ereignisse mittels der kontinuierlichen Verdichtung des Koordinatengeflechts.

Würde man die Existenz einer durch logische Folgerung gewonnenen Information über den Zustand A, jeder durchgeführten Messung von A gleichstellen oder sogar, wie in unserem Beweis, überordnen, würde man die Möglichkeit gewinnen, auf den Zustand von A durch logische Analogien zu schließen.

Die Methode der Gleichzeitigkeitsermittlung, welche wir im letzten Kapitel „entworfen“ haben, kann für die Erreichung der Berechenbarkeit der absoluten Gleichzeitigkeit verwendet werden. Sie kann, ähnlich der Einstein’schen Methode des unendlichen Verdichtung des Abstandes zwischen den benachbarten Koordinaten eines Gaußschen Koordinatensystems, dazu verwendet werden, die Gleichzeitigkeit physikalisch entkoppelter, in keiner Beziehung zueinander stehender Ereignisse mathematisch beschreibbar zu machen.

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Fig. 5: Es ist möglich, eine beliebige Strecke A-B so zu teilen, dass jeder Punkt dieser Strecke sich auf den Mittelpunkt M der Strecke A-B bezieht. Da aus dem Punkt M heraus die Gleichzeitigkeit der Ereignisse A und B bestimmt werden kann, kann die Gleichzeitigkeit eines jeden Ereignisses auf der Strecke A – B mit der Gleichzeitigkeit der Ereignisse AB gleichgesetzt werden (und zwar anhand der Existenz der Beziehung M – m zwischen sämtlichen Punkten dieser Strecke).

Wir entscheiden, dass der Raum zwischen den Ereignissen A und B (wir bezeichnen diesen als [R]) ein Kontinuum bildet (dass [R] ein Kontinuum bildet, bedeutet, dass es möglich ist, von einem beliebigen Punkt des [R] aus zu irgendeinem anderen Punkt des [R] zu gelangen, indem man in einer bestimmten Anzahl von Schritten „immer zu einem ‚benachbarten‘ Punkt übergehe, oder – anders gesagt – indem man von Punkt zu Punkt gehe, ohne ‚Sprünge‘ zu machen“).

Wir erkennen daher, dass [R] (der als „Raum“ unter diesen Umständen mit der Strecke A-B identisch ist) in unendlich kurze Teilstrecken segmentiert werden kann. Jede Teilstrecke m‘-B bezieht sich dabei derart auf die übergeordnete Strecke m-B, dass die Teilstrecke m‘-B, genau die Hälfte der Strecke m-B bildet. D.h. es wäre möglich, ausgehend vom Punkt B, einen beliebigen Punkt auf der Strecke M-B zu markieren, dessen Vielfaches der Länge der Strecke M-B selbst entspräche. Die Strecke M-B ist aber für die Bestimmung der Gleichzeitigkeit zwischen den Ereignissen A und B maßgeblich. Somit bestünde ein Beziehungsverhältnis zwischen einem beliebigen Punkt m, der auf der Strecke M-B liegt, und dem Mittelpunkt M der Strecke A-B, in dem die Gleichzeitigkeit der Ereignisse A und B detektiert wird.
Anhand dieser Methode, könnte die Existenz einer absoluten Gleichzeitigkeit zwischen A und B und sämtlichen „Ereignispunkten“ innerhalb [R] angenommen werden, denn es würde dadurch ein Weg entstehen, um instantane Verbindung (prioritäre Information) zwischen einem beliebigen m-Punkt von [R] und dem zentralen M-Punkt der Strecke A-B herzustellen, womit diese Verbindung mit der Gleichzeitigkeit der Ereignisse A und B logisch unmittelbar verbunden wäre. Diese Verbindung müsste ferner, als eine mathematische Verbindung, nicht dem Prinzip des physikalischen Grenzwerts der Lichtgeschwindigkeit genügen und könnte folglich instantan erfolgen (sie wäre eine logische Verbindung (prioritäre Information), die jeder physikalischen Erkenntnis und jeder physikalischen Messung übergeordnet gegenüberstünde – sie wäre eine Verbindung, welche über die Gleichzeitigkeit von A und B und M und m und über die Gleichzeitigkeit sämtlicher Punkte von [R] informierte).

Auf diese Art, vorausgesetzt der gesamte Raum des Universums bilde ein Kontinuum, könnte eine Gleichzeitigkeit zwischen sämtlichen Punkten des Universums angenommen werden, und zwar aufgrund der Verallgemeinerung der oben aufgeführten Methode der Gleichzeitigkeitsbestimmung auf beliebige Strecken und Punkte im gesamten Raum des Universums sowie der Gleichzeitigkeit zwischen jedem Punkt des Universums und seinem zentralen M-Punkt: dem Beobachter.
Notiz: Eine Information ist offenbar keine physikalische, sondern eine logische Verbindung.