Universallogik: Die Untersuchung des Absoluten. Die fatale Wahrheit.

von Maciej Zasada

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Abstract: Wir zeigen hier und beweisen, dass die zweiwertige Aussagenlogik ein diabolisches System der Falschaussagenverwaltung ist.

Motto: Albern ist die Überzeugung, für die Wahrheit des Glaubens argumentieren zu können (darin enthalten: Terror ausüben), denn was wahr ist, soll mindestens gewiß gelten, nicht bloß geglaubt sein. Der Glaube hat nämlich damit zu tun, was man glaubt, die Wahrheit aber mit Gewissheit.
MZ

120.) Erkenntnis: Wir erkennen, dass allein ihre logische Vollständigkeit,  nicht etwa ihre Wahrheit, über definitive Gültigkeit der Aussagen entscheidet. 

Die klassische Aussagenlogik behandelt nicht so sehr den Inhalt einer Aussage (d.h. den Umstand, ob die Aussage beispielsweise vollständig formuliert ist), sondern den Umstand, ob eine Aussage wahr oder falsch ist. Die Funktion der Aussagenlogik ist es zu erkennen, ob eine Aussage wahr oder falsch ist. Das, was wir in 120.) behaupten sagt daher aus, dass die Funktion der Aussagenlogik unwirksam ist.

120.1) Beweis: Die Wahrheit ergänzungsfähiger Aussagen ist nicht definitiv, denn dadurch, dass sie unvollständig sind (sie sind unvollständig, weil sie ergänzungsfähig sind), ist ihre Wahrheit nicht endgültig. Eine nicht endgültige Wahrheit kann aber keine absolute sein. Eine Wahrheit, die nicht absolut ist, ist aber keine Wahrheit. Am Fehlen der logischen Vollständigkeit bricht die Vorstellung der Endgültigkeit wahrer Aussagen und die Vorstellung der logischen Wahrheit an sich, qed.

Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass jede behauptete Wahrheit eine absolute Gültigkeit besitzen muss. Gilt sie nicht absolut, muss von ihrer (absoluten) Falschheit ausgegangen werden.

120.2.) These: Die Formulierung der absolut wahren Sätze ist jedoch im Rahmen der klassischen Aussagenlogik unmöglich.

Um die Absolutheit der Ausdrücke der Sprache zu erreichen, müsste eine Logik entstehen, die Vollständigkeit der Aussagen behandelt. Die Wahrheitsentscheidung vollständiger Aussagen ergäbe sich dann von selbst.

120.2.1) Konsequenz: Innerhalb klassischer Aussagenlogik lassen sich sämtliche Aussagen, auch die falschen, schlüssig beweisen.

Dadurch, dass die Funktion der Aussagenlogik unwirksam ist, spielt die Vollständigkeit der Aussage keine Rolle für die Ermittlung ihres Wahrheitsgehaltes. 

Die Dialektik wird hier als eine hohe Kunst des Argumentierens verstanden, wobei jedem mittlerweile klar sein muss, dass wir uns dialektisch innerhalb eines Systems der Falschaussagen befinden, in dem das universelle Prinzip „Ex falso quodlibet“ uneingeschränkt gilt.
Die Macht der Dialektik zeigt sich darin, dass jeder Unsinn bewiesen werden kann…aus Prinzip…
Tragikomisch, Herr Hegel…
Dialektik ist also keine Kunst – die Qualität der Argumentation hat keine Bedeutung für die ermittlung einer a priori bestehenden Wahrheit – sie ist a priori wahrheitsentscheidend, weil es da draußen keine Wahrheit außer der Gültigkeit der logischen Schlüsse existiert.

120.2.2) Behauptung: Um dem Teufelskreis der sich vor einem türmenden Falschaussagen und ihrer stimmigen Argumente zu entkommen, ist es notwendig, das indäquate, bzw. das fehlerhafte logische System, nach dessen Gesetzen argumentiert wird, aufzugeben und dazu eine leistungsfähigere und eine universelle Alternative zu finden.

121.) Der Beweis für die Widersprüchlichkeit der Aussagenlogik. 

Kommentar: Das klassische Prinzip „Tertium non Datur“ erachte ich für zentral für die Aussagenlogik. Es entfaltet sich in ihm der Zweiwertigkeitsgedanke, der für das logische System der Menschheit insgesamt (bis heute) bestimmend und (offenbar) unverzichtbar ist. Die logische Zweiwertigkeit realisiert sich darin im Widerspruch der Existenz und der Nichtexistenz („A“ und „¬A“ repräsentieren in gleich folgendem Satz (i), die beiden Existenzzustände des zweiwertigen Realitätsparadigmas). Gelingt es, neben der Existenz und der Nichtexistenz, einen weiteren Existenzzustand zu finden, wird die Unvollständigkeit des Gründungsprinzips und die Unvollständigkeit der zweiwertigen Aussagenlogik insgesamt bewiesen. Dies haben wir hier vor. An der Alternative wird hier gearbeitet.

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121.1) Analyse: Satz (i).

Im Rahmen der klassischen Aussagenlogik besitzt die Behauptung:

(i) „es gilt entweder A oder ¬A“

eine absolute und überdies eine konstituierende Geltung – Satz (i) drückt aus die Quintessenz des logischen Prinzips „Tertium non Datur“. Der Satz besagt, dass entweder steht der Aschenbecher auf meinem Tisch vor mir, oder er steht dort nicht…jede dritte Option ist ausgeschlossen.
Die Wahrheit des Satzes (i) gilt aber nicht absolut im universellen Sinne, denn es lässt sich zeigen, dass diese (die Wahrheit) unvollständig ist.

121.1.1) Die Form des Satzes (i) ist unbestimmt, es verwundert daher, dass sie in der Lage sein soll, eine angeblich widerspruchsfreie Logik zu tragen.

Das im (i) enthaltene Ausschlußprinzip, obwohl innerhalb natürlicher Sprache einwandfrei und einleuchtend, besitzt formelle Schwächen.

121.1.1.1)) Beweis: Es lässt sich nur für die Variable „A“ einen konkreten Wert setzen – der Wert von „¬A“ ist unbestimmt („¬A“ kann nämlich jeden beliebigen gültigen oder ungültigen Wert haben, außer A).

121.1.2) Die Aussage des Satzes (i) ist zudem unvollständig, denn es lassen sich darin Zusatzwerte bestimmen, welche über seine (klassische) Zweiwertigkeit hinausgehen…
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121.1.3) DIE FORM 

Die Aussage des Satzes (i) ist unvollständig selbst dann, wenn sich das Zeichen“¬“ im Ausdruck „¬A“ ausschliesslich auf einen konkreten Wert A beziehen soll (im Sinne: [„¬A“ ist eine schlichte Verneinung von „A“ und sonst nichts]), denn ausschliesslich dann, wenn sich im Satz (i) kein sonstiger Wert außer A und ¬A vorstellen* lässt (Vollständigkeitsprämisse), kann von einer absoluten Gültigkeit dieses Satzes ausgegangen werden, und sonst nicht. Es lässt sich aber für (i) einen gültigen Wert außer A und ¬A vorstellen (womit aber gleichermaßen die Vollständigkeitsprämisse des Satzes, wie das aussagenlogische Prinzip „Tertium non Datur“ verletzt werden). Als Konsequenz treten erhebliche Zweifel an der Gültigkeit von (i) als eines konstituierenden Satzes der Aussagenlogik und an der Vollständigkeit der Aussagenlogik insgesamt auf.

121.1.3.1) Behauptung: Wir behaupten, dass es sich in Sätzen der Form (i) mindestens ein weiterer (dritter) logischer Wert, außer der „Existenz“ (binär 1) und der „Nichtexistenz“ (binär 0), finden lässt.

121.1.3.2) Beweis: Wenn wir die Existenzen von Sein und Nichtsein einander gegenüberstellen und wenn wir konsequeterweise das „Sein“ als einen Gegenwert für das „Nichts“ annehmen, dann werden wir zuerst mit der Ambiguität des Begriffes „Existenz„, welche sich in Bezug auf das „Nichts“ zeigt, konfrontiert. Der logische Wert der „Existenz“ (1) bezeichnet nämlich in Bezug auf das „Nichts“ nicht eindeutig, denn es tun sich folgende Fragen auf:
– kann die Existenz von „Nichts“ überhaupt behauptet werden, d.h. besitzt „Nichts“ überhaupt Eigenschaften, anhand denen, sich seine Existenz, bzw. Nichtexistenz vorstellen / entscheiden lassen?
– lässt sich die Frage nach der Existenz des „Nichts“ überhaupt stellen?
– ist das „Nichts“ etwa schlicht und einfach nicht existent?
Wir sehen, dass allein die Entscheidung der Existenz (von Etwas) und der Nichtsexistenz (von Etwas) oder der Nichtexistenz an sich, unter Umständen unentscheidbar ist.
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121.1.4) DIE LOGIK

121.1.4.1) Begründung: Wir können uns ein nichtexistentes „Nichts“ nicht vorstellen.

121.1.4.2) Beweis: Alles, was wir uns vorstellen können, könnte im Prinzip existieren, oder es existiert bereits wirklich, wenn nicht in der Realität des materiellen Universums, dann als eine Vorstellung (alles, was wir uns vorstellen, existiert mindestens als eine Vorstellung – wir können uns daher kein nichtexistentes „Nichts“ vorstellen, denn diese Vorstellung beinhaltete bereits etwas, was existiert und (daher) nicht dazu verwendet werden kann, das Nichtexistierende zu beschreiben: die Beschreibung wäre kategoriell inadäquat). Über die Nichtexistenz von Nichts lässt sich daher innerhalb der Logik nichts aussagen und nichts vorstellen.

Wir haben im obigen Beweis etwas angesprochen, was von höchster Bedeutung für die universelle Logik ist – wenn bereits das, was bloß vorstellbar ist, existiert, dann muss es auch, als eine Präsenz, innerhalb der Logik existieren, d.h. sich aus den logischen Gesetzen ergeben (oder nach den Gesetzen der Logik gebildet sein). Nichts, was existiert, kann nämlich außerhalb der Logik  existieren oder funktionieren – alles Existierende, auch das Unlogische oder das Falsche, existiert als ein logischer Gegenstand (allein schon dadurch, dass nichts existieren kann, ohne verursacht worden zu sein: die Kausalitätsverbindungen sind aber logische Verbindungen der Form „wenn-dann“).

121.1.4.3) Berechtigung 1: Wenn daher über das Unvorstellbare sinniert wird, und wenn sich daraus neue Kausalitäten, neue Vorstellungen oder neue logische Verbindungen ergeben, auch und besonders solche, die mit den bereits existierenden Gesetzen der Logik unvereinbar sind, dann gelten sie gegenüber diesen Gesetzen prioritär…warum? weil sie sich aus dem Vorstellbaren ergeben und alles Vorstellbare notwendig innerhalb (einer) Logik besteht. In dem konkreten Fall kann zusätzlich behauptet werden, dass sie das primäre logische System um neue Aspekte ergänzen…Daher, wenn sich neue logische Verbindungen oder Gültigkeiten aus den Gedanken oder aus den Vorstellungen ergeben, dann formen diese die gesamte Logik (neu) und gelten vor den Gesetzen der primären Logik, denn einmal als Vorstellung erschienen, gehören sie notwendig einer Logik an, auch dann, wenn diese in vollem Umfang noch unbekannt ist. Dies unter der Bedingung des Bestehens der sinnvollen Ergänzung natürlich, aber davon sprechen wir ja…

121.1.4.4) Berechtigung 2: Ein konkreter Präzedenzfall der Unvollständigkeit reicht aus, um über die universelle Unvollständigkeit des Satzes (i) und der gesamten Aussagenlogik zu urteilen.

Wenn wir das Universum als einen klassisch-logischen Rahmen jeglicher Existenz bezeichnen, dann erwarten wir, dass außerhalb des Universums, getreu der Aussage des Satzes (i), nichts, also „das Gegenteil“ von Seiendem, existiert. Für unsere Zwecke (obwohl dies durch nichts als durch unsere Vorstellung begründet ist) entscheiden wir aber die Existenz von Nichts (verletzen damit zum ersten Mal das Zweiwertigkeitsprinzip).
Wir verschieben damit die Grenze der Logik ins Unendliche; wir entscheiden damit, dass sich die Gültigkeit logischer Gesetze nicht nur auf das Seiende, sondern auch auf das Nichtexistente, nicht nur auf das Innere, sondern auch auf das Äußere des Universums erstreckt; damit machen wir schließlich die Existenz einer verbindlich gültigen Universallogik unausweichlich…womit die gleichzeitige Inferiorität (hier: Unzulänglichkeit) jeglicher Partikularlogik (darin enthalten Aussagen- und jeder anderen zweiwertigen Logik) demonstriert wird.

121.1.5) Und so wird’s gemacht…

Etwas was im Nichts nicht existiert, kann als identisch mit dem Nichts bezeichnet werden. Auch das, was noch nicht im Nichts existiert, dessen Existenz jedoch selbst sehr wahrscheinlich sei, wäre sehr wohl mit dem Nichts identisch. Wir zeigen aber, dass auch etwas, was im Nichts existiert, etwas materiell Seiendes, durchaus mit dem Nichts identisch sein kann, obwohl es glatt als das Gegenteil von Nichts beschrieben wird. Es gibt nämlich eine konkrete Vorstellung vom Nichts, das etwas enthält und trotzdem nichts enthält und doch etwas enthält und doch nichts enthält und doch etwas und doch nichts…eine Vorstellung von einem oszillierenden Dasein…vom Universum.

115.) DAS  MODELL  DES  KOLLABIERENDEN  UNIVERSUMS.

Wir haben gezeigt, dass sich über das nichtexistente Nichts nichts aussagen lässt.

115.1) Behauptung: Das gesamte Universum besitzt die Ausdehnung eines geometrischen Punktes im absolut leeren, nichtrelativistischen  Raum (Nichts).

„Nichtrelativistisch“ bedeutet hier „geometrisch“ oder „absolut“…d.h. nichts enthaltend, absolut leer, ohne einen einzigen Bezugspunkt, der die Entstehung der Relativität rechtfertigen würde (dies sei die Bedingung des „Nichtrelativistischen“, also „Absoluten“).

115.1.2) Behauptung: Die räumliche Ausdehnung des Universums beträgt innerhalb eines jeden relativistischen Maßstabes Null.

115.1.3) These: Das Universum besitzt also insgesamt keine Ausdehnung.

Das Universum entfaltet sich (daher) nach Innen (denn dass sich das Universum dynamisch entfaltet, ist selbstverständlich)

115.1.3.1) Ableitung: Die räumliche Ausdehnung, welche sich innerhalb des Universums zeigt, besitzt einen negativen Wert (sie ist nämlich die Konsequenz der implosiven Kontraktionsdynamik des Urknalls).

Der Raum innerhalb des Universums ist die Konsequenz einer nach Innen gerichteten Kontraktion.

Wenn die Gesamtausdehnung des Universum null betragen soll, eine Erweiterung der Abstände zwischen seinen Elementen aber stattfindet, dann ist die Annahme einer negativen Expansionsdynamik nur konsequent…
Die räumliche Ausdehnung eines in sich hinein kollabierenden Universums entsteht als Konsequenz der wachsenden Entfernung zwischen den materiellen Elementen der vergangenen Kontraktion und den Elementen, welche aktuell aktiv kontrahieren – die räumliche Ausdehnung eines in sich hinein kollabierenden Universums wächst dadurch. Ähnlich wie die Ausdehnung eines expandieren Universums wachsen würde, mit dem Unterschied, dass sich die Außenmaße des kollabierenden Universums (objektiv) nicht verändern…und wenn sie anfangs null betrugen, so betragen sie aktuell auch null…

Die negative Dimensionalität bestimmt die gesamte Dynamik des kontrahierenden Universums. Die beobachtete Expansion ist ein Effekt hervorgerufen durch die tatsächlich stattfindende Erweiterung der Abstände zwischen dem Beobachter und den anvisierten Elementen des Universums und zwischen seinen Elementen untereinander. Die Dynamik dieser Erweiterung ist aber aus der Perspektive des Beobachters insofern unentscheidbar, als dass es unmöglich sei, jedenfalls angesichts der Abwesenheit der äußeren Bezugspunkte, zu entscheiden, ob sich das Universum insgesamt ausdehnt oder ob es kollabiert – die Erweiterung der Abstände innerhalb des Universums fände nämlich, als ein beobachtbarer Effekt, notwendig, sowohl im Fall der expansiven, als auch im Fall der kontraktiven Entwicklungsdynamik statt.

Im allerersten Augenblick des kollabierenden Universums besaß dieses den größten Umfang seiner gesamten Geschichte und obwohl uns das Universum von Innen riesig vorkommt, und sich noch auszudehnen scheint, so war dieser Anfangsumfang gleich null. Würden wir das Universum aus der Exoperspektive des Nichts betrachten, würden wir seine Existenz, mitsamt seines Raumes nicht einmal bemerken.
Die beschleunigende Expansion des Universums hätte objektiv gesehen einen negativen Wert und wäre als eine dynamische und unmittelbare Konsequenz des Urknalls anzusehen (die beschleunigende „Expansion“ am Rande des sichtbaren Universums wäre somit dynamisch erklärbar – es bestünde keine Notwendigkeit der Annahme hypothetischer Größen, wie etwa der Dunklen Energie, um die beobachtete Expansionseffekte schlüssig zu erklären). Das Modell des kontrahierenden Universums ist daher für die Kosmologie (von Logik ganz zu schweigen) geeigneter oder sinnvoller als das Expansionsmodell, mit dem heute noch weltweit gearbeitet wird. Alles wäre viel einfacher.
Unabhängig davon: wir haben hier etwas denkbar gemacht, was als logischer Wert gelten kann und was nicht mit der Existenz und nichts mit der Nichtexistenz gemeinsam hat. Eine Existenz im Nichts. Eine existente Oszillation zwischen dem Sein und dem Nichtsein.

118.) „S E I N  ODER  N I C H T S E I N…?“

Wie immer und überall – die Existenz steht der Nichtexistenz gegenüber: „Sein oder Nichtsein“ – dies ist hier tatsächlich die Frage: die Antwort ist aber nicht innerhalb der eindeutig urteilenden Logik enthalten, welche diese Frage (neben William Shakespeare) stellt und anscheinend zufriedenstellend beantwortet, sondern innerhalb einer Logik, die das Dritte des „tertium non datur“ durchaus für zulässig erklärt [denn was denkbar ist (nennen wir es „Z“), ist mindestens wahrscheinlich – die Denkbarkeit und die Wahrscheinlichkeit von Z ist (dann) aber mindestens logisch (legitimiert)…die Logik, welche Z begründet, muss (dann) aber gültig sein: sie legitimiert sich ja dadurch, dass Z wahrscheinlich ist! – dies ist auch der Grund, warum, um neue logische Konzepte denkbar zu machen, neue kosmologische Konzepte (hier) ausgearbeitet werden].

Es ist nicht nur das Sein oder das Nichtsein, das über die Existenzfrage entscheidet – auch der Zustand des Seins innerhalb des absoluten Nichts erweist sich, wie wir feststellen, als notwendig zulässig…Somit jedenfalls wird die größte Hürde auf dem Weg zur mehrwertigen Universallogik genommen – das klassisch-logische Argument des Seins, das mächtige Argument der puren Existenz: entweder existiert A, oder A existiert nicht – tertium non datur!

Die Gültigkeit dieses Arguments scheint unwiderleglich zu sein – es drückt die strenge, düstere Macht der zweiwertigen Logik aus und verleiht der Realität ihren eindeutigen, dogmatischen Sinn.

Gerade dieses mächtigste Argument widerlegen wir – wir zeigen, dass die Behauptung über A unvollständig ist. Wir erkennen den Grund dieser Unvollständigkeit und machen ihn auch kenntlich – wir lassen nämlich die Existenz des allgegenwärtigen Nichts zu, das durchaus Etwas enthalten kann, was nicht Nichts ist und trotzdem im Nichts (hier setzen wir den Akzent) existiert und (erneut trotzdem) mit dem Nichts identisch ist, obwohl von ihm diametral unterschiedlich. Es existiert daher etwas, was sich neben „A existiert“ und „A existiert nicht“ über A und über die Umwelt von A sagen lässt… somit existiert eine singuläre Logik, welche diese vier Existenzzustände voneinander trennt und einzeln beschreiben lässt. Es ist eine Logik, keine Poesie…

121.1.5.1) Konsequenz: Wir haben gezeigt, dass der Gründungssatz der Aussagenlogik

(i) „es gilt entweder A oder ¬A“

unvollständig ist.

Wir haben gezeigt, dass es durchaus Existenzzustände gibt, welche sich von den klassischen Werten A und ¬A unterscheiden und welche die Gültigkeit des zweiwertigen Entweder-Oder-Prinzips im Satz (i) und in der Aussagenlogik insgesamt aufheben.

Unsere Vorstellung hat sich als formgebend für die Logik erwiesen, denn das, was wir uns vorgestellt haben, gerade den Wirkungsmechanismus der zweiwertigen Logik der Wahrheitswerte abälardisiert hat.

121.1.5.2) Zusammenfassung.

Die Bezeichnung „unvollständig“ ist ein Euphemismus der logischen Sprache. Die Konsequenz (121.1.5.1) müsste eigentlich so formuliert sein:

Wir haben gezeigt, dass der Gründungssatz der Aussagenlogik

(i) „es gilt entweder A oder ¬A“

eine Lüge ist.

Eine Katastrophe…dies wäre die richtige Bezeichnung für das, was hier gerade vorgefallen ist. Eine Katastrophe der reinen Dialektik. Sang und klaglos geht die archaische Epoche auf diesem Planeten zu Ende, denn soll ich etwa stolz darauf sein, dass ich mich zu Wehr setzen und jede Gegenargumentation abfangen kann? Soll ich froh darüber sein, jedes Streitgespräch zu gewinnen, wenn ich den Mechanismus dahinter durchgeschaut und vernichtet habe?
Der zweiwertige Mechanismus der klassischen Dialektik besteht nämlich gerade darin, anhand der These der Falschheit dessen, was der Andere für wahr hält, auf die Notwendigkeit der Wahrheit des eigenen Entwurfs zu schließen.

Die Funktion der klassischen Aussagenlogik ist (daher) diabolisch: die Wahrheit der Lüge zu etablieren.

Derjenige, der als erster seine Lüge als Wahrheit bezeichnet hat, als auch derjenige, der als erster sein Land umzäunt hat (wahrscheinlich war das dieselbe Person), muss der größte Zyniker oder der größte Dummkopf aller Zeiten gewesen sein.

Der Begriff der „Wahrheit“ gehört zu den gefährlichsten und teuflischsten Erfindungen der Sprache. Es gibt jedenfalls kein Wort, das mehr Menschenleben gekostet hat. Denn die fremde Lüge zu erkennen und als solche zu markieren, fällt relativ leicht, die eigene zuzugeben, ist dagegen fast unmöglich.

Das logische Schließen, wie das Operieren mit logischen Argumenten dient also nicht dazu, die Wahrheit der Aussagen aufzuzeigen, die Gesetze der Logik dienen nicht der Wahrheitsfindung, sie dienen vielmehr dazu, die Wahrheit der Lüge vorzugaukeln, die Lüge zu veredeln, sie akzeptierbar, sie konsumierbar, sie vorschriftmäßig zu machen.
Gerade deshalb gelten die meisten Wahrheiten temporär – da sie nicht absolut sind, sind sie Lügen und gelten solange, solange ihre Falschheit durch andere, durch besser getarnte, durch schmackhafter „zubereitete“, durch schlüssigere Lügen enttarnt wird.

Die Vervollständigung, bzw. die Ergänzung unvollständiger Aussagen ist als Adaptierung der Lüge an die aktuell geltende dialektische Umstände zu bezeichnen. Alles im Rahmen des schlüssigen Systems der Falschaussagen, das innerhalb der Zweiwertigkeit der Logik kodiert, uneingeschränkt und omnipotent gilt.

Hegel, du selbstverliebter Schreiberling – so geht das Universaldenken.

Und es geht weiter, die Vögel zwitschern, es wird wärmer. Wie ist es wohl in Federath oder Würzburg?