Theorie der Zeit XXXI. Einige Anmerkungen zur Geltung der universellen Zeitlichkeit (die Entfaltung der Lochstreifen-Metapher).

von Maciej Zasada

Problemstellung:Die Gegenwart ist entweder relativ und standpunktabhängig…oder sie ist absolut und standpunktunabhängig…oder sie ist sowohl relativ als auch absolut…
Problem: die Existenz der absoluten, universalgültigen Gegenwart ist unvereinbar mit den Grundprinzipien der Relativitätstheorie…

119.) Behauptung G:Es gilt im Universum, neben der punktbezogenen, relativen, eine Gegenwart, welche sämtlichen Instanzen gemeinsam ist, und zwar völlig unabhängig von ihrer jeweiligen Position im gesamten (intergalaktischen) Raum und unabhängig von ihrem lokalen Bezugssystem.

Damit wird zugegebenermaßen nicht nur der Einsteinschen Physik, sondern auch dem, wovon ich selbst überzeugt gewesen bin, widersprochen.
Nichts ist, wie es scheint, ein für allemal gegeben, nichts endgültig auf der diesseitigen Ebene der Erkenntnis – es ist stets höchstens (etwas) „wohltemperierter“ als es bislang gewesen ist….und zwar nur unter der Bedingung, dass man etwas Glück hat 🎩, d.h. vorläufig „richtig“, oder „richtiger“ als die Anderen liegt.

119.1) Acht logische Beweise für die Gültigkeit der Behauptung G.<<<<<<<<
elbstverständlich Gründe, welche für die Relativität der Zeit sprechen – bei Gott, ich kenne sie alle und ich spreche mich nicht gegen sie aus – es gibt allerdings auch Gründe für die Absolutheit der Zeit, sie werden jedoch, seit der Veröffentlichung der SRT, kaum rezipiert. Nur wenige machen sich darüber Gedanken, was die Relativität der Zeit wirklich bedeutet, dass nämlich die Gleichzeitigkeit der Ereignisse mit den physikalischen Gesetzen der Relativität unvereinbar ist, zumindest insofern man die Gleichzeitigkeit des gesamten Universums betrachtet.

119.1.1) Anmerkung 1:Die Zeitdilatation und das Problem der Ewigkeit.<<<<<<<<
SRT infrage kommende Existenz von Objekten (wie etwa der elektromagnetischen Welle), für welche, theoretisch, die Zeitdilatation ihren maximalen Wert erreicht, für welche deshalb (selbstverstãndlich) überhaupt keine Zeit vergeht, bringt unüberwindbare Paradoxien mit sich, wie etwa die, dass die Existenz dieser Objekte nicht einmal an die Existenz des Universums (als ihres logischen Rahmens) gebunden wäre (das Licht müsste in alle Ewigkeit existieren und von der Existenz des Universums entkoppelt sein – das Licht müsste weiterexistieren, selbst nach dem endgültigen Kollaps jeglicher Existenz darin).

Das Konzept der Zeitdilatation ist problematisch – das Problem darin, die Ewigkeit. Ein System, für das die Zeit nicht vergeht, unterliegt keiner prozessualen Evolution – es ist in alle Ewigkeit konstant, unveränderlich und unabhängig von den thermodynamischen Umständen der Existenz.<<<<<<<<
h ein solches System (wie etwa Licht) in einer gegebenen Gegenwart doch beeinflussen lässt, spricht dies nicht dafür, dass es neben der Zeit im Sinne der Relativitätstheorie, eine absolute Zeitordnung existieren muss, in der die Zeitdilatation keine Rolle spielt?

119.1.2) Anmerkung 2: Der leere Raum vor dem Urknall. Die Zeit, welche vor dem Urknall existierte (siehe „Die Widerlegung des klassischen Arguments des Seins“ für den Beweis der Notwendigkeit einer solchen) war in dem Sinne absolut, als dass sie universell im absolut leeren Raum galt, in dem absolut keine Bezugspunkte und absolut keine Entfernungen zwischen den Bezugspunkten existierten (dies im Sinne der Voraussetzung eines rein geometrischen Raumes). Vor dem Zeitpunkt 0 (x,y,z,t:0,0,0,0) des materiellen Universums konnte es daher keine materielle und keine logische Grundlage der Relativität geben – die Relativität von Raum und Zeit baut nämlich auf der Existenz der materiellen, räumlich voneinander entfernten Bezugspunkten auf. Das Fehlen solcher Bezugspunkte würde daher gleichbedeutend sein, mit der Existenz der absoluten Zeit, also einer Zeit, die absolut und universalgültig innerhalb der gesamten Raumzeit gewesen sein muss.<<<<<<<<
e absolute Zeit vor dem Urknall existierte, dann fehlt der plausible Grund dafür, dass sie nach dem Urknall nicht mehr "gültig" sein sollte…

119.1.3) Anmerkung 3: Die Gegenwart des Urknalls (Zeit). Die Existenz des Zeitpunktes 0 (x,y,z,t:0,0,0,0), d.h. die Existenz einer gemeinsamen, für sämtliche Bestandteile des Universum gültigen und identischen Gegenwart des Urknalls.

Für jeden Bestandteil des Universums, positionsunabhängig, gilt der (eventuelle) Urknall (oder universeller: „der Anfang“) als ein universeller geometrischer Bezugspunkt. Dieser ist der universelle Bezugspunkt des gesamten Universums und der Zeitrechnung, welche vor dem Universum galt und nach dem Universum gelten wird.

119.1.4) Anmerkung 4: Die Entfernung zum Urknall (Raum). Die raumzeitliche Entfernung zwischen einem beliebigen Punkt des Universums und dem Urknallaugenblick (innerhalb der jeweiligen Gegenwart) beträgt stets null, denn zwischen dem aktuellen Universum und dem Urknall kein Unterschied besteht (es ist logisch unmöglich eine Grenze zwischen Universum und Urknall zu setzen). Die Entfernung zwischen einem beliebigen Punkt des Universums und Urknall beträgt deshalb null.<<<<Nichtexistenz der Zeitrechnung, welche vor dem Urknall galt, ist aus dem Grund ausgeschlossen, dass es sich im gewissen Sinne seit dem Urknall nichts verändert hat – der Urknall dauert noch an und produziert seine Effekte (unter anderen uns Menschen). Dies ist logisch selbstverständlich und kann nicht infrage gestellt werden.

119.1.5) Anmerkung 5: Gott. (theologisches Argument) Die Existenz eines in die Welt schauenden, in das Weltgeschehen involvierten und engagierten Gottes würde bestimmen, dass für Gott dieselbe Gegenwart gälte, als für seine Schöpfung. Dieses Argument ist zwar unwissenschaftlich, es ist aber für den beträchtlichen Teil der Kommentatoren bindend (wer an Gott glaubt, der muss die Existenz der universellen Zeit zulassen, sonst lässt er innerhalb seines Glaubens, die Existenz eines nicht unerheblichen logischen Widerspruchs zu – der Glaube an Gott und die Existenz der logischen Widersprüche schließen sich aber bekanntlich aus, xD).

119.1.6) Anmerkung 6: Die relativistische Positionsberechnung. Es wird zwar behauptet, dass die Gültigkeit der Relativitätstheorie anhand der Funktionsweise des GPS-Systems bewiesen werden kann, doch dies ist nur zur Hälfte wahr. Das GPS-System funktioniert nämlich vor Allem deshalb, dass die Zeitgrundlage der Positionsberechnung darin absolut ist (der systeminterne Zeitimpuls des GPS-Systems, also seine systeminterne „Gegenwart“, gilt universell: das GPS-System operiert mit der absoluten Zeitlichkeit). Die Positionsbestimmung mittels GPS erfordert also einer universell synchronisierten (absoluten) Zeit. Die Zeit zu „synchronisieren“ bedeutet aber nichts anderes als ihr eine absolute und universalgültige Gegenwart zugrunde zu legen. Wenn die Errichtung eines Systems der räumlichen (interstelaren) Positionsbestimmung irgendwann notwendig sein wird (und zwar dann, wenn Reisen im All für die Menscheit alltäglich werden, wie das heutige Autofahren etwa), dann wird sich die notwendige Unifikation des Zeitimpulses im gesamten Raum von alleine ergeben; dann wird sich die Position im Raum anhand des relativen, ortsabhängigen Zeitunterschiedes, bezogen auf das absolute Impuls der Zeit, berechnen lassen; dann wird die Existenz der absoluten Zeit und der universalgültigen Gegenwart im Raum des Universums selbstverständlich sein. Warum nicht jetzt?

119.1.7) Anmerkung 7: Universalität und Lokalität innerhalb des Universums. Die Relativität von Raum und Zeit, insbesondere die relativitätsbedingten Effekte innerhalb einer massereichen (große Massendichte bis unendlich große Massendichte einer „Anfangssingularität“ / Schwarzen Lochs) oder einer sich mit relativistischer Geschwindigkeit fortbewegenden Umgebung (evtl. anfängliche Dynamik des Urknalls), gilt nicht universell, sondern lokal. Gülte sie universell würde sich das Universum, anhand der anfänglichen Zeitdilatationseffekten in seinem Inneren (Zeitstillstand), aus seiner Anfangssingularität nicht entfalten können. Eine nichtrelativistische, absolute Zeit und eine nichtrelativistische Physik wären daher für die Entstehung des materiell-stabilen Universums unabdingare theoretische Voraussetzungen.

119.1.8) Anmerkung 8: Deterministische Zeitordnung. Die Information aus der Zukunft und die Information aus der Vergangenheit – in Abhängigkeit davon, ob wir das Licht aus der massereicherer oder aus der masseärmeren Umgebung als unserer eigenen empfangen. Wenn die Umgebung der Erde als gravitativer Mittelwert angenommen wird (dieser Wert gilt für einen irdischen Beobachter als Bezugswert, anhand dessen sich die gravitative Umgebungen voneinander unterscheiden lassen), dann vergeht die Zeit, bezogen auf diese, „langsamer“ in den Umgebungen, die höhere durchschnittliche Massendichte besitzen und „schneller“ in den Umgebungen, die niedrigere Massendichte als die Umgebung der Erde besitzen.e Massendichte-Unterschiede in den verschiedenen Regionen des Universums führten auf lange Sicht zur Generierung völlig unterschiedlicher Historien (Weltlinien) verschiedener Umgebungen darin. Nur lokal beobachtetes Universum wäre zeitlich kohärent… es gäbe keine universelle Kohärenz des gesamten Universums, das Universum wäre nicht universell, somit kein „Universum“ mehr. Manche Information erreichte uns aus der „Zukunft“, manche aus der „Vergangenheit“, bezogen auf die Zeit unserer Umgebung. Im Prinzip wäre das Universum eine echte Ansammlung, ein Multiversum.