Universallogik: Die Beschreibung des Absoluten – Perspektive Gottes als menschliche Exoperspektive.

von Maciej Zasada


Motto: Absurd ist der Gedanke, Gott würden Tanz und Bikini kränken, der Mord an den „Ungläubigen“ aber nicht.

Allein die Bedeutung des Wortes „Ungläubig“ müsste Gott doch sehr kränken.

These 1:
Sämtliche Behauptungen über Gott, über seine Existenz, seine Präferenzen, seine Taten und Absichten sind reine Spekulation. 

Es ist einfach, den wirkenden Gott für die Erfüllung der eigenen Zwecke verantwortlich zu machen, mit der Konsequenz, dass diese automatisch den Zwecken der Anderen überlegen sind. Die Existenz eines gezielt für die Erfüllung irgendwelcher Zwecke wirkenden Gottes bleibt jedoch, trotz aller Überzeugungsarbeit, eine Spekulation.

These 2:
Sämtliche Behauptungen, die Gott zugeschrieben werden, sind menschlich, damit unvollständig (damit falsch).

Sie sind in einer Sprache der partikulären Werte formuliert, obwohl sie ein universelles Wesen und seine (notwendig) universelle Werte betreffen. 


These 2.1:
Gott ergreift keine Partei, denn damit würde er sich selbst widersprechen und die logische Integrität seiner Schöpfung infrage stellen. 

Gott schließt nichts und niemand aus.
Damit verstöße er nämlich gegen die Vollständigkeit seiner eigenen Schöpfung.

Dass Menschen immer wieder dumm genug sind, sich vorzustellen, dass der Ausschluss des Fremden (des Bösen) alle Probleme der Welt lösen würde, kann ich mir vorstellen, aber ich weigere mich daran zu glauben, dass Gott, seine Existenz vorausgesetzt, genauso dumm wäre wie wir Menschen.

Wenn Gott jedoch nicht dumm ist, dann hat er das Universum in vollem Bewusstsein seiner Vollständigkeit erschaffen. Das Universum muss aber vollständig sein, um überhaupt zu existieren. Wäre es unvollständig, wäre seine logische Grundlage ebenfalls unvollständig und Gott ein Pfuscher.

Gott, der das Universum in vollem Bewusstsein seiner Vollständigkeit erschaffen hat, kann kein ausschliessender Gott sein, denn die Vollständigkeit des Universums gleichbedeutend ist, mit der logischen Vollständigkeit, mit der Vollständigkeit, die alles umfasst: das Gute, wie das Böse; das Kluge, wie das Dumme; das Freundliche, wie das Feindliche; das Materielle, wie das Geistige. Nur ein vollständiges Universum kann auch universell sein…ein nichtuniverselles Universum wäre hingegen beliebig (und kein…Universum). Es ist daher krass unlogisch und ur-menschlich, die universelle Instanz Gottes für den Zweck der Begründung und der Erhaltung der eigenen Partikularität zu missbrauchen. Pfui.
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Es erweist sich als bedeutsam, eine externe Perspektive auf das Menschliche – auf unsere Probleme, auf unsere Konflikte, auf unsere Dilemmata, auf unsere Entfaltung und nicht zuletzt auf unsere traditionelle Dummheit – zu erlangen. In dieser Hinsicht kann sich die Vorstellung eines existierenden Gottes als durchaus positiv erweisen, völlig unabhängig von der Tatsache seiner faktischen Existenz. Nicht ein rational denkender Mensch, sondern ein dümmlicher Affe zu sein, ist nämlich des Menschen Naturell und es ist nur eine Frage der Zeit, dass wir, zum wiederholten Mal, von den Umständen gezwungen oder von den Umständen motiviert, wie die Affen denken und handeln müssen und wollen werden. Die Perspektive eines universellen Gottes würde daher besonders gut als eine universelle Plattform im Sinne einer Exoperspektive (107.) funktionieren (die Exoperspektive eines universellen Gottes wäre jedoch bestimmt nicht die des „einzig wahren“ Gottes, dessen Universalität durch die missionierende „Lehre“ den „Ungläubigen“ aufzuzwingen wäre – wie es beispielsweise die archaische Philosophie des kämpfenden Islams will…die Idee der Exoperspektive wäre in der Tat eine echte Alternative zu diesem einfältigen Universalismus).

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