Der Beweis der Widersprüchlichkeit der klassischen Logik.

von Maciej Zasada

In 85.0.0 behaupten wir, dass nur eine Logik, welche innerhalb ihres eigenen Prinzipienraumes konsistent ist, als eine vollwertige betrachtet werden kann.

Wir haben anschliessend gezeigt, dass das klassische Prinzip „tertium non datur“ inkonsistent sei, wodurch sich die Möglichkeit ergab, die Gültigkeit der These der Annahme 85.0.0 für klassische Logik zu überprüfen. Das Prinzip „Tertium non datur“ ist nämlich für den Ausschlussmechanismus der klassischen Logik essenziell und trägt somit entscheidend zur Bildung ihres Prinzipienraumes bei.

Mit anderen Worten: ist die Inkonsistenz dieses Prinzips bewiesen, ist die Unvollständigkeit und Widersprüchlichkeit der ausschliessenden Wahrheitslogik insgesamt offensichtlich.

Nun, aus der Perspektive derjenigen, welche das Lügner-Paradoxon überwunden haben, ist es uns gestattet zu behaupten, dass die Existenz der „unüberwindbaren“ Paradoxien innerhalb der klassischen Logik ein Zeichen dafür ist, dass sie selbst als Logik unvollständig und „paradox“ sei.
Dies zeigt sich vor allem darin, dass der Anspruch der eigenen Absolutheit durch diese Logik nicht befriedigt werden kann. Ausschliessende Wahrheitslogik gestattet nämlich parallele Geltung diametral entgegengesetzter Wahrheiten, deren jeweilige Absolutheit mittels logischer Mechanismen jeweils einwandfrei bestätigt wird (Dialektik).
Dies führt dazu, dass jede Lüge, dass jeder Unsinn, dass jede freche und unbegründete Unterstellung als ein Abbild der reinen Wahrheit dargestellt werden kann.
Jede Behauptung der Absolutheit, welche innerhalb eines logischen Systems ausgesprochen wird, eines logischen Systems, das als solches  innerhalb der Universallogik besteht und mit den Kategorien der „Wahrheit“ und der „Falschheit“ operiert, muss nämlich notwendig zur Entstehung der Möglichkeit einer absoluten und unwiderlegbaren Wahrheitsdialektik führen.
Der Grund dafür ist einfach: wenn eine Information, welche aus Prinzip (und dadurch, dass sie einer universallogischen Kategorie angehört) durch keinen logischen Wahrheitswert bezeichnet wird, einen solchen aufgesetzt bekommt, dann kann die Wahrheit oder Falschheit dieser Bezeichnung logisch einwandfrei begründet werden (vorausgesetzt ein logischer Mechanismus zur Verfügung steht, der die Wahrheit von der Falschheit unterscheidet und Aussagen nach der jeweiligen kategorialen Zugehörigkeit separiert – dies ist bei WL der Fall). Dadurch jedoch, dass die Mechanismen der übergeordneten Logik auf der untergeordneten Ebene nicht restriktiv ausgesetzt werden können (sie sind unabhängig davon gültig, ob und welche logische Mechanismen auf der Ebene der untergeordneten Logik entworfen werden oder gültig sind), gelten sie weiterhin und bestimmen weiterhin die logische Grundlage der Wirklichkeit.
Dies konkret führt im Falle der ausschliessenden Wahrheitslogik dazu, dass darin eine unwiderlegbare Begründung einer beliebigen Behauptung, als auch ihrer jeweiligen Negation parallel möglich ist.
Dies ist der Grund der Existenz gleichzeitig geltender, sich zuweilen erbittert bekämpfender Wahrheiten: sie alle lassen sich innerhalb des Prinzipienraumes der ausschliessenden Wahrheitslogik als Tautologien darstellen. Jeder Krieg, jeder Dialog, in dem es um eine singuläre Wahrheit geht, ist daher gleichermaßen „logisch“, wie sinnlos: eine Unterteilung in „wahr“ und „falsch“ existiert nämlich auf der nächst höher gelegenen logischen Ebene nicht, und diese Nichtexistenz gilt als logisches Prinzip paradoxerweise auch diesseits der Ebenengrenze, und zwar obwohl es uns, die im Prinzipienraum der klassischen Logik operieren, unsinnig und völlig inakzeptabel erscheint…Jede Aussage, unabhängig davon, ob sie nun wahr oder falsch ist (aussagenlogisch), gehört notwendig der universallogischen Kategorie der Informationen. Die Unterscheidung der Informationen in wahre und falsche, hat innerhalb dieser Kategorie keinen Sinn.

 Wir konnten uns überzeugen, dass eine klassisch-logische Paradoxie erst dann lösbar ist, wenn die Prinzipien der klassischen Logik überwunden werden.

Die Existenz der Ebenen, auf denen die Paradoxien überwunden werden (wie die logische Kategorie der Informationen bspw.) ist auf der einen Seite ein Zeichen dafür, dass die Paradoxien der klassischen Logik nur innerhalb der klassischen Logik existieren, und auf der anderen dafür, dass die klassische Logik unvollständig ist (denn das System der klassischen Logik wird durch die universale „Ebene“ und ihre paradoxieauflösende Wirkung vervollständigt).

Zusammenfassend lässt sich behaupten, dass die ausschliessende Wahrheitslogik kein Konsistenzkriterium einer vollwertigen Logik erfüllt (85.0.0 Annahme 0), somit nicht als Logik im Sinne einer widerspruchsfreien (paradoxiefreien) und vollständigen (nicht vervollständigungsfähigen) Logik zu bezeichnen ist.

86.) Das universallogische Konsistenzkriterium: Das einzige logische Konsistenzkriterium betrifft die Vollständigkeit der Aussagen.