Theorie der Zeit XXVII. Kausalität und Gegenwart. Ordnungsprinzipien und Antagonismen.

von Maciej Zasada

Es wird hier versucht die Erklärung dafür zu finden, warum es die Kausalität innerhalb der Zeit und warum es (zugleich) die Gegenwart gibt, welche einerseits an der Kausalität beteiligt (und zwar als Bestandteil der Beobachter-Perspektive), andererseits an Kausalität nicht beteiligt ist (kein Bestandteil der Raumzeit und als solche universell und absolut, d.h. nicht „zeitlich“ – s. 78.1.5)), welche zudem einerseits streng standpunktbezogen ist, andererseits räumlich disloziert, und welche dennoch überall simultan stattfindet.
Mit anderen Worten werden wir hier versuchen, den Grund für die gleichzeitige Geltung der Relativität und der Absolutheit der Zeit zu finden.

Laut „63.) Definition der Universalzeit“ ist die Universalzeit der Träger der gesamten Wirklichkeitsinformation. Wenn wir diese Definition für gültig erklären, entscheiden wir gleichzeitig, dass die Information das wichtigste an der Wirklichkeit ist…und wenn wir schon mit dem Ableiten und mit dem Schlussfolgern soweit gekommen sind, dann fehlt uns nur noch ein kleiner Schritt, um zum Schluss zu gelangen, dass die Beantwortung der Frage, nach welchem Übertragungsprotokoll die Information der Wirklichkeit gespeichert und ausgelesen wird, essenziell ist für das Verständnis ihrer Objekte, ihrer Prozesse, ihrer Ereignisse und deren wechselseitiger Verhältnisse.
Und tatsächlich (wer hätte es gedacht?) sind wir mittlerweile in der Lage, diese entscheidende Frage hinlänglich zu beantworten. Zumindest innerhalb unserer Theorie (als eines autarken und überaus leistungsfähigen Denkmodells*).

76.) Proposition: Innerhalb der Wirklichkeit existieren simultan zwei Übertragungsordnungen der Information.

1. Die serielle (sequenzielle) Information-Übertragungsordnung (77.)
2. Die parallele Information-Übertragungsordnung (78.)

 

77.) Die serielle (sequenzielle) Information-Übertragungsordnung.

77.1) Die serielle Information-Übertragungsordnung gilt generell innerhalb der Effektzeit.

77.1.1) Durch die serielle Information-Übertragungsordnung können sich kausale Verbindungen zwischen den Ereignissen bilden.
Die Kausalität kann ausschliesslich innerhalb der Systeme entstehen, welche auch über eine vollständige und symmetrische Zeitlichkeit verfügen. Eine solche Zeitlichkeit beinhaltet selbstverständlich die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft.

77.1.2) Durch die serielle Information-Übertragungsordnung entsteht Raum und Materie.
Raum und Materie bilden den logischen Grund der Kausalität. Sie beinhalten sowohl die ersten Ereignisse der Vergangenheit, als auch die letzten Ereignisse, welche sich in Zukunft zutragen werden. Sie beinhalten sämtliche kausalen Verbindungen der gegenwärtigen Ereignisse, welche durch die erste Ursache bedingt und welche den letzten Effekt bedingen werden.

Sowohl der Raum, als auch die Materie sind aus der Perspektive der Gegenwart Bestandteile der Raumzeit und gehören dem Wirkungsbereich der Relativitätstheorie.

77.1.3) Die Funktion der seriellen Übertragungsordnung: Die serielle Information-Übertragungsordnung bedingt einerseits die Existenz der Effektzeit, andererseits die Existenz der Kausalität und der Relativität der Verhältnisse innerhalb der Wirklichkeit.

 

78.) Die parallele Information-Übertragungsordnung.

78.1) Die parallele Information-Übertragungsordnung gilt generell für die Gegenwart der Universalzeit.

78.1.1) Parallele Information-Übertragungsordnung ermöglicht, dass im gesamten Universum eine einzige Gegenwart existiert, welche zwar im gesamten Raum verteilt ist, welche aber (trotzdem) überall simultan und absolut synchron stattfindet (was nur durch Parallelität der Informationsübertragung möglich ist).

Der Ordnungsprinzip der Wirklichkeit und ihr innewohnende Antagonismus ist die gleichzeitige Gültigkeit der sequenziellen und der parallelen Information-Übertragungsordnung und daraus resultierende Gleichzeitigkeit der Relativität und der Absolutheit der Verhältnisse innerhalb der Wirklichkeit.

78.1.2) Um eine überall im Raum synchron gekoppelte Gegenwart  zu gewährleisten, muss die Universalzeit über eine universelle Periodizität verfügen.

Die Universalität der Taktung müsste für den gesamten Raum des Universums bindend sein. Die Frage stellt sich, ob die Periodizität generell eine Eigenschaft der Zeit sei, und wenn ja, welche Periodizität für den Zweck der Universalzeit in Frage käme?

78.1.3) Die Periodizität der Universalzeit könnte durch die zyklische Periodizität des universellen Raumes (des Universums) bestimmt sein. Der zyklische Rhythmus seiner Entfaltung und Kontraktion gäbe den Takt.
Die Dauer des Universums wäre für die allgemeine Gültigkeit der universellen Taktung irrelevant: warum? – siehe 78.1.5 gleich unten).

78.1.4) Behauptung: Die Gegenwart ist kein Bestandteil der Zeit, sie wird daher nicht durch die Entropie und nicht durch den Zeitverlauf beeinflusst. Die Systeme und Instanzen der Gegenwart „dauern“ in alle Ewigkeit.

78.1.5) Beweis: Die Gegenwart ist der Bereich der Realität, an dem die Begriffe „Zeitdauer“, „Zeitverlauf“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nur insofern einen Sinn besitzen, inwiefern sie erinnert und / oder vorgestellt werden (Augustinus). Als Begriffe, welche konkrete physikalische Zustände oder Größen betreffen, sind sie innerhalb der Gegenwart sinnlos. Wenn daher, innerhalb der Gegenwart, eine Instanz existiert, dann findet ihre Existenz nicht innerhalb der Zeit statt. Für sämtliche Instanzen, welche innerhalb der Gegenwart existieren gilt, dass sie die Begriffe „Zeitdauer“, „Zeitverlauf“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht betreffen. Sie existieren daher außerhalb der Zeit – in der Gegenwart – und nicht in der Vergangenheit, in der die Dinge entstehen, dauern und vergehen, und nicht in der Zukunft, in der die Dinge noch nicht entstanden, nicht gedauert und nicht vergangen sind.

Was nicht entsteht, nicht dauert und nicht vergeht, nicht entstanden ist und nicht entstehen wird (außer wenn es entscheidet, sich einem Körper im Raum anzuschliessen), aber zweifelsohne ist (existiert)…ist unsterblich und ewig**, was zu zeigen war.

78.1.6) Die Funktion der parallelen Übertragungsordnung: Die parallele Information-Übertragungsordnung bedingt einerseits die Existenz der Universalzeit, andererseits die Existenz der Gegenwart.

_______________________

*) Dass unsere Theorie leistungsfähig ist, sind wir durchaus berechtigt zu behaupten; sie leistet, was andere Theorien nicht leisten und sie leistet es bereits auf der einfachsten semantischen Ebene, ohne dazu etwa mathematische Instrumente zu benötigen.

**) Dies sollte kein esoterisches G’schmäckle haben – „unsterblich“ und „ewig“ erscheinen Dinge der Gegenwart aus der Perspektive der Effektzeit, sobald mit dem Begriff „Universalzeit“ operiert (gedacht) wird, verliert sich ihre übernatürliche „Metaphysik“ (oder die Metaphysik verliert die Einführungsstriche).