Theorie der Zeit (VIII). Die Gegenwart als Teil des Universums.

von Maciej Zasada

Durch das Modell des kontrahierenden Universums ergibt sich eine Vorstellung von der Struktur des Universums, die formal klar und stringent ist. Die Klarheit dieser Vorstellung ist innerhalb des Expansionsmodells unerreichbar. Dies hat jedoch einen Preis – viele Vorstellungen und funktionierende Verallgemeinerungen werden neu gedacht werden müssen. Auch die Vorstellung von der Zeit als einer physikalischen Größe wird sich im neuen Kontext nicht ohne Weiteres aufrechterhalten lassen.
Der Raum und die Zeit werden verschmelzen – die Zeit, wie wir sie heute kennen und messen, wird als ein Parameter der Vergangenheit vollständig im Raum aufgehen. Die Begriffe „Realität“ und „Wirklichkeit“; „Geist“ und „Materie“ oder „Gegenwart“ und „Vergangenheit“ werden getrennte Instanzen benötigen und sich dadurch klar voneinander unterscheiden lassen. Manche Veränderungen werden kaum wahrnehmbar, manche wiederum grundlagenstörend sein.

35.) BehauptungIm gesamten Universum gilt eine einzige Gegenwart.

Unabhängig davon, wo sich ihre jeweiligen Instanzen (im Raum) befinden: die Gegenwart findet überall synchron im demselben (maximalen) raumzeitlichen Abstand zum Urknall statt. Das heißt, dass die Gegenwart ein Phänomen ist, das zwar ein integraler Bestandteil des Universums ist, das aber keine Schnittmenge mit der Raumzeit besitzt (womit klargestellt wird, dass sie Materie nicht betrifft, womit wiederum klar wird, dass sie im quantenmechanischen Experiment nicht auf die Experimentanordnung, sondern auf den Beobachter wirkt).

35.1.) Definition der Gegenwart: Die Gegenwart ist ein geometrischer Punkt am Ereignishorizont (im Brennpunkt) des kontrahierenden Universums. Sie ist der raumlose Ort, an dem die quantenmechanische ψ-Funktion kollabiert und der einzige Ort, an dem Realität stattfindet.

35.1.1) Anmerkung i: die Gegenwart ist nicht räumlich, sie muss daher nicht an einem einzelnen Ort stattfinden. Besäße sie räumliche Eigenschaften, müsste sie es.

35.1.2) Anmerkung ii: die Gegenwart besitzt Instanzen, sie selbst ist aber keine singuläre Instanz. Der Raum des Universums entstand aus dem Grund, dass die Gegenwart keine Instanz ist und keinen Ort besitzt. Besäße Gegenwart einen singulären Ort, wäre ein materielles Universum, in dem die Gegenwartsinstanzen im Raum verteilt existieren, nicht möglich.

35.1.3) Anmerkung iii: Es ist offensichtlich der Fall, dass die Gegenwart Ortsunabhängig ist (es gibt räumlich getrennte Gegenwartsinstanzen).

35.2) Definition der Gegenwartsinstanz: Eine Gegenwartsinstanz ist eine immaterielle Entität, die an den Ereignissen der Realität unmittelbar beteiligt ist.

35.3) Jede Gegenwartsinstanz ist von der Raumzeit umgeben.

35.4) Die Raumzeit, welche die Gegenwartsinstanzen umgibt und untereinander trennt, bewirkt, dass sich sämtliche Gegenwartsinstanzen in der Vergangenheit sehen, obwohl ihre Realitäten an sich synchron ablaufen.

35.5) Jede einzelne Gegenwartsinstanz ist selbstidentisch.

35.6) Jede einzelne Gegenwartsinstanz ist real.

35.7) Die Menge sämtlicher Gegenwartsintanzen ist selbstidentisch.

36.) Die Zeit betrifft ausschließlich Ereignisse, die im Raum stattfinden.