Gewitterkind. Die dunkle Seite von Google’s Effizienz.

von Maciej Zasada

  

  
Neulich entschied ich mich, auf Yahoo umzusteigen.
Google verlangte nämlich von mir, dass ich seiner neuen Richtlinie zustimme. Wie es schon vor ein Paar Monaten mit Facebook gewesen, sagte ich mir: das wars mit unserer Freundschaft, Google.

Ich besitze kein Facebook-, kein Whatsapp- und kein Google-Konto mehr.

Und Euch rate ich folgendes:

Nicht dazu kommen lassen, dass Eure Anfragen bei Google und Eure übrige Aktivität im Netz überwacht werden. In einer mechanischen Gesellschaft, in der die Interessen der Teilnehmer für die Optimierung des Profits analysiert werden, werden alle Versuche der Entwicklung neuer Ideen automatisch mitkontrolliert. Es wird bald möglich sein, nicht nur das Kaufverhalten, sondern die Gedanken- und Ideenentwicklung global zu überwachen.

Die Fragen, welche man stellt, sagen nämlich alles über das, wohin man denkt. 

Es ist für die Internetmogule ein Leichtes, statistische Methoden zu entwickeln, welche die Entstehung neuer Ideen global überwachen. Denken wir dabei, als Beispiel, an die Überwachung der Entwicklung neuer Apps – diese werden schliesslich von ihren Entwicklern im Netz kräftig „erfragt“ (zum Beispiel um festzustellen, ob es sie bereits irgendwo gibt). Die Information über ungewöhnliche Anfragen, oder über Fragen, die wenige Antworten erhalten (weil sie vielleicht noch nie gestellt worden sind), könnte auf der globalen Ebene wertvolle Aussagen über die künftige Entwicklung oder über den momentanen „Zustand“ der Gesellschaft enthalten. Diese Information wäre für eine totalitäre Macht von unschätzbarem Wert. Und ein das Netz auswertender Totalitarismus ist mit Google & Co jederzeit realisierbar.

Ich sehe die Anfänge eines solchen darin, dass mir beim lesen der Nachrichten über den Geburtenzuwachs in Sri-Lanka immer die gleiche, penetrante Werbung eines Fahrradhändlers aufgetischt wird, die auf mein „Interessenspektrum“ „optimiert“ wurde (und darin, dass ich plötzlich überall Cookies akzeptieren muss, welche (Kybernetik!) die Werbung informieren, dass ich bestimmte Seiten häufiger besuche, als andere und dass sich die Platzierung bestimmter Werbeinhalte dort mehr lohne als woanders).

Ich halte diese Entwicklung für gefährlich und falsch, aber (Gottseidank) „alles was ein Anfang hat, wird auch ein Ende haben“.

Ich scheiße solange auf Google.