Theorie der Zeit (VI). Die Entstehung des Raumes II. Die Gesetze der Zeit.

von Maciej Zasada

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34.2) Behauptung 2.
Jedes Ereignis wird sowohl kausal, wie kontrakausal bewirkt, denn jedes Ereignis wird sowohl von der Gesamtheit seiner historischen Ursachen, als auch von der Wahrscheinlichkeitsdichte, welche bis zum Augenblick seines Auftretens seine Zukunft bildet, bewirkt.

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Bild: Der vollständige Kausalitätsbezug eines Ereignisses.

Auch das allererste Ereignis im Universum musste sowohl eine kausale, als auch eine kontrakausale Ursache besessen haben, denn seine Existenz, auch zu dem Zeitpunkt, als sie noch nicht ein Faktum gewesen ist, bereits ein Bestandteil der „Möglichkeitensammlung“ der Zukunft gewesen sein muss (das allererste Ereignis wurde also, bevor es stattfand, mindestens kontrakausal bedingt). Über die kausale Ursache des ersten Ereignisses (eine Ursache, welche, als dieses Ereignis zum Zeitpunkt x erfolgte, in seiner Vergangenheit lag) lässt sich trefflich streiten, doch auch sie musste vorhanden sein, denn nichts kann existieren, ohne verursacht zu sein.

Wir erkennen, dass die Zukunft, die Möglichkeit eines jeden Ereignisses vom Anfang bis zum Ende aller Dinge beinhaltet und dass sie auch dann existierte, als das Universum noch nicht entstanden ist, denn auch dann lag dieses als eine mögliche Entwicklung der Zukunft vor.
Alles, was entstanden ist, oder entstehen wird, lag immer schon als Wahrscheinlichkeit innerhalb der Zukunft vor; alles, was vergangen ist, bleibt für immer ein Teil der Vergangenheit.

Das, was dauerhaft innerhalb der Gegenwart residiert, entsteht und vergeht nicht, muss aber, um in der Wirklichkeit zu wirken, eine Verbindung mit der Materie eingehen.

34.3) Behauptung 3. Ohne die existente Zeit wäre jegliche Existenz undenkbar. Die Zeit ordnet nicht nur, sie ist gleichzeitig die logische Bedingung von Allem.

Die Gesetze der Zeit.

34.3.1)  1. Gesetz der Zeit: Alles, was je war, was ist und was je sein wird, existierte seit Anfang aller Dinge als eine Potenzialität im Raum des Wahrscheinlichen. Nichts, was je war, was ist und was je sein wird, kann daher als vollständig nichtexistent bezeichnet werden.

34.3.2) 2. Gesetz der Zeit: In der Zukunft liegt die Wahrscheinlichkeit von Allem. In der Vergangenheit die Gewissheit des Gewesenen. Die Gegenwart ist real.

Nachdem die ersten zwei Gesetze der Zeit formuliert sind, verstehen wir den Grund der Existenz der Daseinsräume im Universum.

34.3.3) 3. Gesetz der Zeit: Das Universum beinhaltet drei Daseinsebenen: die Realität der Gegenwart, die Wirklichkeit der Vergangenheit und die Wahrscheinlichkeit der Zukunft.

34.3.3.1) Die Bestandteile der Wirklichkeit können nicht erzeugt oder vernichtet werden. Sie können miteinander verbunden oder voneinander getrennt werden. Sie können höchstens Dinge bilden. Diese höchstens transformieren (Trans-Formation ist die einzig mögliche Mutationsform innerhalb der Raumzeit).
Dies alles, weil die Wirklichkeit eine Daseinsebene des Vergangenen / des Unveränderlichen ist. Die Bestandteile der Wirklichkeit benötigen deshalb den Raum, um zu existieren. Die Trägheit überwiegt in der Wirklichkeit.

34.3.3.2) Die Daseinsebene der Wahrscheinlichkeit beinhaltet alle künftigen Bestandteile des Universums und all diejenigen, welche sich vielleicht nie ereignen werden. Entweder existieren sie oder sie vergehen unwiderruflich. Wenn sie existieren, dann im unscharfen Zustand, in dem all ihre möglichen Zustände sich überlagern. Die Daseinsebene der Wahrscheinlichkeit kollabiert für die betroffenen Bestandteile in dem Augenblick, in dem sich ihre singuläre Gegenwart entscheidet. Ab diesem Augenblick gehören sie der Wirklichkeit.
Die betriebsame Wirksamkeit überwiegt in der Daseinsebene der Wahrscheinlichkeit.

34.3.3.3) Wenn wir behaupten, dass die Existenz der Bestandteile der Realität sich innerhalb der Gegenwart abspielt, dann behaupten wir, dass diese Existenz im raum- und zeitlosen Zustand erfolgt.
Wir behaupten damit, dass es neben dem materiellen Dasein, neben dem Dasein innerhalb der Wahrscheinlichkeit der Zukunft, ein transphänomenales Dasein existiert.

Ich behaupte das, denn ich bin es. Nicht meine Haare, nicht mein Körper, nicht meine Galle, nicht mein Gehirn, nicht mein Blut, nichts von dem kann Purusha sein.
Auch dann nicht, wenn man mein Gehirn elektrisch stimuliert, etwaige Reaktionen erwartet und sie auch beobachtet. Nichts bin ich, außer ich, der mit dem materiellen Körper und seinen Bestandteilen nichts zu tun hat (wie ich auch nichts mit der Ampel an der Strasse zu tun habe). Es ist so, denn mein materieller Körper mehr mit der Ampel an der Strasse gemeinsam hat, als mit mir.

Deshalb überwiegt Freude in mir.