Theorie der Zeit (IV). Prozess und Materie.

von Maciej Zasada

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Erinnern wir uns:
Definition des Raumes:
Der Raum ist die Gesamtheit der Ortskoordinaten der Vergangenheit.

Indem ich die Position eines jeden Beobachters in der Gegenwart verorte, entscheide ich gleichzeitig, dass der Raum, in dem sich die Wirklichkeit des Beobachters abspielt, bezogen auf diese Gegenwart, vollständig in der Vergangenheit liegt, denn nichts, was in Zukunft oder Vergangenheit liegt, kann vor oder gleichzeitig mit dem Augenblick der Gegenwart geschehen. Auch dann, wenn die singuläre Gegenwart keine universelle Größe ist, so hängt die Kausalität des Gesamtgeschehens im Universum von diesem singulären Punkt ab.
Feststellung: Unabhängig von der jeweiligen Entfernung ihrer Quelle vom Beobachter, entstehen sämtliche Signale der Wirklichkeit, wie die materielle Wirklichkeit selbst, in der Vergangenheit.

20.) Die Dinge des Universums können generell in zwei Daseinszuständen existieren: im materiellen Prozesszustand und im immateriellen Prozesszustand.

Diese zwei Daseinszustände reichen aus, um die Existenzmerkmale sämtlicher Dinge des Universums zu beschreiben, denn sämtliche Dinge des Universums bestehen entweder (1) aus Materie und sind materielle Effekte einer kausalen Entwicklung, oder führen durch ihre Wirkung zur Entstehung solcher Effekte, oder (2) bestehen nicht aus Materie und sind Effekte einer kausalen Entwicklung oder führen durch ihre Wirkung zur Entstehung solcher Effekte.

21.) Sämtliche Dinge des Universums sind entweder selbst Prozesse oder sind durch Prozesse entstanden.

Die primäre Existenzeigenschaft der Dinge des Universums ist ihr Dasein als Prozess. Unabhängig davon, ob sie riesige Gasplaneten, Sterne, Staub oder Weinflaschen sind, sind sie entweder Effekte einer kausalen Entwicklung oder befinden sich selbst innerhalb eines Prozesses (Prozesses der Manifestation, der Mutation (Transformation) oder der Erhaltung).
Wir sehen: Das Dasein innerhalb eines Prozesses ist das wichtigste Existenzmerkmal der Dinge innerhalb des Universums.

22.) Die sekundäre Eigenschaft der Dinge des Universums – ist ihr distinktives Merkmal der Materialität.

Dinge, die im Universum stattfinden, bestehen entweder aus Materie oder sie bestehen nicht aus Materie. Sie sind allerdings alle Effekte einer kausalen Entwicklung oder führen durch ihre Wirkung zur Entstehung solcher Effekte. Die primäre Eigenschaft der Dinge des Universums ist daher ihr Dasein als, oder ihr Dasein innerhalb eines Prozesses; die sekundäre Eigenschaft der Dinge des Universums ist ihre Materialität oder Immaterialität.
Wir erkennen, dass alles im Universum entweder (1) ein Effekt eines Prozesses oder selbst ein Prozess ist, oder (2) entweder aus Materie oder nicht aus Materie besteht.

Wir können uns nun, da wir die Grundstruktur des Universums verstanden haben, den daraus folgenden Konsequenzen widmen.

23.) Wir erkennen, dass die Materie nur innerhalb des Raumes existieren kann.

23.1) Der Raum ist die notwendige Voraussetzung der Existenz der Materie – die primäre Eigenschaft der Materie ist nämlich ihre räumliche Ausdehnung.

23.2) Definition der Materie:
Als Materie bezeichnen wir all diese Bestandteile des Universums, welche räumliche Eigenschaften besitzen oder durch ihre Wirkung, Effekte im Raum erzeugen.

24.) Wir erkennen, dass die Prozesse nur innerhalb der Zeit ablaufen können.

24.1) Die Zeit ist die notwendige Voraussetzung der Existenz der Prozesse – die primäre Eigenschaft der Prozesse ist ihre zeitliche Ausdehnung.

24.2) Definition des Prozesses:
Als einen Prozess bezeichnen wir jede innerhalb eines bestimmten Zeitabschnitts erfolgende (erfolgte) kausal bedingte Zustandsveränderung.

Jede Wirkung einer Ursache A, welche die Entstehung eines Effektes B zufolge hat, geschieht im Universum in der Zeit (im Sinne 27.). Jeder kausale Vorgang ist daher ein Prozess. Jede einzelne Wechselwirkung zwischen beliebigen Agenten des Universums ist daher ein Prozess.

Kommentar:
In 23.) und 24.) erkennen die Verbindung zwischen der Abhängigkeit der Materie vom Raum und der Abhängigkeit des Prozesses von der Zeit. Auf gleiche Weise, wie die Materie von der Existenz des Raumes abhängig ist, sind die Prozesse von der Existenz der Zeit abhängig.

Kommentar:
Die Zeit existiert in zwei Formen: 1. als ein Prozess (erlaubt die Abläufe als solche wahrzunehmen und ihre Kausalität, d.h. die Dauer und die Reihenfolge der Ereignisse, zu erkennen); 2. als Dimension (erlaubt die Konstituierung und die Manifestation des Raumes, der Materie und der Prozesse).

25.) Der Zeitablauf ist die notwendige Voraussetzung der Existenz des Prozesses und der Existenz des Raumes – die primäre Eigenschaft der Prozesse ist ihre zeitliche Ausdehnung; die primäre Eigenschaft des Raumes ist seine Existenz innerhalb der Vergangenheit.

26.) Der Zeitablauf, der beim Verlauf der Prozesse erfolgt, generiert die Vergangenheit. Die Vergangenheit generiert den Raum.

27.) Definition der Zeit als eines Prozesses:
Der Zeitablauf ist ein Prozess, der sich innerhalb der Gegenwart vollzieht.
Den Zeitablauf charakterisieren wir als kontinuierliche Erzeugung der Vergangenheit, welche aus der Perspektive der Gegenwart eines Beobachters erfolgt und deren Ursache in dem Zustandekommen der im Augenblick der Gegenwart wahrscheinlichsten Ereignisse liegt.

28.) Definition der Zeit als Dimension:
Die Zeit ist die Plattform, welche sowohl die Existenz der Prozesse innerhalb des Universums und des Universums als eines Prozesses; als auch die Existenz des Raumes und der Materie bedingt. Die Zeit bildet die Daseinsebenen der Realität, der Wirklichkeit und der Wahrscheinlichkeit. 

29.) Die Zeit ist somit die Verbindungsmenge zwischen dem immateriellen Geist und der Materie. Die Zeit bedingt beider Existenz.
Die Ebene der Manifestation des Universum im Allgemeinen und all seiner Bestandteile im Einzelnen ist die Zeit.

30.) Das „fließen“ der Zeit wird an den konstant ablaufenden Prozessen sichtbar. Der Referenzpunkt dieser Prozesse, der unbewegter Punkt, an dem sie als „Prozesse“ erkannt werden, ist die individuell erlebte und die universell geltende Gegenwart (universell geltende Gegenwart…seien Sie gespannt).