Über die Universalität der Universallogik.

von Maciej Zasada

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These 1: Die Universalität muss, als notwendige Eigenschaft, jeder Logik vorausgesetzt werden.

These 2: Die Wertfreiheit muss, als notwendige Eigenschaft, der Universallogik vorausgesetzt werden.

Ad 1.) Wäre die Logik nicht universell, gälte jede einzelne Logik für sich.
Es wäre dann möglich, unangreifbare logische Systeme zu errichten, deren Sätze zwar für sich gültig, aus der Perspektive der Gültigkeit anderer logischen Systeme dennoch falsch wären (Ludwig Trepl bezeichnet solche logische Systeme als "moderne Logiken", ich nenne sie z.B. IS)

Ad 2.) Wäre die Logik nicht wertfrei, wäre der Satz "Die Sätze der Logik sind Tautologien" allgemeingültig und beträfe jeden gültigen Satz der Logik, auch diejenigen, welche sich gegenseitig ausschliessen.
Es muss aber in der Welt eine logische Instanz geben, welche die eindeutige Entscheidung ermöglicht, welcher Satz nun ein gültiger Satz der Logik ist, und welcher nicht.
Diese Instanz muss vollständig wertfrei und universalgültig sein.
Anhand der Betrachtung durch das Prisma dieser Instanz müssen sich nämlich Entscheidungen treffen lassen, welche den logischen Gehalt der Sätze und nicht etwa den Wahrheitsgehalt ihrer Aussagen betreffen.
Wäre das Gegenteil der Fall, müsste sich anhand der Aussagen der Sätze (hier: anhand des Wahrheitsgehaltes der Aussagen) entscheiden lassen, ob sie nun Sätze der Logik sind, oder nicht. Aber dann würde die Behauptung "Die Sätze der Logik sind Tautologien" dazu führen, dass jede korrekt formulierte, wahrheitsfähige Aussage, potenziell ein Satz der Logik wäre*, was nicht sein kann.
Wir sehen: Fehlt die logische Instanz der Entscheidung, kann die Entscheidung, ob ein gegebener Satz ein gültiger Satz der Logik ist, nicht (eindeutig) getroffen werden.

Die Instanz, von der die Rede ist, ist die Universallogik.

Der erste Satz dieser Logik sieht wie folgt aus:

A = A

Anhand der Selbstidentität lässt sich nicht nur die Wahrheit der gegebenen Aussagen validieren, es lässt sich beispielsweise auch die Existenzfähigkeit und die Tatsache der Existenz der Gegenstände oder Zustände – ihre Faktizität im Realen – feststellen.
Dies führt weiter:
https://perspektivenlogik.wordpress.com/2015/10/18/purusha-die-lehre-vom-universum/

Dadurch, dass sich Sätze bilden lassen, die logisch gültig sind und die sich gegenseitig ausschliessen, muss davon ausgegangen werden, dass logische Systeme, innerhalb deren, sich solche Sätze bilden lassen, nicht als "Logiken" zu bezeichnen sind.
Dies gilt insbesondere für die Aussagenlogik, denn in ihr wirkt die Gültigkeit der Sätze bestimmend auf die Gültigkeit der mit ihnen verknüpften Aussagen.
Sollte sich zufällig eine Aussage als universalgültig erweisen (sollte sie die höchste selbstidentische und absolute Wahrheit enthalten), so würde sie nicht einmal als solche erkannt werden können, denn diese Aussage würde nur das gültige Wahrheitskriterium der Logik erfüllen, wie viele anderen, die gültigen Sätzen der Logik enthaltende Aussagen auch (gleichmäßige Wahrheitsmuster).

Innerhalb der nichtuniversellen Logik fehlt der Mechanismus der eindeutigen Identifikation der gültigen Sätze der (Universal)Logik notwendigerweise.

Die einzige Möglichkeit, die nichtlogischen Sätze zu erkennen besteht daher darin, ihre jeweilige Aussage zu widerlegen. Doch nicht einmal dann, wenn sich die Aussage eines Satzes als unwiderlegbar erweist, kann behauptet werden, dass dieser ein gültiger Satz der Universallogik wäre, denn seine Universalität wäre nur innerhalb eines vollständigen Systems evident (und beweisbar).

Fazit 1: Das Gebot der Universalität besteht für Logik notwendigerweise.

Fazit 2: Das Gebot der Wertfreiheit besteht für Logik notwendigerweise.