PURUSHA. Die Lehre von der Realität.

von Maciej Zasada

 

PURUSHA

 

Wir sind nicht imstande auf die Qualität unseres Denkens anders Einfluss zu nehmen (im Sinne: die Steigerung der logischen Rahmenbedingungen des Denkens herbeizuführen), als durch das Reflektieren auf das Denken selbst, als dadurch, dass wir die Grenzen des Vorstellbaren erweitern, indem wir das Denkbare über die Grenzen des Vorstellbaren hinaustragen, indem wir die Grenzen des Denkbaren erweitern.

Universell gilt: die logische Prinzipien des rationalen Denkens bleiben stets gleich, unabhängig von unserer Anstrengung und unabhängig von den logischen Rahmenbedingungen* des Denkens. Das, was den qualitativen Unterschied bei der Rationalität ausmacht, ist die uns zur Verfügung stehende Perspektive. Allein die Perspektive des denkenden Ichs ist mutabel.

Seitdem die klassische Logik formalisiert wurde (Frege: Begriffsschrift), ist auch klar, dass diese Logik selbstreflektiv operieren kann (indem sie formal operiert, operiert sie selbstreflexiv – das Thema dieser Logik ist durchaus sie selbst – man kann ihre Mechanismen und Wirkung mathematisch errechnen und sinnlich "erfahren"). Die Behauptung Hegels und Kants (welche später von Gotthard Günther aufgegriffen wurde), dass nämlich eine neue und "absolute" Logik auf der Metaebene "des Denkens über das Denken" sich entfalten würde, wird daher bereits auf der Ebene der klassischen Logik erreicht, womit die Erfüllung der Gültigkeitsprämisse der neuen Logik sich bereits im klassischen Kalkül zeigt und das ganze Konzept der "neuen Logik" so obsolet macht.

Wir werden hier die Pfeiler der Rationalität erreichen und sie sprengen. Dies wird eine diskrete Wirkung auf unser Denkvermögen haben, denn das, was denkbar ist, beeinflusst das Denken unmittelbar.

*) Auch die Tatsache, dass aktuell keine andere Denkstruktur als zweiwertige vorstellbar ist (denn jede ontologisch geprägte Logik des Seins zweiwertig strukturiert sein muss: A existiert, oder A existiert nicht; der Zustand der gleichzeitigen Existenz und Nichtexistenz von A bildet einen Widerspruch, ist daher ausgeschlossen), bedeutet nicht, dass es keine andere Denkstrukturen denkbar sind…Die Rahmenbedingungen des Denkens werden nicht durch die Strukturen des Denkens determiniert, sondern ausschliesslich dadurch, was denkbar ist (dies bedeutet, dass, wenn es gelingt, eine neue Denkperspektive zu errichten, welche beispielsweise das oszillierende Sein denkbar machen würde, neue logische Mechanismen entstehen, welche diese Rahmenbedingung berücksichtigen werden).
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0.) Die EINFÜHRUNG.

0.1) Definition des Raumes:
Der Raum ist die Gesamtheit der Ortskoordinaten der Vergangenheit.

0.1.1) Indem ich die Position eines jeden Beobachters in der Gegenwart verorte, entscheide ich gleichzeitig, dass der Raum, in dem sich die Wirklichkeit des Beobachters abspielt, bezogen auf diese Gegenwart, vollständig in der Vergangenheit liegt.

0.1.2) Beweis: Nichts kann gleichzeitig mit dem Augenblick der singulären Gegenwart eines Beobachters geschehen. Dazu müsste sich das Licht als der schnellste Träger der Information, mit unendlicher Geschwindigkeit ausbreiten und alle Prozesse der Signalverarbeitung (die dazu notwendig sind, um etwa Reize, welche die Sinne des Beobachters erreichen – wie etwa elektromagnetische Wellen – in elektrische Gehirnströme umzuwandeln) gleichzeitig mit dem Augenblick der Wahrnehmung stattfinden, was nicht möglich ist.
In Wirklichkeit entstehen sämtliche Eindrücke und Reize, die den Beobachter erreichen, in der Vergangenheit, und zwar, weil ihre Quellen, bezogen auf die Gegenwart der Beobachtung, in der Vergangenheit aussenden. Aus der Gegenwartsperspektive des Beobachters geschieht nämlich nichts, was ihn aus dem umgebenden Raum erreicht, gleichzeitig mit, oder nach dem Eintreten der Gegenwart der Wahrnehmung, denn jedes ankommende Signal, das einen Beobachter erreicht, ein Signal ist, das im Raum entstanden ist. Der Raum ist daher tatsächlich die Gesamtheit der Ortskoordinaten der Vergangenheit, was zu zeigen war.

0.1.3) Feststellung: Unabhängig von der jeweiligen Entfernung ihrer Quelle vom Beobachter, entstehen sämtliche Signale seiner Wirklichkeit, wie die materielle Wirklichkeit um ihn, in der Vergangenheit (des Beobachters).

Obwohl diese Feststellung bei den weit entfernten Objekten des Universums einleuchtend ist, so erscheint sie im mikrokosmischen Bereich des irdischen Alltags fragwürdig – sie muss jedoch notwendig auch im mikrokosmischen Bereich gelten, ja, sie muss sogar den eigenen materiellen Körper des Beobachters betreffen – sie betrifft ausnahmslos alle räumliche Objekte und Körper, denn jede Entfernung, auch die kleinste, vom Licht, als dem schnellsten Informationsträger, innerhalb einer bestimmten Zeitspanne bewältigt wird – wo zwischen zwei Ereignissen A und B  Zeit vergeht, dort entsteht die Vergangenheit A bezüglich B (die Gleichzeitigkeit von A und B aus ihrer jeweiligen Gegenwart heraus ist ausgeschlossen).

0.2) Definition der Vergangenheit:
Die Vergangenheit ist derjenige Bereich der Wirklichkeit, in dem die quantenmechanische Wahrscheinlichkeitsfunktion ψ nicht gilt.

0.2.1) Die Vergangenheit ist nicht nur der Bereich der Wirklichkeit, in dem das Vergangene stattfindet, es findet darin das bereits Entstandene (Entfaltete) statt – das Entstandene dauert in der Vergangenheit an und vergeht. Die Vergangenheit bildet einen Raum, in dem die materiellen Dinge der physikalischen Wirklichkeit (wie etwa menschliche Körper, Autos und Planeten) entstehen, dauern und vergehen.

0.2.2) Das, was materiell existiert, muss notwendig vergehen, weil Es einmal materiell entstanden, bereits ein Teil der Vergangenheit und des Prozesses des Zerfalls ist.

0.3) Das metaphysische Konzept der materiellen und immateriellen Existenz.

0.3.1) Dadurch, dass die Beobachterinstanz einerseits materiell ist (nämlich als ein materieller Körper im Raum existiert), andererseits ein Bestandteil der immateriellen Gegenwart ist (nämlich als die einzige Entität, welche an der Gegenwart teilnimmt), ist es uns möglich, das dualistische Konzept der Existenz empirisch zu begründen.

0.3.2) Wir postulieren die Existenz des Beobachters als einer ambivalenten Entität, welche sich einerseits aus dem vergänglichen, materiellen Körper, andererseits aus dem unvergänglichen, immateriellen Geist zusammensetzt. Dieses, sehr altes (indische Tradition) Postulat, enthält somit einen strengen empirischen Rahmen.

0.3.3) Die Existenz der unsterblichen Seele kann als eine plausible Theorie aufgefasst werden:

0.4) Die Existenz der Seele als ein empirisches Postulat.

0.4.1) Indem wir die Position der beobachtenden Instanz in der Gegenwart verankern und indem wir den Raum um sie, inklusive des Raumes, der durch ihre körperliche Hülle beansprucht wird, als die Gesamtheit der Ortskoordinaten der Vergangenheit definieren, bestimmen wir, dass jeder Beobachter aus zwei Instanzen besteht: aus dem vergänglichen, innerhalb des Raumes existierenden Körper und aus dem unsterblichen, innerhalb der Gegenwart existierenden Geist.

0.5) Definition der Gegenwart (vorläufig).
Die Gegenwart ist der Bereich der Realität, in dem die quantenmechanische ψ-Funktion kollabiert (quantenmechanische Zustandsreduktion). Die Gegenwart ist der raum- und zeitlose Ort, an dem der Vorgang der Beobachtung stattfindet.

0.5.1) Die Gegenwart ist der Bereich der Realität, an dem die Begriffe "Zeitdauer", "Zeitverlauf", "Vergangenheit und "Zukunft" insofern einen Sinn haben, inwiefern sie erinnert und / oder vorgestellt werden (Augustinus Auraelius). Als Begriffe, welche konkrete physikalische Zustände oder Größen betreffen sind sie innerhalb der Gegenwart sinnlos. Wenn daher, innerhalb der Gegenwart, eine Instanz existiert, dann findet ihre Existenz nicht innerhalb der Zeit und nicht innerhalb des Raumes statt.

0.5.2) Für sämtliche Instanzen, welche innerhalb der Gegenwart existieren gilt, dass sie die Begriffe "Zeitdauer", "Zeitverlauf", "Vergangenheit" und "Zukunft" nicht betreffen. Sie existieren außerhalb der Zeit – in der Gegenwart und nicht in der Vergangenheit, in der die Dinge entstehen, dauern und vergehen und nicht in der Zukunft, in der die Dinge noch nicht entstanden sind.

0.5.3) Was nicht entsteht, nicht dauert und nicht vergeht, und nicht entstehen wird…aber existiert, ist ewig und unsterblich.

0.6)
Die Zukunft ist der Bereich der Wirklichkeit, in dem die quantenmechanische Wahrscheinlichkeitsfunktion ψ uneingeschränkt gilt.

0.6.1) Der Eigenzustand der Systeme der Zukunft (und der Zukunft der Systeme) bezeichnen wir als "Superposition".

0.7) Definition der Selbstidentität
Wir sprechen von der Selbstidentität eines Systems A, wenn A eine unteilbare Instanz ist, die keine räumliche und keine zeitliche Ausdehnung besitzt und deshalb jede Wirkung (Veränderung) darin innerhalb einer und der selben Gegenwart stattfindet.

 

0.8) Definition der Synchronizität innerhalb der Raumzeit:
Die Synchronizität ist ein Zustand, der mindestens zwei Ereignisse der Raumzeit betrifft. Zwei Ereignissen finden synchron statt, wenn zwischen dem Eintreffen ihrer jeweiligen Signale und der Gegenwart der Anzeige ihres Eintreffens, keine Zeit vergeht.

0.8b) Definition der Synchronizität innerhalb der Gegenwart:

Die Synchronizität innerhalb der Gegenwart ist ein allgemeiner Zustand, der alle Gegenwartsinstanzen betrifft.

Innerhalb der Gegenwart findet eine allgemeine Synchrinizität der Ereignisse statt. Die Ereignisse der Gegenwart finden zeitlich synchron statt (sie finden innerhalb der Realität des raumlosen Ortes statt, an dem die Beobachterinstanz anwesend ist) tbc (unvollständig)

0.9) Definition eines Systems:
Unter "System" verstehe ich eine (selbst)organisierte oder konstruierte Daseins-Einheit.

0.9.1) Definition des Organisiertseins (Duden):"sich zur Durchsetzung bestimmter Interessen, Zielsetzungen […] zusammenschließen:"

0.9.2) Definition des Konstruiertseins (mz):künstlich zur Durchsetzung bestimmter Vorstellungen oder Modelle gebildet.

0.10) Definition der Anzeige (mz):
Unter "Anzeige" oder "Instanz der Wahrnehmung" verstehe ich 1. eine ereigniserkennende Instanz [hier: systemintern oder systemextern (referenzgebend)], 2. das Erkennen eines Ereignisses.

 

0.11) Definition des Ereignisses (mz):
Als ein "Ereignis" bezeichnen wir jede manifeste Zustandsveränderung.

Ein "Ereignis" lässt sich räumlich und zeitlich verorten, es sei denn es betrifft das Universum als Ganzes (das ganze Universum ist ein Ereignis, wenn es irgendwann entstanden ist), oder es betrifft eine selbstidentische Instanz (innerhalb eines Systems der Gegenwart).

0.12) Definition der Realität:
Die Realität beinhaltet alles, was innerhalb der Gegenwart der Fall ist.

0.13) Definition der Wirklichkeit:
Die Wirklichkeit beinhaltet alles, was innerhalb des Universums der Fall ist.

1.) Die AUFGABE.

1.1) These:Der Zweck der Evolution auf jedem bewohnten Planeten ist es, die Verbindung zwischen Geist und Materie zu trennen.

1.2) Erst nachdem es gelingt, diese natürliche Verbindung aufzulösen, ist die Evolutionsstufe erreicht, die es ermöglicht, die jeweilige Zivilisation auf die universelle Ebene zu heben.

Erst im Stadium der materiebefreiten Existenz sind einerseits Entwicklungen möglich, die dem materiebeschwerten Geist unmöglich sind und erst dann sind andererseits bestimmte Entwicklungen unmöglich, welche den materiebeschwerten Geist plagen.

1.3) Der Zweck dieser Schrift besteht darin, eine logische Grundlage für die Trennung (oder für die Sehnsucht danach) zu erschaffen.

 

2.) DIE REALITÄT. GEIST UND MATERIE.

Wir wollen unsere Thesen sinnvoll organisieren. Deshalb wollen wir ein neues kosmologisches Bild der Realität entwerfen. Wir wollen nämlich ein neues Denksystem errichten, um nicht völlig zwecklos definiert zu haben.

2.1) Das, was in der Welt ist, zerfällt in zwei Teile – in das, was real existiert und in das, was nicht real ist.

2.2) Das, was in der Welt real existiert, existiert in der jeweiligen Gegenwart des Universums (in seinem Mittelpunkt).

2.3) Allein das, was innerhalb der Gegenwart existiert ist auf jeder Existenzstufe mit sich selbst identisch und allein das, was mit sich selbst identisch ist, existiert real.

2.4) All das, was nicht ein Teil der Gegenwart ist, existiert entweder innerhalb der Raumzeit (und ist aus Elementen gebildet, bzw. oszilliert, wenn es nur aus sich selbst besteht), oder in der Zukunft (im Zustand der quantenmechanischen Superposition).

2.5) Das real Existierende, da in der Gegenwart seiend, ist exklusiv, singulär, immateriell, aus keinen Elementen, außer aus sich selbst bestehend, nichts hervorbringend, bewusst, erkennend, invariabel, ewiglich und unvergänglich.

2.6) Das, was dagegen nicht real ist, existiert in der Vergangenheit, kann von verschiedenen Beobachtern als Objekt der Wirklichkeit erkannt werden, ist daher allgemeingültig, materiell, miteinander verbunden, besteht aus Elementen, bringt hervor, entsteht, dauert und vergeht, ist unbewusst und vergänglich (als lebend sterblich und zerfallend, als unbelebt zerfallend).

2.6.1) Die Materie ist in ihrer zusammengesetzten Form vergänglich, jedoch auf ihrer elementaren Ebene unzerstörbar. Zerstörung bedeutet nämlich Reduktion auf die Ursache. Die Materie zersetzt sich, um Neues hervorzubringen, ohne die Ebene ihrer Ursache zu erreichen. Das Prinzip heißt "Entfaltung" und "Sich-Zurückziehen".

2.7) Wir wollen die beiden Teile, in welche die Welt zerfällt "Geist" (real existierend) und "Materie" (nicht real, aber wirklich seiend) nennen.

Es mag einerseits verwundern, dass wir die Materie als nichtreal klassifizieren, obwohl man sich von ihrer handfesten "Realität" jederzeit überzeugen kann, es mag andererseits verwundern, dass wir den Geist für real halten, obwohl dieser ein Synonym der "Nichtrealität" ist…
Nun, vieles ist offenbar nicht so, wie es scheint.

2.8) Die Materie erfüllt zwar den Raum, sie ist aber, wie das Universum, nicht selbstidentisch (denn sie besteht aus Teilen und unterliegt einer ständigen dynamischen Verwandlung, entfaltet sich und faltet sich zusammen, entsteht und vergeht), sie gehört daher nicht der Realität an.

Das Universum ist aus dem Grund nicht real, weil es als Ganzes (wie auch die Materie) in der Vergangenheit existiert. Keine Vergangenheit existiert real – eine Vergangenheit existiert höchstens als Erinnerung oder ist ein Bestandteil der sichtbaren Wirklichkeit (wie alles Sichtbare im Kosmos) und es gibt keinen Unterschied zwischen der Vergangenheit des 'Big Bangs', der Vergangenheit der Landung auf dem Mond und der Vergangenheit des gestrigen Abends. Alle drei Ereignisse gehören einer Wirklichkeit, deren Realität jeweils einer tieferen oder seichteren Vergangenheit angehört (die jeweiligen Vergangenheiten unterscheiden sich untereinander bezüglich ihrer Tiefe, nicht jedoch bezüglich der Verschiedenheit der "Realität" oder "Qualität" ihrer jeweiligen Geschichtlichkeit).

2.9) Der Mittelpunkt des Universum, die jeweilige Gegenwart, nimmt keinen Raum innerhalb des Raumes ein – die Gegenwart ist daher kein Bestandteil des Raumes.

2.10) Der Geist (oder drastischer: die Seele) füllt zwar keinen Raum und keine materielle Wirklichkeit, doch durch die absolute Selbstidentität, erfüllt nur dieser die Voraussetzung der realen Existenz.

2.11) Die Materie und den Geist unterscheiden nicht nur ihre Eigenschaften – die Materie und der Geist sind gegensätzlich – sie sind voneinander logisch entkoppelt. Trotzdem verbinden sie sich.

Der Grund für diese Verbindung ist, dass der Geist ohne die Materie nicht aktiv sein kann. Es ist die Aufgabe der Materie für den Zweck tätig zu sein, den Geist innerhalb des Universums zu befreien. Ob die Materie den Geist hervorgebracht hat, oder ob beide seit Ewigkeit nebeneinander existieren, ist eine gute Frage, die später zu klären sein wird.

 

3.) DIE SELBSTIDENTITÄT UND SYNCHRONIZITÄT ALS EIGENSCHAFTEN DES REAL EXISTIERENDEN.

3.1) Die Eigenschaft, welche ich der Selbstidentität als einer Eigenschaft des Realexistierenden zuschreibe, ist die absolute Synchronizität zwischen der Instanz des Seins und ihrer "Anzeige" – der Instanz der Wahrnehmung.

Wären die Instanz des Seins und die Instanz der Wahrnehmung asynchron, verginge zwischen dem Eintreffen eines Signals und der Anzeige seines Eintreffens Zeit, dann jedoch wäre die Selbstidentität des Geistes innerhalb der Gegenwart nicht gegeben, denn dann wäre dieser bereits in einen Empfänger und in eine Anzeige unterteilt..und die Anzeige wäre (konsequenterweise) ein Bestandteil der Raumzeit.

3.2) Wie bereits erwähnt, betrachte ich ausschließlich selbstidentische Instanzen für real existierend, und zwar aufgrund folgender universallogischer Grundlage:

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§1. Das universallogische Gesetz der Identität:

A = A

Erläuterung:
A existiert nur dann, wenn A.
Es kann nicht behauptet werden, dass A, wenn ¬A.

 

>In §1. fällt kein Wort über Wahrheit von A in Relation zu anderen Bezugspunkten B,C,D…

>Kein Wort über: "A ist wahr, wenn nicht B".

>Kein Wort über "entweder A oder B, auf keinen Fall C".

>Kein Wort über "tertium non datur". Kein Wort über Ausschluss von C,D,E,F…

>In §1. ist ausschliesslich die Rede davon, dass, wenn A, dann A, denn A = A.

Dieses Gesetz kann als Wahrheitsdefinition missinterpretiert werden (Tarski schuf daraus eine Wahrheitsdefinition, weil er eine Wahrheitsdefinition und kein Gesetz der Universallogik schaffen wollte…oder konnte). Dieses Gesetz ist keine Wahrheitsdefinition, denn wir behaupten nicht, wie Tarski:

 

(i) A = A nur dann, wenn A identisch mit A und nicht etwa B.

Es wird keine Instanz bemüht, um über Wirklichkeit von A zu entscheiden, keine Vernunft, keine Wahrheitsdefinition, aber auch nicht der Beobachter, auf dessen Ebene die "Adäquatio" der Sache und der Vorstellung festgestellt werden soll.

Universallogisch bedeutet "A = A", dass die Sache mit sich selbst identisch sein muss (A muss mit sich selbst auf allen Ebenen des Seins identisch sein), um zu existieren, sonst existiert sie nicht.

Das Problem der Wahrheit hört somit auf, logisch relevant zu sein, denn wenn wir annehmen, es gibt mehrere gültige Wahrheiten, welche sich gleichwertig gegenüberstehen, dann kann die Wahrheit als solche nicht mit sich selbst identisch sein (denn in dem Fall mehrere gleichermaßen adäquate, wie inadäquate Wahrheiten parallel existieren), und wenn wir das Gegenteil behaupten und annehmen, es gibt nur eine Wahrheit (die höchste / die göttliche), dann muss diese Wahrheit gezwungenermaßen universell sein und alle Teilwahrheiten in sich enthalten, womit sie das Kriterium der Selbstidentität nur auf der höchsten (göttlichen) Ebene erfüllt (womit gleichzeitig der Wahrheitsanspruch auf jeder nichtgöttlichen Ebene sinnlos wäre).

Mit anderen Worten: das Postulat der Identität der Sache mit sich selbst, macht die Wahrheit als universallogisches Maßstab und Referenzwert obsolet.

Im 1. Gesetz der Universallogik (§1.) findet die Entkopplung der Wahrheit von der Logik statt. Trivial ist es keinesfalls, wenn man bedenkt, in welcher Welt wir leben…und wie lange schon.

 

§2. Das universallogische Gesetz der Existenz:

 

(i) ∃A ⇒ (A = A)

 

(ii) (A ≠ A) ⇒ ¬(∃A)

Es gibt zwei Zustände, in denen sich eine Sache real befinden kann: der Zustand der Existenz(i) und der Zustand der Nichtexistenz(ii).

Eine Sache befindet sich real im Zustand der Existenz dann, wenn sie auf jeder Stufe des Seins, mit sich selbst identisch ist (s. Gesetz der Identität).

Eine Sache befindet sich real im Zustand der Nichtexistenz dann, wenn sie nicht mit sich selbst identisch ist.

Nichts, was nicht ist, kann sein. Das universallogische Gesetz der Identität ersetzt das logische Gesetz der Wahrheit. Das Wahre und das Falsche können nebeneinander existieren – erst das Mit-sich-selbst-identische existiert unabhängig von der Wahrheitswert-Zuweisung real (die Wahrheit wird dadurch automatisch impliziert, aber die selbstidentische Wahrheit ist die einzig denkbare, absolute, nicht hinterfragbare, nicht verfälschbare und höchste)

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3.3) Wir unterscheiden zwischen der "Instanz der Selbstidentität" (Instanz des Seins / Seele) und der "Anzeige" eines real existierenden Systems.

Die "Anzeige" positionieren wir auf der gleichen Realitätsstufe, wie die "Instanz des Seins".
Wie bereits erwähnt, betrachten wir die "Instanz der Selbstidentität" als eine "Instanz des Seins". Die "Anzeige" indessen, betrachten wir als eine "Instanz der Wahrnehmung" (als das Auge und das Ohr der Seele).

3.3.1) Die Verbindung der "Instanz des Seins" mit der "Instanz der Wahrnehmung" findet innerhalb der Gegenwart statt, womit die Voraussetzung der Selbstidentität dieses Instanzensystems erfüllt ist (womit die Realität dieses Instanzensystems gegeben ist).

3.3.2) Die Verbindung der "Instanz des Seins" mit der "Instanz der Wahrnehmung" bezeichnen wir als "Geist".

3.4) Das, was real existiert, muss selbstidentisch sein.

3.5) Das, was nicht selbstidentisch ist (alles, was sich aus Elementen zusammensetzt / was stets im Prozess der Entstehung oder des Verfalls begriffen ist) existiert nicht real.
Den Beweis für 3.5 finden Sie hier.

Man könnte uns vorwerfen, dass unser Instanzensystem (Geist) nicht die Grundvoraussetzung eines Systems der Gegenwart erfüllt (denn es aus zwei Teilen besteht). Dieser Vorwurf wäre unbegründet, denn es handelt sich bei unserem Instanzensystem nicht um ein materielles Arrangement – es handelt sich vielmehr um Information.

 

4.) ÜBER DEN MATERIELLEN BALAST DES GEISTES.

4.1) Wenn Materie wirklich ist, aber nicht real, dann existiert sie nicht.

Wenn Materie das Universum füllt, dann kann das Universum als eine Art Illusion betrachtet werden. Dann aber, können all die Naturgesetze, sowie Gesetze, welche sich aus den Naturgesetzen ergeben, nicht absolut gültig sein, denn neben der materiellen Wirklichkeit, eine Realität des Selbstidentischen existiert, in welcher besondere Gesetze gelten. Diese Gesetze gelten primär, denn sie betreffen die primäre Realität.

4.2) Wenn die Gesetze, welche Materie und Raum betreffen in Wirklichkeit ungültig sind, dann gelten nur die Gesetze der Realität.

Stellen wir uns vor, welche unumgängliche Schwierigkeiten würden einen Flug mit Lichtgeschwindigkeit unmöglich machen. Die Masse eines Raumschiff beispielsweise wäre beim Erreichen dieser Grenzgeschwindigkeit unendlich hoch, was zur Konsequenz hätte, dass der Energieaufwand, welcher notwendig wäre, um den Raumschiff auf die Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen, einen unendlich hohen Wert haben müsste.
Eine Reise mit Lichtgeschwindigkeit ist daher für einen materiellen Reisenden, wegen des Energiebedarf-Paradoxons, unmöglich.
Wenn jedoch das Instanzensystem des Geistes eine Information ist, dann würde die Abspaltung dieser Information von ihrer materiellen Verbindung ermöglichen, dass Reisen mit Lichtgeschwindigkeit, ohne Weiteres und mit geringsten Mitteln, durchgeführt werden könnten (wenn die Grenzgeschwindigkeit des Lichtes überhaupt innerhalb der Realität, und nicht ausschließlich innerhalb der Raumzeit gültig ist).

4.3) Wenn die Abspaltung des Geistes von seiner materiellen Hülle irgendwann gelingen soll, dann werden Effekte wie Teleportation alltäglich sein und Effekte, von deren Möglichkeit aus unserer Perspektive unmöglich ist zu denken, denkbar.

4.4) Wenn die Abspaltung des Geistes von seiner materiellen Hülle irgendwann gelingen soll, dann werden wir die Unsterblichkeit erreichen, und obwohl wir auch jetzt schon unsterblich sind, so sind wir gewiss nicht frei vom Leid des materiellen Seins und vom Stress des Verfalls und des Sterbens.
Es geht um die Freiheit.

4.5) Auch wenn unsere Thesen heute noch fantastisch erscheinen, so müssen sie bereits heute aufgestellt werden, um irgendwann als zu erwartende Entwicklungen begrüßt zu werden. Es kann nicht sein, dass uns irgendwann die Ideen fehlen.

Irgendwas muss sich auf diesem rauchenden Planeten ändern und ich denke, dass die wirkliche Veränderung nur durch eine fantastische, eine riesige Idee herbeigeführt werden kann (dies schreibe ich heute, an dem Tag, an dem der Weltraum-Teleskop Kepler eine mögliche Entdeckung um den Stern KIC 8462852 meldet. Ob diese Meldung und ihre Interpretation als mögliche "Dyson-Sphäre" stimmen oder nicht: allein die riesige Idee dahinter zählt.
Sollten die Beobachtungen eine weitere Verdichtung in Richtung bewusster Konstruktion um KIC 8462852 zur Konsequenz haben, dann wird uns allen vor Augen geführt, dass die fantastischsten Ideen in Erfüllung gehen.
Daraus werden wir lernen und die Putins, Obamas und Baghdadis dieser Welt mit ihrem ganzen Ressourcenkriegen und ihren albernen vor Eifersucht Göttern, weit hinter uns lassen.

…So! geht die archaische Epoche auf diesem Planeten zu Ende…obwohl die Colts noch rauchen…

 

ENDE

Für Ludwig Trepl

Quellen:

Archaische Weisheit.
Eigene Birne (kritische Perzeption, Schlussfolgerung, Unerbittlichkeit)

PS: Es geht hier nicht um religiöses oder esoterisches Gequatsche.
Diese Idee (die Auflösung der Verbindung zwischen Geist und Materie), obwohl schon seit Jahrtausenden in der Welt präsent, bezog sich bis heute stets auf das Individuum…
Wir beziehen sie hiermit auf die gesamte irdische Zivilisation.