ÜBER SELBSTIDENTITÄT. ÜBER SYNCHRONIZITÄT. ÜBER SYSTEM. DEFINITIONEN.

von Maciej Zasada

Wenn ich behaupte, dass an einer Koinzidenz „mindestens zwei Systeme“ beteiligt sind, meine ich (und verantworte): dass an einer Koinzidenz mindestens ein „Objekt“ und ein „Subjekt“ beteiligt sind, womit ich sehr wohl die Voraussetzungen der einsteinschen Gleichzeitigkeitsdefinition erfülle. Dabei spielt die offensichtliche Künstlichkeit (Beliebigkeit) des Zeitmaßstabes keine Rolle: nimmt der Zeiger einer bestimmten Uhr im Raum eine bestimmte Stellung synchron mit dem Eintreffen des Lichtsignals ein, besteht die Koinzidenz der Zeitanzeige und des Eintreffens des Lichtsignals in ihrer singulären Synchronizität. Die Gleichzeitigkeit kann aus der Perspektive eines einzigen Beteiligten konstruiert werden, wie es Einstein in seiner Schrift „Zur Elektrodynamik bewegter Körper“ (1905) fordert.

Ich gehe also nicht von der Selbstidentität der Koinzidenz als eines Ereignisses, wohl aber von der singulären Selbstidentität der Synchronizität aus. Die Begriffe „Synchronizität“ und „Selbstidentität“ erachte ich in diesem Sinne für derart verwandt, dass ich mir erlaube, folgend zu definieren.

Definition der Selbstidentität:

Wir sprechen von der Selbstidentität eines Systems dann, wenn es selbst und seine Anzeige stets synchron sind. Mit anderen Worten: wir sprechen von der Selbstidentität eines Systems A, wenn (innerhalb A) zwischen dem Empfangen oder dem Versenden eines Signals einerseits und dessen Anzeige andererseits, keine Zeit vergeht.

Definition der Synchronizität:

Die Synchronizität ist ein Ereignis, das innerhalb der Gegenwart stattfindet und das sich mindestens auf ein Ereignis der Raumzeit bezieht. Zwei Ereignissen finden synchron statt, wenn zwischen dem Eintreffen ihrer jeweiligen Signale und der Gegenwart der Anzeige ihres Eintreffens, keine Zeit vergeht.

Die Eigenschaft, welche ich der Selbstidentität als einer Eigenschaft des real Existierenden zuschreibe, ist die absolute Synchronizität zwischen der Instanz des real Existierenden und der „Anzeige“ des Ereignisses, denn wären sie asynchron, verginge zwischen dem Eintreffen eines Signals und der Anzeige seines Eintreffens Zeit. Dann jedoch könnte von der absoluten Selbstidentität der ‚Instanz des real Existierenden‘ nicht die Rede sein, denn dann wäre diese bereits in einen Empfänger und in eine Anzeige unterteilt).

Definition eines Systems:

Unter „System“ verstehe ich eine (selbst)organisierte oder konstruierte Daseins-Einheit.

Definition des Organisiertseins (Duden): „sich zur Durchsetzung bestimmter Interessen, Zielsetzungen zusammenschließen:“

Definition des Konstruiertseins (mz): bewusst (künstlich) zur Durchsetzung bestimmter Zielsetzungen, Vorstellungen oder Modelle gebildet werden.

Definition der Anzeige (mz): unter „Anzeige“ verstehe ich 1. eine ereigniserkennende Instanz [hier: systeminterner oder systemexterner  Ereigniszähler], 2. das Erkennen eines Ereignisses.

Definition des Ereignisses (mz): als ein „Ereignis“ bezeichnen wir jede manifeste Zustandsveränderung.


Ein „Ereignis“ lässt sich räumlich und zeitlich verorten, es sei denn es betrifft das Universum als Ganzes (das ganze Universum ist ein Ereignis, wenn es irgendwann entstanden ist, und dauert), oder es betrifft eine selbstidentische Instanz (innerhalb eines Systems der Gegenwart).