Universallogik. Mehr als eine kopernikanische Revolution.

von Maciej Zasada

Die grundsätzliche Frage der Kosmologie lautet: welche ist die Zeitordnung der Universumsexpansion?
Wenn behauptet wird, dass das Universum beschleunigt expandiert und dass die Geschwindigkeit, mit der sich das Universum ausdehnt, höher ist, je weiter geschaut wird, dann suggeriert man, dass die Expansion des Universums aktuell(!) stattfindet. In Wirklichkeit befinden sich die Bereiche, in denen die Expansionseffekte am deutlichsten zu beobachten sind, Milliarden von Lichtjahren von uns entfernt. Deshalb auch steht fest, dass die beobachteten Effekte, welche auf die beschleunigende Expansion des gesamten Universum schliessen lassen, Objekte und Zeit betreffen, welche dem Augenblick des Urknalls räumlich und zeitlich viel näher stehen, als unserer aktuellen Gegenwart.

These 1.
Die beobachteten Effekte, welche auf die beschleunigende Universumsexpansion schliessen lassen, betreffen nicht das aktuelle Universum, sondern das junge Universum unmittelbar nach und in den ersten Jahrmilliarden nach dem Urknall. Sie können deshalb grundsätzlich nicht als Indizien der aktuellen Expansion des Universums gelten.

Trotzdem: Es scheint ohne Weiteres möglich zu sein, im Präsens von expandierendem Universum zu sprechen.
Es liegt wohl daran, dass die astronomische Beobachtung sowohl eindeutig, als kausal interpretiert wird. „Eindeutig“ bedeutet hier, dass sich anhand der spektralen Rotverschiebung des Lichts beobachteter Objekte, ihre Fluchtgeschwindigkeit eindeutig bestimmen lässt (es lässt sich keine Blauverschiebung im Lichtspektrum fraglicher Objekte feststellen, welche eindeutig auf die Kontraktion des Universums hindeuten würde).
„Kausal“ bedeutet hier, dass die Zeitordnung, welche zur Interpretation der Beobachtung herangezogen wird, die kausale ist (was nicht verwundern soll, denn ich bin meines Wissens der Erste, der auf die Existenz anderer Zeitordnungen als der kausalen hinweist).

Kriterium der „Eindeutigkeit“.
Die Übereinstimmung der Beobachtungsergebnisse mit dem Modell reicht nicht aus, um eindeutig über die Übereinstimmung des Modells mit der Wirklichkeit zu entscheiden.
Das ptolemäische Modell des Universums mit der Erde als Mittelpunkt, entsprach eindeutig der beobachteten Wirklichkeit und hatte, wie wir heute wissen, mit der Realität nichts zu tun. Es wäre auch heute möglich, dass unser aktuelles kosmologisches Modell, sich mit den Beobachtungsergebnissen  deckt und trotzdem nichts mit der Realität zu tun hat.

Kriterium der „Kausalität“.
Im Fig. 2 des vorigen Abschnitts erstellten wir ein Diagramm der kausalen Ordnung der Zeit. Wir trugen darin den Anfang der Zeitrechnung und die Position der aktuellen Gegenwart ein. Wir berücksichtigten überdies die Richtung der zeitlichen Kausalität. Wir möchten nun ein Diagramm erstellen, in dem gleichzeitig die kausale Ordnung der Zeit, die Expansionskurve des Universums sowie seine sphärische Form eingezeichnet werden. Wir möchten sehen, ob das kosmologische Standardmodell seinem eigenen Kausalitätsprinzip genügt.

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Fig. 1 Diagramm des expandierenden Universums mit der Expansionskurve in rot.

Wir sehen hier die Abbildung des kosmologischen Standardmodells des expandierenden Universums. Die Expansion beginnt im Augenblick des Urknalls, in dem auch die Zeit ihren Lauf nimmt (t0). Die Zeitspanne zwischen dem Urknallaugenblick und der Gegenwart wird aktuell auf etwa 13,8 Milliarden Jahre geschätzt. In diese Zeitspanne wird die Expansionskurve eingezeichnet (rot). Wir erkennen den aktuell beobachteten Anstieg der Expansionsgeschwindigkeit und die positive Kausalität der Zeit. Alles scheint in Ordnung zu sein und der allgemein vertretenen Vorstellung zu entsprechen…
Bis auf ein Detail: wenn wir uns vorstellen in den Raum hineinzublicken und die Milliarden Jahre alten Galaxien zu beobachten, deren Rot-Verschiebungsfaktor z=10 übersteigt, dann erwarten wir die ältesten Objekte des Universums zu betrachten, deren „Expansionsgeschwindigkeit“ am höchsten ist. Indes weist die Expansionskurve in unserem Diagramm diesen Regionen des Universums die niedrigsten Expansionswerte zu.
Um mit den Ergebnissen der Beobachtung zu korrespondieren, müsste die Expansionskurve jedoch verkehrte Werte aufweisen…oder die Dynamik des gesamten Universums müsste invers dargestellt werden. Etwa so:

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Fig. 2 Diagramm des kollabierenden Universums mit der Kontraktionskurve in rot.

Hoppla!
Wir vertauschten, in Bezug auf die vorhergehende Grafik und in Bezug auf das kosmologische Standardmodell, die Positionen der Gegenwart und des Urknalls und erhielten die Darstellung eines Modells, das trotzdem in jeder Hinsicht den Ergebnissen der Beobachtung und der Kausalität entspricht (die Zeitrichtung der kausalen Ordnung bleibt positivkausal: die Zeit verläuft vom Urknall in Richtung der Gegenwart).
Dieses Modell des Universums unterscheidet sich gravierend vom Standardmodell – es stellt ein Bild eines kollabierenden Universums dar.
Dieses Modell lässt zudem die Existenz der räumlichen Ordnung der Zeit zu: die Zeit dieser Ordnung vergeht darin vom Mittelpunkt der Kontraktion (Gegenwart) in Richtung Vergangenheit (womit der Raum entstehen kann, der in unserer Kosmologie mit der Vergangenheit gleichgesetzt wird). Räumliche Ordnung der Zeit: hier

Dieses Modell erklärt schließlich auf natürliche Weise das Phänomen der „beschleunigten Expansion“ des Universums: die beobachtete Expansion kann als ein Effekt des Urknalls verstanden werden, als sichtbare Auswirkung der Energie des Urknalls auf die frühen Strukturen des Universums (Der Limit der Wirklichkeit liegt in der jeweiligen Gegenwart – die Gegenwart bildet den Ereignishorizont des Universums. Die jeweilige Gegenwart ist aktuell und ist schon immer, auch im Augenblick des Urknalls, der Ereignishorizont der materiellen Wirklichkeit gewesen). 
Dieses Modell macht die dunkle Energie als Bestandteil des Modells des expandierenden Universums obsolet: die energetische Quelle der „beschleunigten“ Expansion ist nicht eine dunkle Kraft – für die beobachtete Dynamik des Universums ist schlicht und einfach die Energie des Urknalls verantwortlich.  

 


These 2.

Das Universum, in dem wir leben, kollabiert in Richtung der Gegenwart…in die Gegenwart eines jeden einzelnen Beobachters…
Es könnte bedeuten, dass das gesamte Universum jeweils einen Empfänger besitzt und dass jeder von uns einzeln an seiner Endlosigkeit unmittelbar beteiligt ist. Jeder ein Gott oder jeder durch das Universum unmittelbar mit Gott verbunden.