Klarstellung.

von Maciej Zasada

Indem wir die Notwendigkeit des Wahrheitsbegriffes für die Logik infrage stellen, behaupten wir nicht etwa, es gäbe keine Wahrheit (dies wäre in der Tat eine in bestem Fall anarchische, keine logische Behauptung), wir behaupten lediglich, dass reine Logik ohne den Wahrheitsbegriff auskommen muss (wie auch ohne die Begriffe des Guten und des Bösen).
Die Tatsache, dass mittels der hiesigen Logik, sich all diese und ä. Begriffe distribuieren, verifizieren und bestimmen lassen, sagt aus, dass wir in unserem Fall nicht mit einer Logik, sondern mit einer logischen Anwendung zu tun haben, deren Zweck es ist, das Operieren mit diesen affektiven Begriffen sinnvoll zu gestalten.
Die Tatsache, dass man sich als moderner Mensch eine wahrheitsunabhängige Logik kaum vorstellen kann (denn der Zweck der Logik insgesamt, die Wahrheitsfindung im logischen Ausschlussverfahren zu sein scheint) bedeutet noch lange nicht, dass sich eine solche nicht finden lässt.

Wozu eine wahrheitsunabhängige Logik?
Weil der logische Umgang mit einer logisch begründeten Wahrheit den Eindruck erweckt, es gäbe sie wirklich, die einzige Wahrheit, welche von der unfehlbaren Stelle verkündet wird, und dass sie ganz bestimmt deshalb jeweils uns gehören muss, und dass wer nicht mit, gegen uns sein und falsch liegen muss, und dass es keine Wahrheit außer unserer gibt (denn es ist logisch, dass es nur eine geben kann), und dass wir deshalb, weil sie uns gehört…
…und weil jede dialektische Aussage logisch begründet und dialektisch dicht sein kann, auch dann, wenn sie nicht wahr ist.
Solange die Wahrheitslogik die menschliche Vernunft steuert, solange wird es Krieg und Hass geben.
Darum die wahrheitsunabhängige, universelle Logik.
Darum die Vernunft, die sich daraus entwickeln wird.
Denn die Beseitigung der Folgen der menschlichen „Vernunft“ viel dringender für den Planeten ist, als die Beseitigung der Folgen des Klimawandels.