Gegen den Nationalstaat, gegen die Instanzen der archaischen Epoche.

von Maciej Zasada

Man kann als Staat oder als Gesellschaft alle Voraussetzungen dafür erfüllen, dass die genetisch optimal ausgestatteten Kinder, jeweils für die Laufbahn eines Fußballers oder eines Geigers ausgesucht werden, und diese wiederum dafür, dass sie im Erwachsenenalter die weltweite Spitze erreichen, doch es ist klar, dass nicht alle von ihnen imstande sein werden, ihre Fähigkeiten im internationalen Wettbewerb, gegen die Besten zu verteidigen – irgendwann werden sie in der Konkurrenz zu denjenigen stehen, die es, ohne besondere Methodik und ohne besondere Auslese, noch weiter geschafft haben…und gegen sie verlieren – irgendwann kommt die statistische Gleichmäßigkeit der Verteilung ins Spiel, irgendwann spielt es keine Rolle mehr, wo die Talente herkommen.

Die Vollkommenheit auf diesem Planeten ist nämlich nicht blond und nicht jüdisch, sondern, wenn überhaupt, statistisch….die bloße Idee der Rassen- oder Nationalhygiene (die archaische Idee der gezüchteten Vollkommenheit) ist aus folgendem Grund Humbug und „gehört ins Museum geschichtsphilosophischer Irrtümer“…(aber sowas von…danke Kadek)…:

Es ist für die Schwachmaten dieser Welt nur auf der Ebene der Nation oder der Rasse möglich, ihre Durchschnittlichkeit auf der lokalen Ebene als einen global gültigen Idealmaßstab zu stilisieren (weil sie lokal dominieren und lokal in der Lage sind, das Gewicht der global agierenden Spitzenleute und derer, welche anderswo durchschnittlich sind, zu überwiegen).
Solange wir archaisch denken und archaisches Denken als Norm zulassen, spielt das Gesamtgebilde „Menschheit“ keine Rolle auf diesem Planeten.
Und dies ist die größte Absurdität unserer Zeit, angesichts der Erfolge, die man mit Bayern München feiert, wenn diese Fußball-Mannschaft von der Bayern-Idee befreit fliegen lernt und nur das zählt, was einer kann und nicht, woher er kommt.

Wenn einer behauptet „die Deutschen seien so gut, in dem, was sie tun“, dann sage ich (da ich grundsätzlich nichts gegen die hervorragende Leistung habe und sie als erster bemerke und lobe), „ja, das stimmt, die Menschen sind gerade besonders gut, auch (oder besonders) hier“.
Wir – die Menschheit – sind in der Lage bedeutend mehr zu leisten, als wir es als geschlossene Mannschaften gegeneinander tun.
Mit viel weniger Aufwand.

Der sich nach dem Ende der archaischen Epoche auf diesem Planeten sehnt ist nicht gegen die Globalisierung – im Gegenteil (was die Globalisierung für unser Wirtschaftssystem bedeutet, beschreiben wir hier).
Der sich nach dem Ende der archaischen Epoche auf diesem Planeten sehnt ist gegen jegliche Form des Nationalismus.
Der sich nach dem Ende der archaischen Epoche auf diesem Planeten sehnt ist für die weltweite Solidarität.
Der sich nach dem Ende der archaischen Epoche auf diesem Planeten sehnt, denkt global, kosmisch und „perspektivistisch“.

Sich nach dem Ende der archaischen Epoche auf diesem Planeten zu sehnen ist kein utopischer Wunsch, sondern ein Akt der Verzweiflung derer, welche keine Atemluft mehr bekommen.
Sich nach dem Ende der archaischen Epoche auf diesem Planeten zu sehnen ist ein Kampf ums Überleben.
WIR SIND BEDEUTEND MEHR ALS BLOSSE ANGEHÖRIGE…WIR SIND ALLE FARBEN DES FARBKREISES.
WIR HABEN FAST ALLE, FAST ALLES VERGESSEN – ES IST DIE HÖCHSTE ZEIT, SICH WIEDER ZU ERINNERN.