PHYSIK DER ZEIT: DIE ENTDECKUNG DER NEUEN ZEITORDNUNG.

von Maciej Zasada

Seit Tausenden von Jahren leben wir in einer Welt, die eine einzige Zeitrichtung kennt. Seit mehr als Tausend Jahren verstehen wir die Zahl Null als Äquivalenz der Leere.

Ausgerechnet jetzt und hier, inspiriert von Helmut Wicht, Anton Reutlinger (der mich mit seinem genialen Einwand in meiner Verzweiflung dazu getrieben hat, über meine kognitive Bescheidenheit hinauszuwachsen) und Joker’s Durchhalteparolen entsteht eine neue Sicht auf die Wirklichkeit, welche sich der alten nicht entgegenstellt, sondern um neue, bis dahin unbemerkte Aspekte bereichert.
Kurios an dieser Entwicklung ist die Tatsache, dass diese Aspekte nicht etwa versteckt gewesen sind und nicht erst mühsam entdeckt werden mussten, im Gegenteil – sie lagen Jahrhunderte lang in der Reichweite eines jeden halbwegs interessierten Zeitgenossen.
Wenn es schon keine Zufälle geben soll, dann frag ich mich ernsthaft, warum es ausgerechnet hier und jetzt passiert und warum ausgerechnet ich derjenige bin, dem es gelingt, die Offensichtlichkeit des Offensichtlichen zu erkennen.
Es wird wohl einen Grund dafür geben.

Deterministische und kausale Ordnung der Zeit.

Wir haben erkannt, dass es uns erheblich leichter fällt, den logischen Hintergrund der Quantentheorie sinnvoll zu gestalten, wenn wir die Zeit als logische Matrix der Wirklichkeit annehmen.
Auch die Verbindung zwischen der Relativitäts- und Quantentheorie erscheint durch das Prisma der Zeit theoretisch möglich (darüber bald mehr).
Doch damit nicht genug – wenn wir unsere Vorstellung von der Raumzeit auf die Zeit reduzieren, müssen wir annehmen, dass die Zeit als ein Ding an sich, etwas anderes ist, als sie uns hier und jetzt erscheint. Unsere Arbeitshypothese kann deshalb die sein, dass das wahre Wesen der Zeit ursächlich dafür ist, in welcher Welt wir leben – wir nehmen an, dass das ganze Universum, mit all seiner sichtbaren und unsichtbaren Materie und „hellen“ und „dunklen“ Energie aus Zeit besteht…
Die Zeit im physikalischen Sinn, hat etwas mit Kausalität und Lokalität der Ereignisse zu tun. Sie besteht aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und impliziert jede Bewegung und jeden Prozess (auch den Prozess der Beobachtung) im Universum.

Die Beobachtung innerhalb der Zeit.
Dass sich die Ereignisse nur im Zeitkontext beobachten lassen ist eine wichtige Feststellung. Wir erkennen nämlich, dass wir grundsätzlich in der Lage sind, die Objekte der Vergangenheit aus der Perspektive der Gegenwart zu beobachten.
Die Vergangenheit scheint der Zeitaspekt zu sein, in dem sämtliche Objekte der Beobachtung enthalten sind. Die Irreversibilität der Vergangenheit könnte dafür verantwortlich sein, dass die beobachtbare Welt, eine Welt der festen Gegenstände und Relationen ist.
Die Gegenwart enthält allein die Instanz der Beobachtung – den Beobachter (Lichtpanel einer Kamera, Detektor eines Messgeräts etc.).
Lediglich die Zukunft scheint in dem Prozess der Beobachtung keine Rolle zu spielen – die Zukunft ist, so die landläufige Meinung, kein Bestandteil der beobachtbaren Wirklichkeit, denn sie existiert „noch nicht“.
Wie sich bald herausstellen wird, stimmt das nicht ganz.

Die kausale Ordnung der Zeit.
Unsere bisherige Vorstellung von der Zeit ist vollständig kausal.
Der Zeitpfeil, ob wir ihn thermodynamisch oder kosmologisch nennen, hat eine Richtung – die Zeit verläuft von der Vergangenheit in Richtung der Zukunft. Die Ereignisse lassen sich entlang dieses Zeitpfeils, abhängig von ihrem Zeitpunkt, einordnen. Die von Einstein postulierte Unmöglichkeit der Gleichzeitigkeit der Ereignisse, ergibt sich aus der Tatsache, dass keine zwei Ereignisse am selben Ort und zur selben Zeit stattfinden können (denn wenn wir die Gegenwart als punktbezogen verstehen, besitzen einzelne Punkte der Raumzeit jeweils eigene, unverwechselbare Gegenwart).
Die kausal geordnete Zeit bildet zusammen mit dem Raum ein Kontinuum, in dem jeder Punkt durch drei Raum- und eine Zeitkoordinate definiert werden kann.
Die kausale Ordnung der Zeit besitzt innerhalb der menschlichen Vorstellung die Mächtigkeit eines Naturgesetzes.
Die Richtung der kausal geordneten Zeit ist unumkehrbar.

Die deterministische Ordnung der Zeit.
Wir sind gerade dabei, eine andere, parallele Ordnung der Zeit zu entdecken.

IMG_0845.JPG

Fig. 1 Darstellung der kausalen und der deterministischen Ordnung der Zeit im kartesischen Koordinatensystem.

Wir stellen fest, dass jedes Ereignis zwar Vergangenheit und Zukunft besitzt, dass aber die Zukunft eines Ereignisses, bezogen auf seine Gegenwart, in der Vergangenheit stattfindet.
Die Zukunft eines Ereignisses E findet solange statt, solange E nicht stattfindet, ergo bevor E stattfindet, ergo die Zukunft E findet kausal gesprochen in der Vergangenheit E statt (s. Fig. 1).
Analog dazu stellen wir fest, dass die Vergangenheit eines Ereignisses, bezogen auf seine Gegenwart, in der Zukunft stattfindet.
Die Vergangenheit eines Ereignisses E findet erst dann statt, wenn E bereits geschehen ist, ergo nachdem E geschehen ist, ergo die Vergangenheit E findet kausal gesprochen (und bezogen auf die Gegenwart des Ereignisses E) in Zukunft statt (s. Fig. 1).

Bei der deterministischen Ordnung der Zeit handelt es sich um eine gegenwartsbezogene Zeitordnung. Die kausale Ordnung der Zeit bezieht sich auf das gesamte Zeitkontinuum.

Die Verbindung mit der Quantentheorie.
Wenn das, was wir weiter oben behauptet haben stimmt, und die Vergangenheit der Zeitaspekt ist, der sämtliche Objekte der Beobachtung beinhaltet, dann ist die Annahme berechtigt, dass die Zukunft der deterministischen Zeitordnung observabel ist, denn sie, wie wir gerade gezeigt haben, in der Vergangenheit des jeweiligen Ereignisses stattfindet.
Wenn dem so ist, dann ergibt sich für uns eine begriffliche Korrelation zwischen der Zukunft der deterministischen Zeitordnung und dem Zustand der Superposition.
Wir behaupten daher berechtigterweise, dass der Zustand der Superposition und die Zukunft der deterministischen Zeitordnung als Begriffe äquivalent sind.
Wir behaupten somit, dass die Quanteneffekte, welche sich im Zustand der Superposition beobachten lassen, die sichtbaren Merkmale der Zukunft sind – der Zukunft, welche sich auf die Gegenwart der Messung bezieht und welche im Augenblick der Messung keine Zukunft mehr, sondern gerade die Gegenwart der Messung ist – und als solche liefert sie eine scharfumrissene Sicht der Wirklichkeit (observable Vergangenheit)
Der Übergang zwischen dem Zustand der Superposition und dem Zustand, in dem die Schrödinger-Gleichung nicht gilt, ist der Übergang von der Zukunft in die Gegenwart der Messung (hier zeigt sich in aller Deutlichkeit die Andersartigkeit der deterministischen Ordnung der Zeit – innerhalb der kausalen Ordnung der Zeit redeten wir nicht von einem Übergang von der Vergangenheit in die Gegenwart, sondern von einem Übergang von der Zukunft in die Gegenwart der Messung – die deterministische Ordnung der Zeit existiert also als eine eigenartige Zeitordnung).

Ich behaupte hiermit eine vollständige und eine widerspruchsfreie Interpretation des quantenphysikalischen Effektes der Superposition und der Ursache für den Kollaps der Wellenfunktion erstellt zu haben.
Ich behaupte somit die Physik der Zeit begründet zu haben.

_Also geht die archaische Epoche auf diesem Planeten zu Ende_

Langsam.

IMG_0853.JPG