20. Quantenrealität (XII) Das lineare Modell der Zeit.

von Maciej Zasada

Innerhalb unseres kosmologischen Modells existiert die gesamte Realität in der Zeitdimension – wir fassen die Zeitdimension als logische Matrix der Realität auf.
Die Realität besteht aus dem Zeitelement „Gegenwart„, in dem sie initiiert wird und in dem der Akt der Beobachtung stattfindet und aus dem Zeitelement „Vergangenheit„, in dem sämtliche Objekte der Beobachtung als Bestandteile des Koordinatennetzes der Raumzeit enthalten sind.
Das Zeitelement „Zukunft„, obwohl kein Bestandteil der observablen / observierenden Realität, ist dennoch ein Element des kausalen Zeitbezugs eines jeden Ereignisses/Zustandes der Realität  (und zwar wegen der Wahrscheinlichkeiten, welche sie enthält)
Betrachten wir den kausalen Zeitbezug und den Realitätsfluss des Ereignisses „b„…Beachten Sie: soll Ereignis „a“ die Ursache des Ereignisses „b“ sein, dann liegt das Ereignis „b“ zwar aus der Perspektive von „a“ in der Zukunft, der gesamte kausale Bezug von „b“ ist jedoch in seiner Gegenwart und in der Vergangenheit enthalten. Das Kausalitätsmodell des Ereignisses „b“ entspricht somit der Raumzeitvorstellung der Allgemeinen Quantentheorie der Realität.

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Illustration 1.

Mit dem Pfeil RT markieren wir den Raumzeitbezug der Realität der Ereignisse „a“ und „b„. Die Realität dieser Ereignisse besteht aus ihrer Gegenwart und aus ihrer observablen Vergangenheit.
Die Realität des Ereignisses „b“ entsteht in seiner Gegenwart und besteht weiter als Teil der Vergangenheit. Seine mehr oder weniger ausgeprägte Wahrscheinlichkeit besteht (als Wahrscheinlichkeitsdichte) bereits in der Gegenwart seiner Ursache („a„). Die Wahrscheinlichkeitsdichte des Ereignisses „b“ erhöht sich sukzessive bis dieses Ereignis im Augenblick seiner singulären Gegenwart tatsächlich stattfindet.
Betrachten wir nun den kausalen Zeitbezug und den Realitätsfluss der Ereignisse meiner eigenen Existenz:

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Illustration 2.

Das Zeitmodell der Allgemeinen Quantentheorie der Realität gestattet auf den ersten Blick keinen räumlichen Bezugsrahmen der Realität (denn die Bezugskette der Ereignisse ist wie wir sehen linear, also zweidimensional), doch vergessen wir nicht, dass es keine Ereignisgleichzeitigkeit bezogen auf die Gegenwart der Beobachtung geben kann (denn alle Objekte der Beobachtung aus der Perspektive der Gegenwart der Vergangenheit angehören). Wenn wir diese Annahme berücksichtigen, dann wird die Vorstellung einer 3-dimensionalen Räumlichkeit auch innerhalb eines linearen Zeitmodells denkbar (jeder Punkt der Gegenwart besitzt nämlich innerhalb der Raumzeit eine singuläre Position des Bezugsmittelpunkts).
Jeder Beobachter befindet sich in der jeweiligen Mitte des Zeit- und des Raumbezuges der Realität – damit entsteht einerseits die Möglichkeit der räumlichen Anordnung der einzelnen Beobachter innerhalb einer einzigen Raumzeitmatrix, andererseits lässt sich die Besonderheit des Beobachters innerhalb eines quantenmechanischen Systems erklären.

Die Gegenwart erweist sich als der Ausgangspunkt der Realität einerseits, andererseits als die Erfüllung der Wahrscheinlichkeit, mit welcher sich die jeweilige Gegenwart samt all ihrer Zustände seit Anbeginn aller Dinge notwendig ereignen musste (Aristoteles /Herodot). Die Notwendigkeit aller Ereignisse der Gegenwart war seit Anbeginn aller Dinge vorhanden, denn das was in der Gegenwart geschieht, kann nicht ungeschehen gemacht werden und es war bereits während der gesamten Vergangenheit des Universums als Wahrscheinlichkeitsdichte vorhanden. Im Augenblick der Entstehung des Planeten Erde, im Augenblick der Entstehung des Lebens existierte bereits die Wahrscheinlichkeit meiner Existenz und meiner aus dieser Existenz hervorgehenden, gegenwärtigen Tätigkeit.
Der Determinismus der linearen Zeit ist die logische Ebene der Verbindung zwischen der raumzeitlichen und der quantenmechanischen Ordnung der Realität.