J17. Quantenrealität (IX) Die logische Matrix der Realität.

von Maciej Zasada

Vorbemerkung:
1. Frohes Neues allerseits!
2. Im Abschnitt 16. haben wir die Zukunft zwar als eine sinnvolle Erfindung, doch im Grunde als nicht existent dargestellt. Wir werden dennoch die Zeitdimension als vollständig strukturiert behandeln. Die Zukunft ist in unserem Modell ein Bestandteil des Zeitkonzeptes – sie ist nach wie vor kein Bestandteil der Realität der Tatsachen.

Anmerkung 1:
Bevor Sie diesen Abschnitt gelesen haben, besteht für Sie kein formeller Zusammenhang zwischen der Quantentheorie und der Relativitätstheorie einerseits und der Dimension der Zeit andererseits, nicht wahr? (Obwohl die Zeit ein wichtiger Bestandteil beider Theorien ist, so besteht zwischen ihnen und der Zeitdimension aus Ihrer aktuellen Sicht der Leserin / des Lesers keine formelle Verbindung – die Relativitäts- und die Quantentheorie sind für Sie im Moment noch keine Theorien der Zeit) 

Nachdem Sie diese Schrift gelesen haben, wird in Ihrer Vorstellung ein solcher Zusammenhang entstehen.
Ich, das Kind des Gewitters, bin in diesem Punkt der Verfasser Ihres neuen Weltbildes. haha

Anmerkung 2:
Wir setzen hier die Bemühung fort, unsere falsche Denkgewohnheiten zu überwinden (Danke, Meister Nāgasena). Wir gehen in dieser Bemühung radikal vor, denn wir haben hier mit den hartnäckigst falschen Denkgewohnheiten zu tun.

Die Vereinheitlichung der physikalisch-logischen Ansätze der Quanten- und der Relativitätstheorie ist ein Schlüsselproblem heutiger Physik und als solches eine der größten Herausforderungen der Menschheit überhaupt.
In diesem Licht erscheint es anmaßend, sich einerseits überhaupt mit einem solchen Thema im Rahmen eines „Blogs“ zu befassen, andererseits zu behaupten, der endgültigen Lösung auf der Spur zu sein.
Auf der anderen Seite…warum soll man es nicht tun?
(Zwischen uns: Die Gründe, warum man es nicht tun soll sind genauso lächerlich, wie die, warum man es tut…)

These 1
Nicht die partielle Unvollständigkeit der Relativitäts- und / oder der Quantentheorie entscheidet über ihre gegenseitige Inkompabilität, sondern das Fehlen geeigneter logischer Matrix, durch welche sich, trotz der scheinbaren Inkompabilität, die gemeinsame Verbindung ergeben würde.

Wir nehmen an, dass das Problem nicht dadurch gelöst werden kann, dass irgendwann ein fehlender Puzzleteil in Form einer verbindenden Theorie gefunden wird – das Hauptproblem liegt vielmehr darin, dass uns die entscheidende Perspektive auf die Realität fehlt. Die These 1 besagt, dass erst im Kontext dieser Perspektive sich ein Sinn der Realität ergibt, durch den sich diese mittels der Relativitäts- und der Quantentheorie vollständig beschreiben lässt.

These 2
Die logische Matrix der Realität, in deren Kontext die Ansätze der Relativitäts- und der Quantentheorie kongruent erscheinen ist die Dimension der Zeit mit ihren Elementen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Die gemeinsame Logik der Quanten- und der Relativitätstheorie muss nicht unbedingt in einer vereinheitlichenden Verbindungstheorie zu finden sein. Es ist vielmehr eine Frage der Perspektive auf die Realität, welche beide Theorien scheinbar unabhängig voneinander beschreiben. In Wirklichkeit beschreiben sie die Realität nicht unabhängig voneinander. In Wirklichkeit beschreiben sie nämlich verschiedene Aspekte der Realität. Die logische Matrix, von der wir annehmen, dass sie die Grundlage beider Theorien bildet, wird aus diesen Teilaspekten bestehen.

Beweis

Die Zeit: Vergangenheit.
Dass die Relativitätstheorie die Bezugssysteme der Vergangenheit beschreibt, ergibt sich bereits aus unserer Definition der Raumzeit (Definition der Raumzeit).
Wir definierten die Raumzeit als die Summe aller Koordinatenpunkte der Vergangenheit.
Wir unterstellen, dass die Relativitätstheorie als Ganzes (SRT und ART) die Wechselwirkungen zwischen den Bezugssystemen der Raumzeit beschreibt. Somit behaupten wir, dass das Wirkungsfeld der Relativitätstheorie auf die Zeitkomponente (Aspekt) „Vergangenheit“ beschränkt ist.
Der ausschließliche Zeitbezug der Relativitätstheorie lässt sich somit widerspruchsfrei feststellen.

Die Zeit: Gegenwart und Zukunft.
Der Zeitbezug der Quantentheorie lässt sich ähnlich einfach feststellen.
In der Quantenphysik unterscheiden wir zwei Grundzustände in denen sich die Quantensysteme befinden können: die Superposition und die Beobachtung.
Wenn wir die Quantenzustände den Zeitelementen „Gegenwart“ und „Zukunft“ zuordnen, dann dürfen und müssen wir den Zustand der Beobachtung mit der Gegenwart und den Zustand der Superposition mit der Zukunft in Verbindung setzen.
Die Tatsache, dass der Beobachter die einzige Instanz der Gegenwart ist, ist ein fester Bestandteil der Allgemeinen Quantentheorie der Realität. Wir wissen, dass der Beobachtungsvorgang im Auge der Gegenwart stattfindet.
Der Kollaps der Wellenfunktion ist die Konsequenz der in der Gegenwart – im Mittelpunkt der Realität – stattfindenden Beobachtung.
Der Zusammenhang zwischen der Gegenwart und den quantenmechanischen Effekten ist eindeutig.

Der Zustand der Überlagerung (Superposition), der durch schrödingers Wellenfunktion beschrieben wird, kann mit dem Zeitelement “Zukunft” in Verbindung gesetzt werden.
Zwischen dem Zustand der Superposition und dem Zustand der Zukunft besteht nämlich begriffliche Identität. Der Zustand der Superposition ist die Überlagerung aller aktuell möglichen Zustände eines gegebenen Quantensystems.
Die Zukunft eines beliebigen physikalischen Systems kann analog dazu als Überlagerung aller seiner zum bestimmten Zeitpunkt möglichen Zustände beschrieben werden. Die Wahrscheinlichkeitsdichte, welche die Schrödingers Gleichung beschreibt, kann genauso gut auf den Begriff der Zukunft angewandt werden – in Bezug auf Zukunft operieren wir nämlich auch mit Wahrscheinlichkeiten; mit Wahrscheinlichkeiten, die sich sehr wohl als Wahrscheinlichkeitswellen der ψ-Funktion beschreiben lassen).

Fazit 1:
In der Quantenphysik werden die Zukunft und die Gegenwart beschrieben, die Physik der Relativität beschreibt die Vergangenheit.

Fazit 2 (Beweis für These 1 und 2):
Der Gegenstand der Physik ist die Zeit. (qed)
Die logische Matrix der Realität ist die Zeit. (qed)

Schlussbemerkung:
Wir haben erkannt, dass der verbindende Kontext der Relativitäts- und der Quantentheorie in der Dimension der Zeit liegt.
Wir haben erkannt, dass die Zeit die Ebene der Verbindung ist.