Die Radikalisierung des Unsterblichkeitsbeweises.

von Maciej Zasada

Der folgende Beweis befindet sich bereits auf der Website und im Buch „Perspektivenlogik“. Hier wird er ergänzt durch die aktuellen Erkenntnisse der Allgemeinen Quantentheorie der Realität, an der ich momentan arbeite.

Erkenntnis 12:

Bild 1. Die Beobachtung

Das Licht einer entfernten Galaxie ist Milliarden Jahre unterwegs, bevor es auf der Erde beobachtet wird.
Das Licht der Sonne braucht dazu erheblich weniger – ca. 8 Minuten.
Die Entfernung zwischen Mond und Erde wird von Photonen in einer Sekunde bewältigt.

Mit der abnehmenden Entfernung zwischen dem Objekt und dem Beobachter, nimmt auch kontinuierlich die Zeit ab, welche ein Lichtteilchen dazu benötigt, diese Entfernung zu überwinden. Sind Beobachter und Objekt voneinander entfernt, auch wenn diese Entfernung minimal ist, so vergeht bei der Bewältigung dieser Entfernung notwendig die Zeit.

i) Es kann grundsätzlich keine Entfernung existieren, welche ohne Zeitverlust zu bewältigen wäre (nicht einmal die kleinste, nicht einmal mit Lichtgeschwindigkeit).

Wenn wir also die Wände eines Zimmers, die Augen eines Gesprächspartners, ja, eigene Hände betrachten, betrachten wir die Vergangenheit.
Es kann generell kein Objekt existieren, welches ein Bestandteil individueller Gegenwart des Beobachters wäre.
Sämtliche Objekte und Ereignisse, auch die, welche sich in unmittelbarer Umgebung des Beobachters abspielen, auch die, welche Bestandteile seines eigenen Körpers sind, können nicht zeitgleich mit seiner singulären Gegenwart geschehen (8 Minuten – 1 Sekunde – to infinity & beyond).

Wenn wir Satz i) für wahr halten (und es existiert dazu keine vernünftige Alternative), dann müssen wir konsequenterweise annehmen, dass nicht nur kosmische, sondern alle Objekte jeder beliebigen Beobachtung der Vergangenheit angehören.

Bild 2. Der Körper

Zwischen meinem Körper und meinem Selbst bemerke ich normalerweise keinen Unterschied. Die Haare, die Fingernägel, die Hände, die Beine – alles, woraus mein materieller Körper besteht und auf der anderen Seite auch das, was ich mein Selbst nenne, halte ich für das Selbe.

In Wirklichkeit aber ist der materielle Körper und das Selbst nicht dasselbe – jeder von uns kann dies feststellen, indem er zum Beispiel zum Friseur geht…

Die abgeschnittenen Haare, also Materie, die vor kurzem noch ein Teil unseres Körpers gewesen ist, werden nach dem Friseurbesuch tatsächlich zum Gegenstand, den man auf einen Haufen kehrt und in den Müll schmeißt.
Das gleiche passiert mit einer amputierten Hand.
Wir erkennen ihre Gestalt, ihre Linie, die Form der Fingernägel, kleine Härchen – wir sind ja wahre Kenner eigener Hände.
Wir erkennen einen Gegenstand, welcher vor einer Stunde noch ein wichtiger Teil unserer Person gewesen ist – jetzt, da dieser Gegenstand nicht mehr als Hand benutzt werden kann, hört er auf uns zu interessieren – amputierte Hand landet, wie die abgeschnittenen Haare, im Müll.
Hier erkennen wir, dass die Handamputation, wie das Schneiden der Haare oder Fingernägel auf die Kontinuität unserer wahren Persönlichkeit keinen Einfluss hat. Wir stellen fest, dass der materielle Körper und das Selbst nicht dasselbe sind.

ii) Zwischen dem materiellen Körper des bewussten Beobachters und seinem Geist besteht ein essenzieller Unterscheid. Jede materielle Veränderung, die einen Betrachter betrifft, betrifft ausschließlich seinen Körper.

Bild 3. Der Geist

Wenn ich annehme, dass die Beobachterinstanz in mir und mein menschlicher Körper nicht identisch sind, und wenn ich als Beweis dieser These die sensorische Stabilität der Beobachterinstanz in mir, bezüglich körperlicher Veränderung ansehe, namentlich die Tatsache, dass ihre existenzielle Integrität unabhängig ist von den Veränderungen, welche meinen materiellen Körper betreffen und welche auf die Integrität und Konsistenz dieses Körpers einen unmittelbaren Einfluss haben (das Schneiden der Haare, das Ziehen der Zähne, das Amputieren verschiedener Körperteile etc.), dann kann ich mir konsequenterweise vorstellen, dass die größtmögliche Veränderung, die den Körper betrifft – sein Tod – auf die Integrität dieser Beobachterinstanz ebenfalls keinen unmittelbaren Einfluss haben wird*.

Das, was ich im sensorischen Sinne bin, besitzt keine Haare und keine Hände, deren Verlust mich verändern könnte. Mein „Ich“ verändert sich nie, unabhängig davon, welche Veränderungen meinen materiellen Körper betreffen.

*Hätten diese Veränderungen im Augenblick des Todes auf die sensorische Integrität doch einen Einfluss, wäre dies das allererste Mal…
Du könntest an dieser Stelle behaupten „na gut, es wird ja immer zum ersten Mal gestorben“
…ja, wenn man aber die Tatsache der kontinuierlichen Unversehrtheit sensorischer Instanz als ihren primären Merkmal betrachtet, dann ist das „erste Mal“ kein Argument mehr, denn alle übrigen Merkmale, welche den Körper betreffen, auf die Unversehrtheit dieser Instanz keinen Einfluss haben, kein einziges Mal.

Die Klammer.

Wir sind unsterblich, denn nur unser materieller Körper, und nicht etwa wir selbst, einer Veränderung unterliegt.

Beweis:
Wir sind unsterblich, denn das, was wir wirklich sind, keine Hände, keine Beine und keine anderen Körperteile besitzt [ii)] und weil es als einziges, jeweils in einer singulären Gegenwart existiert [i)]…diese enthält keine Zeit, die vergehen könnte und auch keinen Raum mit ausreichendem Ausmaß, um ein einziges Haar zu beinhalten (s. Mikroinfinität*).

Der körperliche Tod, wie der Tod einzelner Körperteile, betrifft ausschließlich unsere materielle Hülle [ii)].

Der logische Kategoriefehler im Begriff des Todes

Der Geist verlässt seinen Körper, seine materielle Hülle, den einzigen Attribut seiner Selbst, der in dieser Dimension manifest gewesen ist.
Der Geist behält seine Existenz in der Gegenwart bei.

Der Geist leidet darunter, dass er seinen Körper nicht halten kann, der Körper entfernt und zersetzt sich. Der Geist leidet auch darunter, dass andere Geister ihre Körper verlieren…solange wir leben leiden wir.

Keine Angst, der Körper war nie wichtig, gehörte nie dazu.

Die Körper sterben und zersetzen sich – der Geist ist kein Bestandteil der Materie – der Geist war nie ein Teil dieser Raumzeit – er kann daher in dieser Raumzeit nicht existieren und nicht nicht existieren.
Der Tod ist ein größt möglicher Kategoriefehler.
Der Geist hat mit der Dimension der materiellen Existenz der Objekte und Körper, mit ihrem Wachstum, mit ihrem Altern und mit ihrem Verfall nichts zu tun. Der Körper und der Geist sind voneinander, als Instanzen des Lebens im Tod (und im Leben), radikallogisch abgekoppelt.

Ich werde hier auf keine Kommentare angehen.
mz
Kola sprach so über unseren Hund Paco: „als Hund eine Katastrophe, als Mensch…erste Sahne“, liebe Kola, lieber Paco.