10. Die Quantenrealität II: die Zustände der Realitätswelle

von Maciej Zasada

Wir begreifen die Realität als primäre Ursache für die Wirklichkeit der physikalischen Ereignisse. Seit der Antike betrachten wir die platonische Realität des Höhlengleichnisses eher als eine nette Metapher, als ein Modell der Wirklichkeit.
Auch bei der Deutung der quantenmechanischen Vorgänge sind wir nicht in der Lage, die Realität abgekoppelt von der Ebene der Ereignisse anzusehen – wir verbinden die Effekte, die sich im Experiment zeigen, mit den Instanzen, die sie aufweisen…wir versuchen ihre Ursachen in den Eigenschaften dieser Instanzen zu finden. Und wir scheitern.
Davon, dass die Realität nicht unbedingt primärursächlich für die Wirklichkeit der wahrnehmbaren Dinge ist, kann sich jeder im Kino überzeugen – dort vermuten wir die Ursache der gezeigten Bilder nicht etwa in der Kinoleinwand, sondern in der Projektionstechnologie, die sich im hinteren Bereich des Saales befindet.
In der gelebten Realität lässt sich dagegen selten eine „Projektionsebene“ wahrnehmen, welcher ein Wirkungsprinzip implementiert wäre (außer vielleicht des „platonischen“ Schattens, der als ein Ereignis mit der Wirkung des Lichts zusammenhängt).
Die gelebte Realität betrachten wir, unabhängig von den in ihr enthaltenen Kausalitäten, als eine sich selbst erfüllende Tatsache, als die Obermenge aller Ursachen, die jedoch selbst keine Ursache besitzt.
Die Frage, die wir uns stellen ist die: was soll denn die Ursache der Realität sein? Wenn wir uns um die Antwort bemühen, werden wir leicht zur Zielscheibe für diejenigen, welche aus Ignoranz den „wahren Antlitz“ der Wissenschaft „bewahren“.
(Die meisten sind Ignoranten, egal ob sie Titel tragen oder nicht, es sind immer die genialen Individuen, welche Neues wagen, welche die schwierigsten Fragen stellen und welche die trägen Ignoranten, wie ein Tsunami die alten Baracken, vor sich hin schieben.)

Eine der Hauptfragen, welche die Quantentheorie stellt und welche bis heute nicht beantwortet ist, betrifft die Rolle des Beobachters.
Es zeigt sich, dass der Beobachter in der Lage ist, das Verhalten des Quantensystems maßgeblich zu beeinflussen. Abhängig davon, ob er das Quantensystem beobachtet oder nicht, zeigt sich dieses als unscharfe „Wahrscheinlichkeitswelle“ oder als eine Menge scharf umrissener Teilchen.
Die Art und Weise wie die Wechselwirkung des Beobachters und der Realität vonstatten geht, entspricht offenbar nicht der klassischen Vorstellung, bei der die Realität die wirkende Ursache ihrer selbst ist.
Die primäre Eigenschaft der Realität – die Tatsache, dass ihre Erscheinungsform dual ist und die sekundäre Eigenschaft – die Tatsache, dass der Beobachtungsvorgang über die singuläre Form ihrer Erscheinung lokal „entscheidet“, lassen sich nicht klassisch erklären.

Wir haben also einerseits kein Problem damit, die universelle Erreichbarkeit der Realität klassisch zu erklären, andererseits widerspricht die Tatsache, dass sich die beobachtete und nichtbeobachtete Realität verschieden verhalten, der klassischen Ordnung. Es entstehen Fragen nach dem Mechanismus einer dualen Realität, welcher sie jeweils solitär in Erscheinung treten lässt.

9.2.2 Der duale Zustand der Realitätswelle.
In diesem Abschnitt werden wir uns mit dem inneren Prinzip der Beobachtung beschäftigen – mit der Frage nach dem Mechanismus der Beobachtung und mit der Frage nach dem Grund der Existenz einer dualen Ordnung der Realität – dies sind die Grundfragen der Quantentheorie.
Mit anderen Worten: wir packen hier die Quantenphysiker an die Eier und fragen leise, wer nun die Ricolabonbons erfunden hat. Wir schauen dabei in die Ferne.

Die Quantenrealität ist ein ressourcensparendes System.
Wir erkannten, warum eine Realität, deren Anordnung beobachterbezogen ist, effizienter funktioniert und ressourcensparender ist, als jene, deren Wirklichkeitsbezug universell ist.
Die Experimente der Quantenmechanik beweisen, dass Realität (klassisch: des Quantensystems) beobachterbezogen ist. Die Quantenmechanik zeigt dadurch, dass die Realität ein ressourcensparendes System ist.

These
Die Realität ist, was den Umgang mit der Information betrifft, ein ressourceneffizientes System.
Die duale Erscheinungsform der Quantenrealität ist die Konsequenz ihrer Ressourceneffizienz (Blasphemie: ihrer effizienten Programm-Architektur).

Wenn wir die Beobachterbezogenheit der Realität als ein Merkmal ihrer Effizienz betrachten, dürfen wir die Existenz ihrer dualen Erscheinungsform gleichermaßen mit der Effizienz der Realität in Verbindung setzen.
Die Existenz zweier Wellenlängen der Realitätswelle spricht dafür, dass die Erhaltung der geringen Menge der zu verarbeitenden Information, elementar für das System der Quantenrealität ist.
Die Erscheinungsform der Realität mit dem Oszillationsintervall ¥ ist die Erscheinungsform der Superposition.
Das sichtbare Merkmal dieser Erscheinungsform ist die Unschärfe ihrer Zustände. Diese Ressourcensparende Erscheinungsform tritt dann auf, wenn keine Beobachtung innerhalb der lokalen Quantenrealität stattfindet.
Die Superposition ist der Grundzustand der Realität.

Der Beweis der These
Die flächendeckende Unschärfe der Realität, welche sich vorwiegend im unbeobachteten Zustand befindet, hat zur Konsequenz, dass die Informationsmenge, welche für die Erhaltung ihrer Wirklichkeit notwendig ist, im Vergleich zur Informationsmenge einer scharf umrissenen Realität, verschwindend gering ist.
Die Wellenlänge ¥ der Realitätswelle bewirkt, dass die Objekte der Raumzeit mit vielfach reduzierter Frequenzrate der Realitätsquanten in Erscheinung treten.
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Somit werden diese Objekte zum einen unschärfer abgebildet, zum anderen die Informationsmenge ihrer Realität deutlich reduziert.
Wenn wir die Tatsache bedenken, dass die absolute Mehrheit der potenziell verfügbaren Information für einen lokal aktiven Beobachter irrelevant ist, dann erweist sich die Reduktion der verfügbaren Informationsmenge der unbeobachteten Realität als äußerst sinnvoll.
Die Reduktion wird dadurch erreicht, dass ausschließlich nützliche Informationen über die Realität dem Beobachter vollständig zur Verfügung gestellt werden – die Informationen darüber, was gerade beobachtet wird.
Der Zustand der scharfen, beobachteten Realität ist nämlich extrem ressourcenintensiv.
Die scharfe Realität der beobachteten Welt kommt durch die erhöhte Frequenzrate der Realitätsquanten zustande.
Die Wellenlänge der Realitätswelle ₽ ist minimal und bewirkt, dass die Objekte der Raumzeit messerscharf abgetastet und abgebildet werden.

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Es geht darum, dass die Realitätswelle ₽ jederzeit alle Objekte der Raumzeit scharf erfassen kann, wohingegen Realitätswelle ¥ durch ihre erhöhte Wellenlänge und dadurch verursachte niedrigere Frequenzrate der Realitätsquanten, die Realität nur unscharf abbilden kann.

Die Überlagerung beider Wellenlängen bei der Beobachtung eines Beobachtungsvorgangs der zweiten Ordnung bewirkt deutlich sichtbare Interferenzen.
Wie diese Interferenzen zustande kommen und was sie bedeuten ist das Geheimnis der Quantenmechanik – darüber demnächst.
Wer genau hat nun die doofen Ricolas erfunden????