5. Über die Physik der Parallelen Ordnung.

von Maciej Zasada

Wir nehmen die Existenz einer parallelen Ordnung der Realität* als gegeben an. Wir bemühen uns gar nicht um den empirischen Beweis ihrer Existenz, der aus unserer Sicht ohnehin unmöglich ist (das stimmt nicht ganz, diese Möglichkeit stand aber noch in den Sternen, als ich dies geschrieben habe) – wir akzeptieren den Umstand, dass wir keine empirische Theorie konstruieren werden. Wir sehen uns in der Lage derer, die etwas erreichen wollen, was ihnen aus Prinzip verwehrt ist. Wir überlegen uns, wie die Realität gestaltet werden müsste, um ganzheitlich und parallel in Erscheinung zu treten. Damit verlassen wir bereits den logischen Grund unserer Realität – wir denken uns in eine andere Welt hinein.

Im Nummer 4. entdeckten wir einen wichtigen Zusammenhang: die Realität funktioniert anscheinend unabhängig von der Zahl der Dimensionen. Die Dimensionen der Raumzeit sind jedenfalls nicht notwendig, um den logischen Fundament der Realität aufrechtzuerhalten, sie sind vielleicht eine Täuschung oder eine Größe, die gekürzt werden kann.
Diese Tatsache (wobei hier von einer Tatsache zu sprechen, zugegebenermaßen etwas zu weit geht) bedeutet, dass entweder die materielle Realität auf eine einzige Dimension reduzierbar ist, oder dass sie gar keine Dimensionalität besitzt und eine vollständige Projektion ist.

…Wie ist das zu verstehen…

Im Rahmen der Kosmologie der Mitte haben wir bereits gezeigt, wie der Raum auf seine Zeitkomponente reduziert werden kann (Artikel Raumzeitskala des Indiversums„). Die Möglichkeit dieser Reduktion berechtigt uns, die räumliche Koordinaten und die Koordinate der Zeit in einem 3-dimensionalen Koordinatensystem zu vereinen (womit erst ein Modell der Raumzeit entsteht, in dem der Raum und die Zeit auf der elementaren Ebene endgültig und irreversibel verbunden sind).
Dadurch entstehen viele Möglichkeiten, die bisher nicht für möglich gehalten wurden.
In der klassischen Vorstellung existiert zwar die Relativität der Zeit, doch die Eigenzeit innerhalb des jeweiligen Inertialsystems besitzt einen festen, linearen Maßstab und Verlauf. Der neue Begriff der Raumzeit ermöglicht theoretisch die Befreiung von der Zeitkonstante als einer festen Größe – möglich in den Rechnungen wäre nämlich beispielsweise die Annahme bestimmter Geschwindigkeit als einer Gleichungskonstante (z.B. o Schreck(!) der gemessenen Lichtgeschwindigkeit…welche in jedem Inertialsystem TATSÄCHLICH konstanten Wert besitzt).
Die Zeit wäre, wie der Raum, vollständig manipulierbar – ihre Relativität wörtlich zu nehmen.
Die mathematische Manipulationen, welche die Zeitvariable beträfen, führten dazu, dass der Zeitbegriff als ein linearer Prozessmaßstab aufhören würde zu existieren, was wiederum die Möglichkeit einer instantanen Erscheinungsordnung der gesamten Realität denkbar machen würde.
Gegen diese Ordnung sprechen nämlich vor allem zwei Faktoren: die Linearität der Zeit und die damit in enger Verbindung stehende räumlich-zeitliche Linearität der Signalausbreitung (darin inbegriffen die Linearität der elektromagnetischen Welle).
Unser Bild der Realität ist ein seriell-analoges, sein Ursprung liegt noch im 19. Jahrhundert. Auch wenn wir diesem Bild den relativistischen Faktor hinzugeben, ist es immer noch archaisch und unzureichend.
Das Bild der instantan parallelen Erscheinungsordnung muss in eine Quantentheorie der Realität zwingend integriert werden.
Das Bild der Parallelelen Ordnung der Realität ist aus der heutigen Sicht durchaus plausibel.

Wenn wir uns an die 2-dimensionale Analogie erinnern, wäre der Flachland-Denker bei der Konstruktion seiner „Theorie des Raumes“ durch die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit an das PROZESS-Kontext gebunden – er würde sich die dritte Dimension als schnelle Abfolge nacheinander den Raum bildender Flächen vorstellen..
Die in Wirklichkeit (in unserer Welt) parallele Erscheinungsform dieser Dimension, könnte er innerhalb seiner 2-Dimensionalität anhand der darin herrschenden Gesetze der Linearität in seiner Theorie nicht annehmen, ohne mit der Gültigkeit dieser eiserner Gesetze zu brechen…
Paradoxerweise gelten für uns die gleichen Barrieren, paradoxerweise sind unsere Probleme bei der Erreichung höherer Dimensionalität dieselben, und zwar in jeder Hinsicht.
Wenn wir den Spieß umdrehen, können wir uns folgende Frage stellen: was ist, wenn unsere, als eine Ganzheit verstandene Dimension des Raumes nicht „aus einem Guss“ ist.
Vielleicht ist sie eine konstruierte Realität dessen, was sich ein 2-dimensionales Wesen mühsam ausdenken muss?
Dies würde jedenfalls zu unserer Annahme der Parallelen Ordnung passen..und dies würde die Existenz der quantenmechanischen Koherenzeffekte (welche sich verdammtnochmal IN DER REALITÄT und nicht etwa „im Licht“ zutragen) elegant erklären…nämlich als Interferenzeffekte der REALITÄT (wobei wir dabei annehmen, dass die Entstehung der Interferenz mit den Realitätsquanten, mit ihrer Frequenz, Amplitude, Phasenverschiebung etc. zusammenhängt).

Finden Sie unten eine modellhafte Darstellung dessen, was bis jetzt postuliert wurde (Illustration 1.):

1. Die Zeit verstehen wir als Vergangenheit (mit der Konsequenz, dass die Gegenwart der Nullpunkt der Zeitrechnung in die Vergangenheit und in die Zukunft ist).

2. Die Realität besteht aus einzelnen 2-dimensionalen Quanten und der immateriellen Gegenwart.

3. Die 3-dimensionale materielle Raumzeit entsteht sekundär durch die Raumtiefe der Vergangenheit (die Existenz der Raumzeit ist durch die Tiefe der Vergangenheit bezogen auf die Gegenwart der Messung / Beobachtung bedingt)…dieses Modell ist der Raumkonstruktion der hypothetischen „2-dimensionalen Theorie des Raumes“ äquivalent(!).

4. Der Beobachter (oder Detektor einer Messapparatur) befindet sich als einzige Instanz in der Gegenwart, aus deren Mitte sämtliche Messungen / Beobachtungen ausgeführt werden.

5. Der Zeit- und Bezugsmittelpunkt der Realität ist die immaterielle und solitäre Gegenwart des Beobachters.

6. Jegliche Messung / Beobachtung betrifft die Vergangenheit.

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Illustration 1.

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* Parallele Ordnung der Realität besitzt hier eine doppelte Bedeutung. Wir belassen es bei der Doppeldeutigkeit des Begriffs „parallel“. Obwohl „unsere“ Bedeutung mit der Gleichzeitigkeit der Erscheinung der Realität zu tun hat (in jedem einzelnen Realitätsquant ist die gesamte Realität enthalten – die Realität wird von uns als Quantenobjekt verstanden), so trifft die Bedeutung „eine parallele Ordnung der Realität, die neben ´unserer´gültig ist“ gleichwohl zu.