1. Die Gegenwart und die Beobachtung.

von Maciej Zasada

Eine durchgeführte Messung des Quantenzustands erzwingt scheinbar beim Quantenobjekt die Aufgabe seines Wellencharakters. Offensichtlich treten Interferenzen nur dann auf, wenn keine Information über den konkreten Zustand des Quantensystems vorliegt.
Man spricht oft davon, dass ein Quantenobjekt über die Information, ob sein Zustand gemessen wird oder nicht verfügen muss, um sich wie ein Teilchen oder wie eine Welle zu verhalten.
In der klassischen Auslegung der Quantenmechanik geht man von der Existenz einer Information über die Tatsache der Messung innerhalb eines Quantensystems aus. Man schließt also einerseits die Gültigkeit des Kausalitätprinzips aus, andererseits operiert man mit der Vorstellung der Ursache und Wirkung, wenn es darum geht, den Kollaps der Wellenfunktion zu erklären.
Man unterstellt, dass die Messung, die Ursache der Zerstörung des ursprünglichen Superpositionszustandes ist und dass die beteiligten Teilchen von der Tatsache dieser Messung irgendwie „erfahren“.
Diese Auslegung der quantenmechanischen Vorgänge beinhaltet eine unzulässige Interpretation – es wird dem Teilchen ein wissendes Wirken zugesprochen.
Die Existenz der Information über die Tatsache der Beobachtung ist jedoch nicht erforderlich, um den Kollaps des Superpositionszustandes in den Quantensystemen zu erklären – diese Information ist für die Zustandsentwicklung des Quantensystems irrelevant.
Der Superpositionszustand ist der Zustand, in dem die Quantenobjekte existieren. Sie existieren darin nicht als Bestandteile der Raumzeit, sondern als Bestandteile ihrer jeweiligen Gegenwart.

Quantentheorie der Realität: Definition der Gegenwart
Die Gegenwart ist ein zeit- und raumloser Eigenzustand der Realität, in dem sich sämtliche Objekte grundsätzlich im Wellenzustand befinden. Die Gegenwart markiert das jeweils aktuelle Initialquant der Realität.

Es ist falsch, dass: „Die Quantenobjekte wissen, ob man an Ihnen irgendwelche Messungen vornimmt, denn sie richten ihr Verhalten danach. Es ist dabei interessant, dass allein schon die Möglichkeit der Messung maßgeblich für das Verhalten der Quantenobjekte ist“…

Richtig ist:…Das Quantenobjekt „wählt“ nicht einen zufälligen Zustand aus einer Unzahl der möglichen Optionen, das Quantenobjekt „besitzt“ keine Information über die Messungsapparatur, das Quantenobjekt „entscheidet“ nicht über seine eigene Realität – das Quantenobjekt wird durch den Vorgang der Messung zum konkreten Objekt der Raumzeit (der Vergangenheit*) dadurch, dass die Messapparatur ihn aus der Perspektive der Gegenwart wahrnimmt (womit der Gegenwart-Eigenzustand des Quantenobjekts (Superposition) für die Messapparatur unerreichbar wird).
Das Messergebnis kommt somit nicht durch die Wechselwirkung des Messinstrumentes mit dem Objekt der Messung zustande, sondern dadurch, dass das Messapparat als Gegenwart-Instanz in der konkreten „Subjekt-Objekt“ Beziehung steht.
Dadurch besetzt die Messapparatur im wahrsten Sinne des Wortes die Gegenwart der Messung und dadurch wird sie zum Bezugsmittelpunkt des gesamten Systems (Grundsatz: jedes Objekt existiert aus der Perspektive der Subjektgegenwart ausschließlich in der Vergangenheit).
___________________
* Definition: Die Raumzeit ist die Gesamtheit räumlich-zeitlicher Koordinatenpunkte der Vergangenheit.