Quantenkosmologie: Die Thesen der Verbindung

von Maciej Zasada

Während wir an der Entwicklung der Kosmologie der Mitte arbeiteten, entwarfen wir ein Modell der Realität, in deren Mittelpunkt die Gegenwart steht.
Aus diesem Modell entwickelte sich die Vorstellung einer beobachterbezogenen Raumzeit, deren zentraler und einziger Bezugspunkt, die Gegenwart der jeweiligen Betrachtung ist. Diese beobachterbezogene Raumzeit nannten wir das Indiversum.
Im ersten Teil der Quantenkosmologie (5.1 – Satzanalyse I und Satzanalyse IV-VI) entstand die Vorstellung einer universellen Verbindung zwischen den einzelnen Indiversen.
Wir haben durch die Anwendung eines einfachen An-Arguments (Netzwerk-Analogie im Computerspiel) die Möglichkeit erhalten, das Bild der universellen Realität mit dem Modell des singulären Indiversums in Verbindung zu bringen – wir haben somit das Indiversum als ein physikalisches Gebilde denkbar gemacht.
Seitdem ist es uns auch möglich, folgende Frage zu beantworten: „warum innerhalb des Indiversum-Modells verschiedene Betrachter scheinbar dieselbe Realität beobachten?“
Die Beantwortung dieser Frage ist wichtig, denn nimmt man die Gültigkeit des Indiversum-Modells an, so muss man die Tatsache der Existenz anderer Indiversen innerhalb des eigenen erklären – ignoriert man das Problem, stellt man das Indiversum-Konzept insgesamt auf einer Stufe mit dem konstruktivistischen Solipsismus (mit allen bekannten philosophischen Konsequenzen und Defiziten dieses Modells).
Bei der Entwicklung des kosmologischen Modells der Mitte war zudem die Erhaltung seiner logischen Konsistenz von großer Bedeutung – wir wollten schließlich ein kosmologisches Modell entwerfen, dessen Gültigkeit innerhalb des klassischen Paradigmas außer Frage steht. Und genau das ist uns auch gelungen – auch wenn die Kosmologie der Mitte eine andere Realität beschreibt, als das Standardmodell und auch wenn diese Tatsache der landläufigen Realitätserwartung nicht entspricht – das kosmologische Modell der Mitte ist widerspruchsfrei.

Wir schreiten nun weiter fort und beginnen unsere Vorstellung von der Welt um die Aspekte zu erweitern, welche für die „Erfahrung der Realität“ unverzichtbar sind, deren spezielle Existenz jedoch innerhalb der klassischen Kosmologie schlicht ignoriert wird (diese Kosmologie beschränkt sich auf die Beschreibung der materiell-manifesten Ereignisstrukturen – sie klammert die „virtuellen“ Ereignisse des psychischen Innenraumes vollständig aus).
Die Quantenkosmologie wird auf die Realität des psychischen Innenraumes als einer relevanten Größe nicht verzichten – erstens, weil dieser eine herausragende Rolle innerhalb der Quantentheorie spielt (die Instanz des Beobachters innerhalb des quantenmechanischen Experiments), zweitens, weil er für die sinnliche „Erfahrung der Realität“ substanziell ist, weil eine sinnliche „Erfahrung der Realität“ ausschließlich auf der solitären Ebene des Geistes stattfindet.

Quantenkosmologie: die Thesen der Verbindung

1. These
Alle Ereignisse sind Information.

Die Information ist die Grundsubstanz der Welt (4. Satz der Form)

2. These
Das Indiversum besteht aus der (nichterfahrbaren) Ebene der Wirklichkeit und aus der ( erfahrbaren) Ebene der Realität.

Die Realität ist das sichtbare Produkt der wirkenden Wirklichkeit.

3. These
Die Wirklichkeit besteht aus der auslesenden Hintergrund-Instanz und aus der wirkenden Instanz der PROZESSVORSCHRIFT.

Die Wirklichkeit (das ursächlich Wirkende / die Urmaterie) gehört nicht der Realität an, denn sie findet nicht innerhalb der Raumzeit statt. Alle Prozesse und alle Zustände der Wirklichkeit beziehen sich auf die Hintergrundinstanz. Diese ist der Bezugsmittelpunkt der Wirklichkeit.
Sowohl sie, als auch die Wirklichkeit insgesamt sind raum- und zeitlos.

4. These
Die Wirklichkeit ist invariant.

Die Wirklichkeit ist eine Vorgabe. Sie ist ewig, unveränderlich und unabhängig von der periodisch auftretenden Realität

5. These
Veränderung und Anpassung sind charakteristische Eigenschaften der Realität.

Das, was innerhalb dieser Welt geschieht – die Summe der Ereignisse, der Prozesse und der Entropie – das, was tatsächlich oder im Prinzip erfahrbar oder auch grundsätzlich nicht erfahrbar ist, nennen wir Realität.
Realität als Produkt der Wirklichkeit besteht aus der primären und aus der sekundären Illusion.
– primäre Illusion betrifft den Beobachter selbst (seine solitäre Gegenständlichkeit)
– sekundäre Illusion betrifft die Materie.
Paradoxerweise ist die Realität eine Illusion – das, was wir als real bezeichnen würden, ist die Wirklichkeit, welche allerdings nicht direkt sondern durch ihre Wirkung erfahrbar ist (daher nicht als real wahrgenommen wird)…

6. These
Die Realität setzt sich zusammen aus zwei unabhängigen Grundzuständen:
– aus der Gegenwart
– aus der Vergangenheit

Das einzige Element der Gegenwart ist der Geist.
Das einzige Element der Vergangenheit ist die Materie.
Der Geist und die Materie sind voneinander logisch entkoppelt (Samkhya: die höchste Erkenntnis)

7. These
Wir gehen von der Existenz zweier unabhängigen Ereignisebenen der Realität aus – diese sind:
– die Ebene des Geistes (Gegenwart – Beobachter).
– die Ebene der Raumzeit (Vergangenheit – Materie).

Wir gehen davon aus, dass die sichtbare, manifeste Außenwelt eine Projektion ist. Die eigentliche Ebene dieser Projektion bildet die sogenannte Realität der manifesten Erscheinungen. Diese ist das Produkt der PROZESSVORSCHRIFT, welche sie als Summe der wahrscheinlichen Objekte/Ereignisse dem betrachtenden Geist zur Verfügung stellt.
Die PROZESSVORSCHRIFT ordnet die Struktur der Vergangenheit.
Die Substanz, aus der die Vergangenheit besteht, nennen wir Äther.
Aus dem Äther entsteht die Materie nach dem Schwingungsmuster der PROZESSVORSCHRIFT.

8. These
Wenn eine vermeintlich serielle Erscheinungsordnung der Raumzeit unkritisch akzeptiert wird – d.h. wenn ihre Prozesse und Ereignisse gemessen werden und wenn behauptet wird, von der endgültigen Wahrheit insoweit entfernt zu sein, insoweit die endgültige Auflösung der Messung erreicht oder nicht erreicht ist, dann wird de facto keine Ordnung der Raumzeit erkannt, sondern es werden höchstens die einzelnen Merkmale der manifesten Erscheinung (punktuell in Raum und Zeit) erfasst.

Wenn die Realität eine Projektion ist (und wenn sie aus Information besteht, welche nach den Schwingungsmustern der PROZESSVORSCHRIFT geordnet ist), dann können wir sie als Programm bezeichnen (diese Bezeichnung ist aus Prinzip unvollständig – die Bezeichnung „Programm“ ist die sprachliche Entsprechung, die uns gegenwärtig zur Verfügung steht – um dieselbe Entität in früheren Zeiten zu beschreiben stand uns lediglich die sprachliche Entsprechung „Buddhi“ zur Verfügung – die verfügbare Mechanik der Sprache modelliert, wie wir sehen, die Vorstellung und die Realität der Welt).

9. These
Die Wirkungsweise eines quantenlogischen Programms ist instantan.

Die quantenlogische Computersprache wirkt parallel-instantan – die Sprache der PROZESSVORSCHRIFT ist quantenlogisch (auch dann, wenn sie mehrheitlich serielle oder entropische Prozesse in Gang setzt) – die Wirkung der PROZESSVORSCHRIFT erstreckt sich nämlich gleichzeitig auf die gesamte Realität.
Die Quantenlogik der PROZESSVORSCHRIFT ist parallel (die Semantik der Quantenlogik enthält keine seriellen Sätze wie „wenn A, dann B“ – diese ergeben sich).

10. These
Äther in verschiedenen Schwingungszuständen ist der einzige Bestandteil der Materie

Welche Substanz letztendlich als Äther bezeichnet wird, ob sie materiell oder immateriell (Information) ist, ist kein Gegenstand unserer Untersuchung. Wir postulieren die Existenz des Äthers als einer kosmologischen Hilfsgröße und aufgrund dessen, dass seine Existenz obschon nicht beweisbar (Michelson-Morley-Experiment an sich), so auch nicht widerlegbar ist (Definition der Raumzeit. Lichtgeschwindigkeit. Michelson-Morley-Experiment).


Die Fragen:

– woher weißt Du so viel über die Welt?
– bist Du sicher zu wissen, dass sie ist, wie Du sie dir vorstellst?
– woher nimmst Du die Gewissheit der Realität dieser Welt?
– plagen dich denn keine Fragen?