Quantenkosmologie: Die höchste Erkenntnis.

von Maciej Zasada

Es existieren sowohl jahrtausendealte Wirklichkeitbeschreibungen, als auch solche, die erst seit zweihundert Jahren bestehen.
Wenn man nun von der Existenz einer stufenweisen Evolution der Erkenntnis ausgeht, müsste man annehmen, dass die uralten Wirklichkeitsbeschreibungen weniger verlässlich sind, als die neuzeitlichen (etwa die, welche im achtzehnten oder neunzehnten Jahrhundert entstanden).
Man müsste annehmen (können), dass die letzteren mehr gemeinsame Schnittmengen mit moderner Betrachtung besitzen, als die ersteren.
Diese Schlussfolgerung ergibt sich eigentlich aus der Definition der Evolution automatisch, doch ist sie richtig?
Aus dem selben Grund gehen wir von der falschen Annahme aus, dass die mathematische Beschreibung evolutionär höher gestellt ist, als die sprachliche. Die Mathematik entstand viel später als Sprache und mit dem Ziel, das Unvermögen der Sprache bei der Entdeckung und bei der Beschreibung bestimmter komplexer Zusammenhänge der Wirklichkeit und des Denkens zu beseitigen.

Die evolutionäre Denkweise verleitet uns auch dazu, die aktuell erreichbare Erkenntnis als die höchst mögliche zu betrachten (was nebenbei gesprochen wörtlich verstanden zu peinlichen Missverständnissen führt)
Jedes Zeitalter denkt über sein Erkenntnisniveau höchst positiv, doch jede Erkenntnisstufe erweist sich am Ende aus der universellen Perspektive (der Zukunft) als unvollständig.

Die Frage, die sich heute stellt lautet: existiert ein universelles Wissen, das uns seit jeher zur Verfügung steht?
Ist es möglich aus dem Vollen zu schöpfen, ohne auf die Errungenschaften der jeweilig aktuellen Wissenschaft zu achten?
Existiert ein verborgenes Wissen, dessen Ursprung die Tatsache des Erkennens und nicht die Qualität der (empirischen) Erkenntnis ist (Bild: ähnlich dem Vorwissen, das den Ameisen am sonnigen Tag erlaubt, den aufkommenden Regen „zu spüren“ und ihre Eier und Larven in die Wassersicheren Abteilungen des Ameisenhaufens zu transportieren)…

Vor zwei Wochen stieß ich auf eine uralte orientalische Philosophie.
Diese beschreibt die Wirklichkeit beinahe quantenmechanisch – natürlich mit anderen (damals üblichen) Worten und ohne erkennbare Mathematik.
Ich habe trotzdem den Eindruck gewonnen, dass sie erkenntnistheoretisch viel näher an der gegenwärtigen Wissenschaft positioniert ist, als das bei den neuzeitlichen Wissenschaften (etwa der kartesischen) je der Fall gewesen ist.
Ich erkannte eine altertümliche (mindestens zweieinhalbtausendjährige), treffende Beschreibung der quantenmechanischen Vorgänge in der Natur.

Die zukünftige Beschreibung der Wirklichkeit, die hier im Rahmen der Quantenkosmologie und der Quantenlogik entstehen wird, wird daher auf die Mittel der heutigen Mathematik verzichten, denn diese entstand auf der Grundlage der klassischen Logik und ist als solche unfähig, die Erreichung der Ebene der Quantenlogik zu ermöglichen.
Die Alltagssprache wird von uns dagegen als quantenmechanischer Zustand erkannt und als Mittel quantenmechanischer Beschreibung anerkannt.
Wir brechen mit der klassisch-logischen Rationalität – wir gehen von der Existenz des universellen Wissens als einer unabhängigen Erkenntnisqualität aus.
Es geht hier um die höchste Erkenntnis.