Gewitterkind: Schluss mit lustig. Kalis orientalischer Tanz.

von Maciej Zasada

Es passieren wichtige Dinge im Nahen Osten.
Es wird vor unseren Augen ein neuer archaisch-logischer Zustand etabliert. Darüber zu reden, dass dieser Zustand eine Gefahr darstellt für alles, wofür die westliche Zivilisation steht, ja für die zivilisierte Welt insgesamt ist müßig. Wir haben jahrzehntelang nicht in jene Richtung geschaut. Wir haben den lokalen Satrapen zugetraut, dass sie im Rahmen ihrer Zuständigkeit und jenseits dieser für Zucht und Ordnung sorgen, weil es jahrzehntelang gut funktioniert hat.
Doch in dem Augenblick, in dem die Satrapen vertrieben wurden, entstand ein Machtvakuum, das sich augenblicklich mit anderem Leben füllte.
Die Idee des Kalifats ist kein vorübergehender Zustand, kein keimender Ansatz einer unabhängigen islamischen Staatlichkeit – sie besitzt eine logische Qualität und ist deshalb unbesiegbar…nicht militärisch besiegbar zumindest…
Wir reagieren auf kleine, wendige, mit gewaltigen Maschinengewehren (die innerhalb von Minuten jedes Haus in Schutt und Asche verwandeln) ausgestattete japanische Pickups mit veraltetem Material, mit veralteten Prozeduren und mit veralteten Dogmen.
Wir reagieren auf den massiven (logistischen) Angriff mit einer veralteten militärischen Mechanik…
Wir sind archaisch wie unsere Gegner.
Doch diese haben zumindest den Krieg neu erfunden.

Die Staaten wie Ägypten, Libyen, Algerien, Marokko bestehen mittlerweile nur auf dem Papier. Im selben Augenblick, in dem sie aufhören zu existieren, werden sie auch in Vergessenheit geraten und durch eine höhere Idee ersetzt.
Die Idee existiert bereits.

Den bedeutenden Teil des Begriffs „Kalifat“ bildet der Name der schwarzen Göttin des Todes – Kali.
Wikipedia beschreibt die Bedeutung dieser Göttin treffend auf diese Weise:
„Kalis Bedeutung beschränkt sich nicht auf den Todesaspekt. Die Gläubigen sehen sie trotz ihrer schrecklichen Gestalt auch als Beschützerin der Menschen und göttliche Mutter, als Kalima, da ihre zerstörerische Wut sich nicht gegen die Menschen, sondern gegen Dämonen und Ungerechtigkeit richtet. In dieser furchterregenden Manifestation ist die Göttin zuständig für die Auflösung des Universums, die Sichel in der Hand deutet auf die Ernte, auf das Ende des Lebens…Die Sichel ist ihren Anhängern aber nicht nur ein Symbol des Todes, sondern kann als Werkzeug der Erlösung verstanden werden: Sie durchschneidet Verwirrung, Unwissenheit und Bindungen und macht dadurch den Weg frei zur Erlösung. Damit gilt Kali auch als Zerstörerin der negativen Kräfte und Illusionen, die den Menschen daran hindern, Heil zu erlangen und den Geist zu befreien, um dem Kreislauf der Wiedergeburten, dem Samsara, zu entkommen.“

Das, worum es bei der Befreiung von Geist geht, ist die Erkenntnis seiner (des Geistes) exklusiven Realität.
[Darin gerade besteht der Unterschied zwischen dem Geist (Gegenwart) und der Materie (Raumzeit)]

Gewitterkind