Gewitterkind: Hilfe ist auf dem Weg

von Maciej Zasada

Gestern zu Besuch in der Ukraine…
Dort werden die Stimmen lauter, die den militärischen Einsatz der EU gegen Russland verlangen.
Es scheint für manche Ukrainer keine Rolle zu spielen, was ein solcher Schritt für die übrige Welt bedeuten würde.
Wie lange wird es wohl dauern, bis man in Israel entscheidet, dass die Bedeutung der eigenen Sache mehr wiegt, als der weltweite Frieden?
Wie reagiert man hierzulande auf die offizielle Einladung zur aktiven Teilnahme an dem Nahost-Debakel?
Wird man sich der Verantwortung entziehen?
Man befindet sich doch mittendrin in einem alttestamentarischen Spiel…
Und man spielt gewissermaßen in einer Mannschaft.
Man sieht sich außerdem in moralischer Schuld.
Und wenn man für Werte Israels kämpft, kämpft man irgendwie für die eigenen.
Ja, wenn man sich für das archaische Spiel entscheidet, dann wird man wohl nicht umhin kommen, Blabla Truppen nach Israel zu entsenden.
Man wird ja kein Kollegenschwein sein wollen.
Man wird sich für die archaische, spiralförmige Mechanik entscheiden, obwohl einige hier gedacht haben, diesem Sog gerade noch entkommen zu sein.
Wie im Film „Constantine“, in dem der Titelheld glaubt, dem Teufel gerade noch zu entkommen, und ihm schon den Stinkefinger zeigt…um festzustellen, dass das letzte Wort doch dem Herrn der Finsternis gehört.
Die Welt hat sich durch keine Gesetze und durch keine demokratische Ordnungen verändert.
Das Barbarische ist der genuine Bestandteil der menschlichen Natur.
Jede funktionierende zwischenmenschliche Ordnung (ein Gleichgewicht innerhalb der Ordnung des kategorischen Imperativs beispielsweise) kann gestört und ins Gegenteil umgekehrt werden, solange zweiwertige Wahrheitslogik die Wahrnehmung (hier: des Rechts und des Unrechts) entscheidet.
Wir sind Maschinen, welche nicht imstande sind, die Logik ihres Betriebssystems zu erkennen.
Wir versuchen zu erklären, wir sind enttäuscht, entsetzt, zeigen Unverständnis, verurteilen, kommentieren, analysieren…“verstehen“ – wir beschäftigen uns mit der oberflächlichen Trivialität und übersehen stets die wirkliche Ebene der Realität.
Für jemand, der diese Ebene erkennt sind sämtliche Versuche die Realität mittels zweiwertiger Wahrheitslogik zu erklären peinliche, erbarmungswürdige, durchsichtige Versuche das Offensichtliche zu übersehen.
Entweder sehen wir nichts als das Sichtbare oder wir werden unerträglich esoterisch…
Wir buddeln immer an der falschen Stelle.
Es ist wichtig, sich der Tatsache bewusst zu sein, dass unser Betriebssystem ein logisches System ist und dass unsere Logik sowohl auf der individuellen, als auch auf der universellen Ebene aktiv bestimmt, was und wo geschieht und wie es jeweils interpretiert wird.
Die Muster sind immer dieselben: Gleichgewicht, Aggression, Beistand, Allianzen, Feindbilder, Schuld, Unschuld, Recht, Unrecht…unabhängig davon, ob es sich um dialektische Konflikte im Internet handelt oder solche, die mit metallenen Gegenständen im Freien ausgetragen werden.
Die Zeit ist reif für das radikale Update des archaischen Betriebssystems der Maschine Mensch.
Alles andere ist bloßes Geschwätz..

Gewitterkind