Gewitterkind: Kritik an der Logik des Imperativs.

von Maciej Zasada

Wenn anhand der aktuellen Berichterstattung der Eindruck entstehen soll, dass ein Unterschied zwischen uns „Kultivierten“ und den ISIS-Leuten besteht (weil wir ihre „Gräueltaten“ kommentieren, nicht begehen), dann ist der Eindruck falsch – zwischen uns hier und ihnen dort besteht kein Gramm Unterschied.
Argumente, Toleranz, Einsicht, guter Wille, „der bestirnte Himmel über mir“…zum Teufel damit.
Eine Entwicklung der Menschheit im ethischen Sinne fand und findet nicht statt – ein, wie auch immer gearteter, „moralischer“ Fortschritt ist ein Mythos.
Um die Menschheit auf eine höhere Entwicklungsebene zu heben, müsste zuerst die Dummheit beseitigt werden.
Dummheit in meinem Sinn ist die Unfähigkeit große, größere und maximale Zusammenhänge zu erkennen.

Wenn ich mein Verhalten im Internet nach dem Prinzip des kategorischen Imperativs richte und versuche niemandem zu schaden, dann merke ich, dass die zwischenmenschliche Kommunikation recht gut funktionieren kann. Es geht solange gut, solange sich auch alle Anderen ihr Verhalten nach meinem Prinzip richten.
Werde ich allerdings angegriffen wird es niemanden wundern, dass ich mit der gleichen Münze zurückzahle. Mehr noch – wenn meine Rachelust besonders effektiv ist, sprich wenn es mir gelingt, bei meinem Gegenüber mehr Schaden anzurichten, als es ihm bei mir gelungen ist, dann wird mein aggressives Verhalten als logisch, konsequent und legitim empfunden und als ein normkonformes Handeln akzeptiert.
Die mechanische Geltung des kategorischen Imperativs versagt angesichts der logischen Auge-um-Auge-Mechanik völlig.
Das Argument in der Perspektivenlogik heißt „An-Argument“, was als „Nichtargument“ zu verstehen ist .
In der Perspektivenlogik wird nicht nach den besten Argumenten gesucht, um den Ausgang der Diskussion für sich zu entscheiden, in dieser Logik werden endgültige und allgemeingültige Argumente gesucht, welche die Diskussion an sich überflüssig machen.
Solange nach dem besseren Argument gesucht wird, solange bleibt das Messer in der Hand das beste.
Verstehst Du jetzt, worum es in Gaza und im Nahen Osten geht?
Gewitterkind

 

)für Robert Frunzke, werauchimmererseinmag(