Gewitterkind

von Maciej Zasada

Wir leben in einer kranken, zu Ende gedachten und zu Ende gehenden, archaischen Affenwelt.

Wir beobachten, wie verschiedene Affenstämme sich gegenseitig zerfleischen und wie radikal sie ihre jeweilige Wahrheit gegen die Anderen durchsetzen. Wir beobachten, dass sich ihre erbärmlichen Positionen zunehmend verhärten und das der (logische) Kampf zwischen ihnen immer rücksichtsloser geführt wird.

Wir halten zwar die gegenwärtige Entwicklung für deprimierend, erachten sie aber gleichzeitig für Gott gegeben und sind von der Rücksichtslosigkeit, mit der die Auseinandersetzung geführt wird, höchstens empört, als von ihrer fundamentalen Sinnlosigkeit restlos überzeugt.

Die Welt zu verbessern haben ja in der Vergangenheit Abertausende versucht – die kranke Affenwelt, in der wir leben ist das Resultat ihrer gesammelten Bemühung.

Man kann nichts tun – man muss sich mit der momentanen Kondition der Welt abfinden und hoffen, dass sie morgen besser wird.

Aus unserer Sicht sind wir imstande lediglich die Umstände der Wirklichkeit zu erkennen. Wir interpretieren die Wirklichkeit anhand dieser Umstände und versuchen daraus auf ihre Ursachen logisch zu schließen.

Bei der Interpretation (bei der Entstehung des eigenen Weltbildes mit der Entscheidung für schwarz und für weiß) spielt Logik eine zentrale Rolle.

Jedoch auch das entzieht sich unserer Aufmerksamkeit – wir verfügen nämlich über eine einzige Logik, die wir im Alltag – der Eine besser, der Andere schlechter – einsetzen. Es existiert für uns kein Referenzpunkt außerhalb der verwendeten Logik, der uns ermöglichen würde, ihre fatale Regelmäßigkeit eindeutig zu erkennen.

Dass es möglich ist, dem „Schwarzweiß“-Paradigma dauerhaft und endgültig zu entkommen (und zwar radikal – ohne, dass dazu ein guter Wille / gemeinsamer Nenner oder besondere Einsicht notwendig wäre) ist uns genauso wenig bewusst, wie die Tatsache, dass eine bestimmte Logik überhaupt unser Verhalten bestimmt.

Die Logik, die seit Jahrtausenden für die Wirklichkeit auf diesem Planeten zuständig ist, ist die zweiwertig-eindeutige Wahrheitslogik des ausgeschlossenen Dritten.

Ich behaupte, dass der hiesige Unheil mit dieser Logik zu tun hat und ich behaupte, dass es höchste Zeit ist, sich dieser Tatsache bewusst zu werden.

Es regt sich nämlich der Widerstand der Mächtigen, welche seit jeher davon profitieren, dass es hier Everyday-Robots gibt.

Ihre Macht wird von der gleichen Logik bestimmt, welche für alles hier determinierend ist, mit dem Unterschied, dass sie es gelernt haben, die Vorteile dieser Logik für sich zu nutzen, indem sie die Ahnungslosen manipulieren.

Die Mächtigen bestimmen die Ziele, welche vernichtet werden müssen, um das logische „Gleichgewicht“ zu erhalten. Die Dämonen der Macht entscheiden wer im Namen der Wahrheit ausgeschlossen, wer unterstützt und wer toleriert wird.

Die Dämonen werden es nicht zulassen, ihren Einfluss zu verlieren, sie werden ihre Jünger in den Kampf schicken. Und viele werden kommen.

Das perspektivische Argument p

Wie soll ich einem Islamisten erklären, dass seine Logik archaisch ist, so, dass er es auf Anhieb versteht?

Wie soll ich einem Ukrainer erklären, dass der Russe nicht sein Problem ist, so, dass er es begreift und nie wieder vergisst?

Wie soll ich dem orthodoxen Juden erklären, dass sich seine Orthodoxie im Universum nicht schickt, so, dass er über sich selber lachen muss?

Ich kann das.

Ich bin das GEWITTERKIND, das die Verbindung in die Trennung bringt.

These

Der Begriff der Grenze (und des Unterschieds) hat keine logische Bedeutung.

Beweis

Der Begriff der Grenze, wie der Begriff des Andersseins, der durch die Existenz der Grenzlinie zwischen dem eigenen Diesseits und dem fremden Jenseits entsteht, hat für die Existenz eines jeden substanziellen Unterschieds essenzielle Bedeutung.

Wenn wir uns vor Augen führen, dass die Existenz des Unterschieds dafür verantwortlich ist, dass es logisch erscheint, die Welt in Freund und Feind zu teilen und dass es logisch erscheint, für „unsere“ Wahrheit gegen „eure“ zu kämpfen, dann beginnt man zu verstehen, dass man in der wirklichen Welt mit den einfachsten Gesetzen der praktischen Entscheidungslogik zu tun hat.

Wenn ich behaupte, dass die Logik bestimmt, in welcher Welt wir leben, dann meine ich konkret, dass die Logik des ausgeschlossenen Dritten unmittelbar die Realität dieser Welt beeinflusst.

Ich behaupte damit, dass ich die Verbindung kenne, zwischen dem, was in Gaza stattfindet und der archaischen Wahrheitslogik, und ich behaupte, dass ich dadurch in der Lage bin, den Islamisten und den orthodoxen Juden; den Ukrainer und den Russen; den ISIS- und den Paschmerga zum entspannten Lachen zu bringen. Vorausgesetzt ihre Köpfe sind frei genug, um ein einziges Bild zu speichern – das Bild dessen, was sich auf der Gegenseite ihrer Verbissenheit befindet – das Bild des Universums.

Argument p.

Jede Grenze ist eine Demarkationslinie zwischen ihrem Inneren und dem gesamten Rest des Universums.

Wenn wir von uns behaupten “Deutsche” zu sein, grenzen wir uns nicht nur von unseren unmittelbaren Nachbarn ab, sondern auch von den Spaniern, Türken, Japanern etc.

Unser nationaler Kontext ist allerdings nicht nur auf die Bewohner dieses Planeten begrenzt, er gilt auch in Bezug auf die eventuellen Bewohner des Mondes oder der Venus. Wir würden uns auch im Bezug auf die Bewohner der Galaxie M51 oder des Virgo-Haufens als Deutsche bezeichnen.

Doch wäre das angebracht?

“Als erste wird Delegation der Andromedanischen Konföderation sprechen, danach Delegation aus Bayern”…wie klingt das denn?

So wie es im galaktischen Kontext unangebracht wäre, von den “Bayern” zu sprechen, so wäre es unangebracht vor Gott zu behaupten, dass man ein Katholik, ein Protestant, ein Moslem oder ein Jude sei (wer bist du? Moslem? Jude? Was ist das? -würde Er fragen)

Der Partikularismus schickt sich nicht, wenn man mit der universellen Perspektive konfrontiert wird.

(so, wie die Animositäten zwischen Bayern München und BVB auf der universellen Ebene der Nationalmanschaft keine Rolle spielen)

Unsere Welt – eine Welt voller Feinde, voller Grenzen, voller Sprachen, voller fundamentalistischer Befugnisse ist eine Welt der Werte, welche ihren Ursprung in den archaischen Strukturen klassischer Logik haben. Die Überwindung dieser Strukturen, die Überwindung monopolistischer Schaltkreise, welche sich auf dem Grund dieser Strukturen gebildet haben wird (endlich) das archaische Zeitalter auf diesem Planeten beenden.

(Überleg dir gut, ob du wirklich das bist, wofür du dich hältst und ob deine Eigenbezeichnung die universelle Perspektivenprobe bestehen wird.

Der Perspektivenbezug Gottes muss nämlich das gesamte Universum sein – nicht die Milchstrasse, nicht die Erde, nicht das Judentum, nicht das Christentum, nicht der Islam, nicht Bayern…nicht Mann und nicht Frau.

Nur das gesamte Universum besitzt die logische Mächtigkeit, um die Gottesidee zu beinhalten.

Wäre die gegenwärtige Welt nicht unendlich peinlich, müsste sie lächerlich sein.

Lernet sie auszulachen.

Wer bist du?

Stell dir vor, Er stellt diese Frage…finde neue Worte um dich zu bezeichnen…)

Die Spannung ist nicht.

Gewitterkind