Quantenlogik. Grundlagenwissen I – Die Logik.

von Maciej Zasada

Was beschreibe ich, wenn ich über die Logik schreibe?
Die Beantwortung der Frage, was die Logik eigentlich ist, ist fundamental für jeden Versuch ein logisches System zu begründen. Diese Frage steht am Anfang jeder systematischen Überlegung, die mit Logik zu tun hat – sie ist deshalb keinesfalls trivial.
Die Tatsache, dass sie selten gestellt oder oft falsch beantwortet wird, hat nicht nur mit ihrem Gewicht oder mit ihrer grundsätzlichen Nichtbeantwortbarkeit zu tun (Wittgenstein) sondern damit, dass sie als unwichtig, angesichts der logischen Probleme, die sich meistens gut mithilfe der logischen Gesetze behandeln lassen, betrachtet wird.
Die Notwendigkeit der Frage nach dem Wesen der Logik wird durch die Verlässlichkeit ihrer Gesetze als obsolet angesehen.
Wir schicken uns hier an, eine neue Logik zu begründen.
Wir haben die Voraussetzungen dafür geschaffen, die Grenzen der gewöhnlichen Vernunft zu überschreiten.
Diese Chance werden wir hier nutzen.
Wir fangen von Anfang an: wir erkennen, dass jede Art der Rationalität durch eine bestimmte Logik bedingt wird. Wir erkennen ferner, dass es unmöglich ist, die logischen Grenzen einer bestimmten Rationalität, mit den Mitteln der ihr zugrunde liegenden Logik zu überschreiten (denn eine Logik bedingt die Natur einer Welt).
Wir erkennen, dass wir ein neues System der Logik begründen müssen, um eine höhere Entwicklungsstufe der Rationalität zu erreichen.
Schließlich erkennen wir, dass das, was hier geschieht, notwendig ist.

Die meisten von uns assoziieren den Begriff „Logik“ mit gewissen mechanischen oder mathematischen Abhängigkeiten, mit den Gesetzen des Denkens, mit Vernunft und Schlussfolgerung.
Traditionell wird Logik als eine Kunst des vernünftigen Schließens beschrieben, doch diese Definition beschreibt bereits eine Funktion der Logik, nicht sie selbst.
In ihrem Innersten hat Logik nämlich ausschließlich mit Form zu tun.
In der Logik drückt sich die Form aus.
Die Logik ist ihre Erscheinung.

Darin besteht die Macht der Logik – sie lässt uns die Form der Welt erkennen.
Man kann nämlich die Welt nehmen wie sie ist und sich immer wieder wundern, wie schön, wie komplex, wie regelmäßig, wie wohltemperiert oder widersprüchlich sie ist…man kann in diesem Erstaunen glücklich sein.
Man ähnelt darin einer Hummel, die im Frühjahr schlüpft und sich auf die Reise macht. Innerhalb ihrer Zeit entdeckt sie die Welt und arrangiert sich mit ihr, sammelt Erfahrungen und Blütenstaub. Der Zyklus wiederholt sich alljährlich – jede neue Hummelgeneration wiederholt die Fehler und die Erfahrungen der vorangegangenen, in jeder Hummelgeneration spielt sich das gleiche Hummelprogramm ab.
Wenn man als Mensch auf die Welt kommt, hat man die Möglichkeit entweder ein Hummeldasein zu fristen oder das Programm zu durchschauen und die andere Seite der Welt zu entdecken – ihre logische Form.

Diese Erfahrung macht alles einfacher und einen selbst innerhalb der Welt…mächtiger.
Der Preis, den man für die Erlangung der Macht zu zahlen hat ist jedoch hoch – es ist wörtlich ALLES, was einen mit der Vegetation im Weckglas „Glück“ verbindet.
Das Unwissen macht nämlich glücklich – dies erkennt man, als es bereits zu spät ist, denn man häutet sich wie eine Schlange und man kann, wie eine Schlange, nicht in die alte Haut zurück – die Alte Schlangenhaut ist zu eng bereits unmittelbar nach dem Häuten.
…doch ich schweife ab.

Um die Logik zu definieren, müsste zuerst die Form definiert werden, doch um die Form zu definieren müsste ein Referenzpunkt außerhalb der Form gefunden werden…man ist jedoch selbst, wie alles andere was einem einfallen kann, stets sowohl das Definiendum, als auch das Definiens.
Die Form beinhaltet und gibt Gestalt sämtlichen Objekten der logischen Wirklichkeit, sogar den Witzen…
Die Form fast aller Witze ist nämlich gleich. Sie wird verhüllt durch ihren Inhalt – durch in ihnen stattfindende Erzählung. Wir meinen immer neue Witze zu hören und finden sie deshalb lustig. In Wirklichkeit lachen wir über eine Handvoll formal gleicher Witze.
Die Form eines jeden Menschen scheint zwar einzigartig zu sein, trotzdem lassen sich einzelne Merkmale ausmachen, die bestimmten Menschentypen zugeordnet werden können – so als ob die gesamte Menschheit von einer Handvoll Familien abstamme – Familien, deren „Form“ zwar mit der Zeit ordentlich durchmischt, deren spezifische Merkmale jedoch bis heute singulär erhalten sind.
Anhand der Form der Zähne oder des Beckens können wir beispielsweise bestimmte Charakterzüge, Verhaltensmuster oder Erscheinungsmerkmale voraussagen…
Die Vaterfigur bei den vaterlos aufgewachsenen Mädchen spielt bei der Auswahl ihrer (sexuellen) Partner eine große Rolle – die Partner spielen in ihren Leben meist die Vaterrolle und werden nach dem Kriterium der Vatertauglichkeit ausgesucht.
Alles Beispiele formaler Ordnungen.
Verwirrend?
Um es übersichtlicher zu machen werden wir uns demnächst mit einer Form der Teilähnlichkeit befassen – mit der Form der elementaren mathematischen Operationen, mit den Principia Mathematica.