Die fabelhafte Gelbheit der Wahrheit.

von Maciej Zasada

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Die „Wahrheit“ ist kein Begriff der Logik, da die Eigenschaft, die er ausdrückt nicht logisch fassbar ist.
Wenn wir den Begriff „Wahrheit“ benutzen, übersehen wir nämlich, was wir mit ihm nicht ausdrücken.
Die Eigenschaft wahr zu sein, hat sehr viel mit der Eigenschaft farbig zu sein…wie gelb oder schwarz.
Dass etwas schwarz oder gelb ist, sagt nichts darüber aus, dass es innerhalb der logischen Welt so etwas wie die referenzielle „Schwarzheit“ oder „Gelbheit“ geben muss – diese Eigenschaften können für jeden Beobachter verschieden sein (das, was für mich gelb ist, wäre für Kola rot. Kola würde es vielleicht nur gelb nennen, weil sie daran gewöhnt wäre)
Genauso wenig muss die Tatsache, dass etwas wahr ist, etwas darüber aussagen, dass ein übergeordneter Zustand der referenziellen „Wahrheit“ existiert.

Die Tatsache, dass gelbe Gegenstände existieren, setzt voraus, dass es den farbigen Kontext der Gelbheit gibt. Der semantische Kontext des Wahrseins sollte in diesem Sinn die „Wahrheit“ sein, doch obwohl wir mit diesem Begriff gut vertraut sind und obwohl er uns selbstverständlich erscheint, ist er fast nie der semantische Kontext des Wahrseins.

Der Begriff „Gelbheit“ enthält offenbar keine dialektische Ladung, welche im Begriff „Wahrheit“ enthalten ist.
Na, musst Du schmunzeln?

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