Sprachkritik. Satzanalyse. Über die Widerspruchsfreiheit der wahren Ausdrücke.

von Maciej Zasada

2. Satz der Form
Für einen Beobachter gilt: wird ein Zustand explizit betrachtet, kann gleichzeitig kein anderer Zustand explizit sein.im
Die Realität funktioniert (fast) perfekt. Sie ist zwar, dadurch dass sie sich auf die singuläre Gegenwart der Beobachtung bezieht, extrem eng fokussiert (also effizient), doch ihre Komplexität nutzt offenbar die gesamte Kapazität des realitätsstiftenden Systems aus. Dass diese Kapazität finit ist, zeigt es sich in der mikrokosmischen Realität der Quantenmechanik (9. Satz der Form).
Dort stoßen wir auf die performativen Grenzen dieses Systems.
Dass die logische Struktur des realitätsstiftenden Systems finit ist, ist wichtig, denn dies bedeutet, dass ihre logische Widerspruchsfreiheit potenziell, d.h. wenn überhaupt möglich, auf eine eindeutige (implizite) Weise überprüft werden kann.

Man wird analysieren können, ob die logischen Grundlagen des realitätsstiftenden Systems widerspruchsfrei sind (indem man die Widerspruchsfreiheit seines Axiomensystems überprüft). Voraussetzung dafür ist natürlich die korrekte Ableitung dieser Axiomatik aus der uns zugänglichen Ebene der Erscheinung…keine leichte, aber auch keine grundsätzlich unmögliche Aufgabe. Wir werden auf diese Weise der Ebene des Prozesses etwas näher kommen. Wir werden einen ersten Schritt in ihre Richtung tun. …wenn wir Glück haben wird sich alles andere automatisch ergeben…

Wenn wir annehmen, dass zwei gültige (widerspruchsfreie) Aussagen über Wahrheit (Theoreme) sich gegenseitig ausschließen, und wenn wir anhand ihrer Unverträglichkeit darauf schließen, dass eine davon, innerhalb des Systems der ‚gültigen Aussagen über Wahrheit‘, keine gültige :Aussage über Wahrheit: (kein Theorem) sei, dann lassen wir ungewollt zu, dass unser Gedankengang vom Prinzip des „tertium non datur“ beeinflusst wird…Gott behüte….
DAFÜR GIBT ES ABER KEINEN LOGISCHEN GRUND!!!!
Die Wahrheit einer der beiden Aussagen ist nicht bloß dadurch entschieden, dass die Falschheit der anderen bewiesen wird – es ist immer noch möglich, dass beide falsch sind, oder dass das Kriterium der Wahrheit nicht der Fragestellung entspricht und es ist immer noch möglich, dass das übergeordnete System widersprüchlich ist derart, dass sowohl die Wahrheit wie die Falschheit jeder beliebigen :Aussage über Wahrheit: beweisbar ist…
In diesem Moment betritt Kurt Gödel die Bühne.
Die Wahrheit seiner Unvollständigkeitssätze beruht auf der Annahme der Gültigkeit eines beliebigen Theorems innerhalb eines widersprüchlichen Axiomensystems – in einem solchen System wäre jeder beliebige Satz ein Theorem. Finden wir also innerhalb eines Axiomensystems einen gültigen Satz, der kein Theorem ist, ist die Widerspruchsfreiheit des ges. Systems bewiesen.
Kinderschwer.
Doch nehmen wir als Kriterium der Widersprüchlichkeit eines axiomatischen Systems sowohl die mögliche Wahrheit, ALS AUCH DIE FALSCHHEIT beliebiger Theoreme an, dann zeigt es sich, dass wir uns wieder dort befinden, wo wir zu marschieren begannen: zwar am Rande, aber immer noch innerhalb der klassischen zweiwertigen Logik.

Solange wir dieser Logik vertrauen, kommen nicht vom Fleck… auch Kurt Gödel nicht.
Der Perspektivenfaktor muss in jede Wahrheitsentscheidung implementiert werden – allein schon deshalb: Für einen Beobachter gilt: wird ein Zustand explizit betrachtet, kann gleichzeitig kein anderer Zustand explizit sein.
Die Unschärfe auf der semantischen Ebene der Wahrheit entspricht der Zustandsunschärfe auf der Erscheinungsebene der Quantenmechanik.

P.S.
Man könnte meinen, Kurt Gödel sei in die Falle getappt, doch dieser Fuchs war zu schlau, um nicht genau Bescheid zu wissen.
Still fooling them…und wieviel Spaß muss er dabei gehabt haben…
Die Logik macht manchmal das Schweigen unerträglich laut.