Raumzeitskala des Indiversums.

von Maciej Zasada

4.7.7  Die Raumzeitskala – die dritte Gegenperspektive.

Nachdem das sphärische Modell des Universums und daraus resultierende Zeitvorstellung beschrieben sind, welche ihrerseits notwendig sind, um die Behauptung der Mitte aufrecht zu erhalten, möchten wir uns nun einem fundamentalen Aspekt der Wirklichkeit widmen – ihrem inneren Widerspruch.

Wir haben gezeigt, dass die Geschwindigkeit, mit der sich Photonen im Vakuum fortbewegen aus dem Grunde in allen Bezugssystemen den gleichen Wert aufweist, dass sie zum einen ausschließlich aus diesen Bezugssystemen heraus gemessen wird, zum anderen weil diese Systeme selbst, unabhängig von ihrem jeweiligen Eigenzustand und bezogen auf das Gemessene, grundsätzlich im Stillstand verharren.
Es ist folglich unmöglich, dass die Lichtgeschwindigkeit in einem speziellen relativistischen Bezugssystem einen anderen Wert besäße, als denjenigen, der in allen anderen Bezugssystemen gemessen wird (eine grundsätzliche Konstanz der Lichtgeschwindigkeit im Vakuum vorausgesetzt).

Als Folge dieser Erkenntnis haben wir angenommen, dass die Geschwindigkeit, mit der sich die Photonen unbeobachtet fortbewegen in Wirklichkeit unendlich sein muss.

Wir nahmen daher an, dass eine gemessene Lichtgeschwindigkeit c, und dass gleichzeitig eine unendliche Lichtgeschwindigkeit C existiere.

Wir nehmen nunmehr an, dass jede Eigengeschwindigkeit, mit der sich die Systeme relativ zueinander fortbewegen, einer bestimmten Frequenz systemeigener Augenblicke entspricht.
Dank dieser Annahme ist es uns möglich, eine raumzeitliche Skala zu entwerfen, die einerseits raum-zeitliche Abstände und Systemgeschwindigkeiten, andererseits entsprechende Frequenzen systemeigener Augenblicke berücksichtigt.
Diese könnte den kosmologischen Wechsel ausdrücken, der die Begriffe der Zeit, des Raumes und die Eigenschaften elektromagnetischer Systeme wie Licht betrifft.

Raumzeitskala
Abbildung 7. Die Raumzeitskala systemeigener Augenblicke.

Beschreibung:

ABS – Absolut Bewegtes System.
In diesem Zustand weisen die Systemeigene Augenblicke eines Bezugssystems eine maximale Frequenz auf: das Bezugssystem c befindet sich im Zustand ABS.
ARS- Absolut Ruhendes System.
Für Systeme, welche sich im Zustand ARS befinden, weisen ihre SEA eine minimal mögliche Auflösung auf – der Zeitwert einer SEA-Einheit ist für ARS-Systeme aus Sicht eines externen Beobachters unendlich hoch.
Für das System S im Zustand ARS gilt: innerhalb einzelner Messeinheit des Messsystems m kann keine Bewegung von S registriert werden, auch dann nicht, wenn die einzelne Einheit der Messung einen unendlich hochen Wert besitzt.
In Systemen, welche sich mit der Lichtgeschwindigkeit C ausbreiten, verschmelzen systemeigene Augenblicke in ein Kontinuum – das Bezugssystem C befindet sich im Zustand ARS.
Der Zustand ABS ist dem Zustand ARS äquivalent. ARS und ABS sind für einen Beobachter nicht zu unterscheiden.
Unendliche Lichtgeschwindigkeit C – die LG aus der Perspektive eines Photons.
Gemessene Lichtgeschwindigkeit c – die LG aus der Perspektive eines Beobachters.

Die perspektivische Sicht erlaubt zwei verschiedene Zustände eines physikalischen Systems zu erkennen, von dem geglaubt wird, es sei das einzig verlässliche und absolute System im Universum.
Das Wesen des Lichts wird zwar als dual beschrieben (Welle-Teilchen-Dualismus), das Duale an dieser Erscheinung scheint sich jedoch aus der Dualität der Beobachterperspektive, nicht aus den Eigenschaften der Sache selbst zu ergeben.
Um das Wesen der Wirklichkeit zu deuten ist es daher notwendig und grundsätzlich zu wissen, ob ein System perspektivisch ein Bestandteil der Raumzeit oder ein Bestandteil der Raumzeitgegenwart ist (wodurch ersichtlich wird, ob es ein Subjekt oder ein Objekt der Beobachtung ist).
Die Existenz dieses elementaren Unterschieds ist auch die Ursache für den Welle-Teilchen-Dualismus des Lichts.

Raumzeitskalasph

Abbildung 8. Die sphärische Darstellung der Raumzeitskala.

Beschreibung: 

LG 100% – Systemeigene Augenblicke eines mit 100% LG bewegten Körpers
LG 89% – Systemeigene Augenblicke eines mit 89% LG bewegten Körpers
LG 50% – Systemeigene Augenblicke eines mit 50% LG bewegten Körpers
LG 8% – Systemeigene Augenblicke eines mit 8% LG bewegten Körpers
ARS – die Gegenwart, ABS – die Urknalllinie, f / f1 – Punkte der Raumzeit mit einer zueinander relativen Vergangenheitstiefe und unterschiedlicher Frequenz Systemeigener Augenblicke.

Die Zeit gesehen aus der Perspektive des Systems f (mit höherer Frequenz systemeigener Augenblicke als im System f1) scheint schneller im f1 zu verlaufen. Die Zeit, die aus der Perspektive eines Systems f1 (mit niedrigerer Frequenz systemeigener Augenblicke als im f), scheint dagegen langsamer im f zu verlaufen. (Effekt der Zeitdilatation)

Ein systemeigener Augenblick ist die kleinstmögliche Portion der Wirklichkeit innerhalb der Raumzeitgegenwart eines Beobachters.

Jeder systemeigene Augenblick ist jedem anderen äquivalent, unabhängig davon, ob es ein systemeigener Augenblick eines Photons, eines Menschen oder einer Fliege ist, unabhängig davon, ob es sich um einen systemeigenen Augenblick des ABS oder des ARS handelt.

Kommentar:

Der systemeigene Augenblick ist die universelle Einheit aller Relativität im Universum. Die mögliche Auflösung der Frequenz der Augenblicke bewegt sich zwischen dem Augenblick eines absolut ruhenden und dem Augenblick eines absolut bewegten Systems.

Die Relativität des Verhältnisses zwischen den einzelnen systemeigenen Augenblicken ergibt sich aus der Tatsache, dass ein systemeigener Augenblick, obwohl für jedes einzelne System unterschiedlich, stets denselben physikalischen Merkmal eines Systems beschreibt: innerhalb seines systemeigenen Augenblicks befindet sich ein jedes System, bezogen auf beliebiges Beobachtersystem (Messsystem), im Ruhezustand, und zwar unabhängig davon, welche seine tatsächliche Geschwindigkeit, welcher sein tatsächlicher Ort und welche seine tatsächliche Bewegungsrichtung, bezogen auf ein konkretes Messsystem, sind.

Aus dem Relativitätsverhältnis zwischen den einzelnen systemeigenen Augenblicken entsteht eine universelle Ordnung, welche Merkmale verschiedener Perspektiven der Raumzeit und der Raumzeitgegenwart berücksichtigt. Sie ist lediglich vom physikalischen Zustand und von der Perspektive eines Beobachters abhängig und gilt jeweils für seine individuelle Gegenwart (die Gegenwart der Messung).

Fazit:

Die Wirklichkeit ist die Gegenperspektive des Nichts.

Der Widerspruch in der Wahrnehmung der Wirklichkeit ist die Folge dieses dem Ding an sich zugrunde liegenden Widerspruchs. Der Stillstand und die Bewegung, das All und das Nichts sind Begriffe, die sich in der Sprache ausschließen und, wenn man die Sprache als eine Grundlage des logischen Denkens ansieht, auch gegen die Logik in ihrer Alltags- oder in ihrer klassischen Prägung verstoßen.
Um diese Wirklichkeit zu erfassen ist daher eine widerspruchsfähige Logik notwendig.

Das Konzept des systemeigenen Augenblicks ist ein metaphysisches Modell und ein An-Argument.
Der Grund, warum dieses Modell ein Teil des kosmologischen Konzeptes der Mitte geworden ist, ist die Tatsache, dass, wenn wir in den Kategorien der Referenzsysteme der Relativitätsphysik (oder Relativitätsphilosophie) denken, überschreiten wir offenbar die Grenzen klassischer Logik (obwohl Einstein selbst alles dafür getan hat, dass seine Kosmologie mit den Regeln klassischer Logik im Einklang steht).

Wir erkennen, dass wir mit Hilfe dieser Logik nicht in der Lage sind, die Schwierigkeiten zu meistern, welche diese Referenz-Denksysteme mit sich bringen.
Wir erreichen hier die Grenze der Wirkungsfähigkeit jener Logik, welche, wenn sie die Interpretationsschwierigkeiten der Relativität bewältigen will, laute Rückkopplungen produziert.
Das Konzept des systemeigenen Augenblicks erlaubt uns die Referenzsysteme, innerhalb eines absoluten Bezugsrahmens, in Vergleich zueinander zu setzen. Dies war uns im klassischen Rahmen verboten.

Sehen wir daher über den Rand des klassischen Rahmens hinaus und überzeugen wir uns, ob eine Logik existieren kann, mit deren Hilfe, sich komplexe Systeme einfacher und effektiver beschreiben lassen.

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