Die Grundlagen der perspektivenlogischen Beschreibung (2).

von Maciej Zasada

Ich postuliere die Erweiterung der Voraussetzungen, die bereits der speziellen Relativitätstheorie zugrunde liegen um nun folgende Definitionen und Gedanken.
Sie resultieren aus den vorangegangenen Behauptungen, speziell aus der Idee eines sphärischen, beobachterbezogenen Indiversums und aus der Annahme des parallelen und voneinander unabhängigen Bestehen von Raumzeit und Raumzeitgegenwart.

Anmerkung:
Als „/Urknall/“ verstehen wir hier die Urknall-Linie innerhalb des sphärischen Modells des Indiversums. Die Bestimmung der objektiven Entfernung zum Urknall im Modellen des Universums ist nicht möglich (Standardmodell: im Augenblick des Urknalls ist bereits das gesamte Universum mit allen möglichen Bezugspunkten entstanden. Anhand dieser Beschreibung ist das Universum uniform)

4.7.1  Definition der Gegenwart.

Wir definieren die Gegenwart als einen Augenblick, der, in einer singulären Raumzeitskala eines Beobachtersystems gemessen, jeweils am weitesten vom /Urknall/ entfernt ist.


4.7.2  Definition der Gleichzeitigkeit.

Zwei Ereignisse geschehen gleichzeitig, wenn sie, in einer singulären Raumzeitskala eines Beobachtersystems gemessen, in einem jeweils gleichen raumzeitlichen Abstand vom /Urknall/ geschehen.

Da isolierte Ereignisse nicht in gleicher Entfernung vom Urknall geschehen können (denn dann wären sie ein Ereignis), kann die Gleichzeitigkeit isolierter Ereignisse aus ihrer jeweiligen Sicht nicht existieren.

 

4.7.3  Definition einer singulären Raumzeitskala.

Eine singuläre Raumzeitskala ist die absolute Messsskala eines singulären Indiversums. 

Sie ist unabhängig von der Bewegung, Zustandsveränderung oder Trägheit des Universums und gilt jeweils für das Indiversum eines einzelnen Beobachters. 

In unsere Überlegung wird der Begriff eines singulären Zeitverlaufs eingeführt. Dieser Zeitverlauf steht in keiner Beziehung zur relativen Zeit des Universums, er ist absolut und gilt getrennt für jeden einzelnen Zentralpunkt des Indiversum.
Die Relativität der Bezugspunkte gilt nicht für die Punkte des Kontinuums, welche sich durch die Anwesenheit eines Beobachters auszeichnen. Diese Punkte stehen in keinem relativistischen Verhältnis zueinander.

4.7.4  Definition eines systemeigenen Augenblicks.

Der systemeigene Augenblick (SEA) ist ein Zustand, in dem ein relativ zum Messpunkt m bewegtes System S, innerhalb einer einzelnen Basiseinheit der Messung und unabhängig von seiner relativen Eigengeschwindigkeit (relativ bezogen auf m), in Ruhe verharrt (d.h. SEA ist ein Zustand, in dem, wenn als Grundlage der Messung entsprechend kleine Skala genommen wird, die Feststellung der Systembewegung von S innerhalb einer einzigen Einheit der Messung nicht möglich ist). Die der Messung zugrunde liegende Maßeinheit muss dabei gleich groß oder kleiner sein, als das einzelne Quantum der relativen Systembewegung von S.

Manche Fotografien eines bewegten Objekts sind trotz seiner beträchtlichen Geschwindigkeit erstaunlich scharf. Dies geschieht, weil der Belichtungszeitwert der Kamera (die Maßeinheit der Messung) geringer ist, als das einzelne Bewegungsquantum des fotografierten Objekts.
Ein gelungenes Foto ist daher eine vollzogene Messung eines systemeigenen Augenblicks (vorausgesetzt es steht ein idealer Lichtsensor zur Verfügung, der die Ergebnisse der Messung, beispielsweise anhand variierender Lichtverhältnisse / eigener Trägheit etc., nicht verfälschen kann).

Der Wert eines systemeigenen Augenblicks ist zwar relativ, trotzdem kann er als Grundeinheit einer absoluten und allgemeingültigen Skala verwendet werden.

Wir nehmen dabei an, dass die relative Geschwindigkeit einer Objektbewegung und die Skala ihrer Messung stets in einer Relation zueinander stehen – je schneller die relative Zustandsveränderung des bewegten Systems, bezogen auf die Messapparatur, desto feiner muss die Auflösung der Messskala sein, mithilfe deren das jeweilige systemeigene Augenblick registriert wird.
Die Bestimmung der Relativbewegung eines Autos, das mit 60 km/h am Messpunkt vorbeifährt, bedarf einer anderen Messskala, als die, welche (unter gleichen räumlichen Bedingungen!) erforderlich wäre, um die Geschwindigkeit eines vorbeifliegenden Düsenjets zu bestimmen.

Systemeigener Augenblick der Objekte, die sich bezogen auf den Messpunkt mit Lichtgeschwindigkeit fortbewegen, erreicht einen minimalen, noch bestimmbaren Wert.

 

4.7.5  Definition eines absolut ruhenden Systems (ARS).

Ein absolut ruhendes System (ARS)  ist ein System, das sich, bezogen auf alle Systeme der Raumzeit, im Ruhezustand befindet.

Wir sprechen von einem absolut ruhendem Körper nur dann, wenn sich seine Koordinaten innerhalb keines systemeigenen Augenblicks keines einzigen Systems der gesamten Raumzeit verändern.
Über Bewegungsvektor, Impuls oder Trägheit eines solchen Systems lässt sich keine Aussage machen.
Das Universum im Augenblick des Urknalls, genauer gesagt im Zustand, in dem es sich unmittelbar vor dem Urknall befand oder der Punkt der Gegenwart im kosmologischen Modell der Mitte sind Beispiele eines absolut ruhenden Systems.
Aus der Sicht eines absolut ruhenden Systems befinden sich alle übrigen Systeme der Raumzeit in Bewegung.

Ein absolut ruhendes System ist ein Gegenstück eines Systems, das sich mit  Lichtgeschwindigkeit fortbewegt:

4.7.6  Definition eines absolut bewegten Systems (ABS). 

Ein absolut bewegtes System ist ein System, das sich, bezogen auf sämtliche Systeme der Raumzeit, in Bewegungszustand befindet.

Wir sprechen von einem absolut bewegten System nur dann, wenn sich seine Koordinaten innerhalb sämtlicher systemeigener Augenblicke sämtlicher Bezugssysteme der gesamten Raumzeit verändern.
Aus der Perspektive eines Lichtstrahls (nennen wir ihn nunmehr ein „absolut bewegtes System“) befinden sich alle übrigen Systeme im Universum in einem relativen Ruhezustand.

Ein Photon befindet sich, bezogen auf die gesamte Raumzeit im Zustand absoluter Bewegung.
Indem das Photon keine Ruhemasse besitzt, kann es sich in der Tat nirgendwo im Universum im Ruhezustand befinden.

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