Die Grundlagen der perspektivenlogischen Beschreibung (1)

von Maciej Zasada

Es geht los.
Ich entscheide nunmehr, die Perspektivenlogik schrittweise einzuführen.
Ich gebe dir ein Instrument in die Hand, einen Hammer – lerne mit seiner Trägheit umzugehen.
Denke stets daran: diese Logik ist ein großes Geschenk.
Benutze sie um zu erfahren, wer Du wirklich bist.
Es ist 12. Juli 2013.

Maciej Zasada

Maciek

Grundaspekte perspektivenlogischer Beschreibung.

Die Reduktion aller Kontexte der Wirklichkeit auf ihren mikro- und makroperspektivischen Bezug gestattet die einzelnen Systeme unabhängig von ihrem jeweiligen Wirklichkeitskontext in Vergleich zu setzen.
Durch diesen Vergleich entsteht zwischen den Systemen keine Hierarchie, sondern ein standpunktunabhängiges, symmetrisches Gleichgewicht – die Ebene des An-Arguments, die frei ist von jeglichem Urteil a priori.
Aus der Kombination der Mikro- und Makroperspektive ergeben sich vier perspektivenlogische Grundoperationen:

1. Selbstreflexion aus der Mikroperspektive.
2. Mikroperspektivische Betrachtung.
3. Selbstreflexion aus der Makroperspektive.
4. Makroperspektivische Betrachtung.

Mittels dieser Operationen kann die vollständige Beschreibung oder Interpretation einer speziellen Wirklichkeit erfolgen. Diese beinhaltet 4 Aspekte (Perspektiven):

1. Indem die Gegenwart eines quantenmechanischen Systems aus der Mikroperspektive reflektiert wird, entsteht seine quantentheoretische Beschreibung.
Es ist eine quantentheoretische Beschreibung im Sinne Everetts, im Sinne Kopenhagener Deutung oder in jedem anderen Sinne, der die quantenmechanischen Effekte durch das Prisma der Schrödinger-Gleichung interpretiert.

Der Kollaps der Wellenfunktion im Augenblick der Beobachtung kann dabei als Manifestation der Gegenwart interpretiert werden.
Diese Perspektive ist vollständig intersubjektiv, d.h. dass sie alle an einem quantenmechanischen System beteiligten Instanzen unmittelbar beeinflusst.

2. Indem die Gegenwart eines quantenmechanischen Systems S aus der Makroperspektive betrachtet wird, entsteht eine perspektivenlogische Beschreibung von S. Aus dieser Beschreibung ergibt sich eine Perspektive mehrfacher Ordnung, wie im Kapitel 6.1 beschrieben.

Perspektivenlogische Beschreibung mehrfacher Ordnung.
Wir nennen das vollständige perspektivenlogische Modell eine vollständige Beschreibung. Die vollständige Beschreibung entsteht in der LP, wenn ein Objekt einer singulären Beobachtung aus zwei Grundperspektiven und durch alle Grundoperationen der LP, demgemäß vollständig, beschrieben wird.
Um die Systeme vollständig zu beschreiben, muss daher zuerst dem jeweiligen Beobachtersystem seine Mikro- und seine Makroperspektive zugeordnet werden. Diese Zuordnung ist für die Präzision und für die Vollständigkeit der Beschreibung entscheidend. Sie ergibt sich aus einer reziproken Verlagerung des Mittelpunktes der Betrachtung zwischen dem Objekt und dem Subjekt. Das Beobachtersystem kann in diesem Sinne sowohl als Mittelpunkt der Mikroperspektive, wie auch als Mittelpunkt der Makroperspektive bestimmt werden.
Eine Beschreibung mehrfacher Ordnung, welche die Perspektivenunterschiede auf der Messebene quantenmechanischer Systeme berücksichtigt, ist somit die natürliche Folge eines auf diese Weise entstehenden perspektivenlogischen Beschreibungssystems.

3. Indem ein relativistisches System aus der Mikroperspektive reflektiert wird, entsteht ein absolutes Bild der Wirklichkeit. Der Bezugsmittelpunkt dieser Wirklichkeit ist die jeweilige Raumzeitgegenwart eines Beobachters. Die Erscheinungen der Raumzeit werden grundsätzlich aus der Perspektive eigener Gegenwart betrachtet.

Die Intersubjektivität dieser Perspektive ist ausgeschlossen

4. Indem ein relativistisches System aus der Makroperspektive betrachtet wird (wenn die Beobachterperspektive sich auf die raumzeitliche Wirklichkeit bezieht), entsteht seine relativitätstheoretische Beschreibung.

Die Intersubjektivität dieser Perspektive entsteht synthetisch.
Sie fußt primär auf dem Äquivalenz- und sekundär auf dem Relativitätsprinzip.
Diese Prinzipien legen axiomatisch fest einerseits die Äquivalenz aller beteiligten Standpunkte, andererseits die Relativität gegenseitiger Beziehung.

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