Kosmologie der Mitte – die Thesen.

von Maciej Zasada

DEFINITIONEN

Definition der Raumzeit: Die Raumzeit ist die Summe aller Koordinatenpunkte der Vergangenheit.

Definition der Gegenwart: Wir definieren die Gegenwart als einen Augenblick, der, in der Raumzeitskala eines singulären Beobachtersystems gemessen, jeweils am weitesten von der Urknall-(Linie)* entfernt ist.

*Urknall-Linie innerhalb des sphärischen Modells des Indiversums.

Definition der Raumzeitskala: Eine Raumzeitskala ist der raumzeitliche Maßstab eines singulären Indiversums. Raumzeitskala ist unabhängig von der Bewegung, Zustandsveränderung oder Trägheit innerhalb des Universums und gilt jeweils für das Indiversum eines einzelnen Beobachters.

Definition des Indiversums: Ein Indiversum ist die gesamte Raumzeit, welche sich im Augenblick der Beobachtung auf ihren Mittelpunkt – die Gegenwart der Beobachtung – bezieht (siehe Th12., um zu verstehen, was dies bedeutet).

THESEN

1. Der Raum und die Zeit sind dasselbe – der Zeitbegriff kann nicht getrennt vom Raumbegriff betrachtet werden. Die Existenz der Raumzeit ist eine Tatsache.

Solange Abstrakta „Raum“ und „Zeit“ für Tatsachen gehalten werden, muss Abstraktum „Raumzeit“ für eine Tatsache gehalten werden.

2. Das Koordinatensystem der Raumzeit füllt das gesamte Universum, bis auf die Gegenwart aus. Die Gegenwart ist kein Bestandteil der Raumzeit.

3. Der punktförmige Ort der Gegenwart ist mit dem Ort identisch, an dem die jeweilige Beobachtung stattfindet. Die Gegenwart kann ausschließlich mit dem räumlichen Aufenthaltsort einer Gegenwartsinstanz in Verbindung stehen (Gegenwartsinstanz: Beobachter / Messapparatur / Objekt (dem die Beobachterperspektive zugeordnet wird) oder ein raumzeitlicher Koordinatenpunkt (dem die Beobachterperspektive zugeordnet wird), in ihrer jeweiligen Gegenwart.)

4. Die Zukunft ist keine Tatsache der Welt – die Existenz der Zukunft als einer physikalischen Größe ist nicht möglich (Th3. / Th5.). Die physikalische Existenz der Zukunft, wie die Existenz des zukünftigen Raumes sind ausgeschlossen (Raum entsteht erst in dem Augenblick, in dem die Gegenwart aufhört). Beide existieren höchstens als Abstrakta, Vorstellungen oder kausale Projektionen (der Vergangenheit).

5. Der Begriff der Raumzeit und der Begriff der Vergangenheit sind synonym. (Räumliche) Entfernung kann als (zeitliche) Vergangenheitstiefe zwischen zwei Punkten oder zwischen der Gegenwart eines Beobachters und der Vergangenheit eines Objektes dargestellt werden.

6. Es existiert nur ein verbindlicher Zeitpfeil der Raumzeit – der Zeitpfeil thermodynamischer Kausalität.

7. Jeder Beobachtungsakt findet aus der Perspektive der Gegenwart statt. Die einzige Möglichkeit zu beobachten besteht daher darin, in die Vergangenheit zu schauen.
Aus der Aussage der Thesen 3., 6. und 7. ergibt sich der Widerspruch der akausalen Ausrichtung der Beobachtung (von der Gegenwart in die Vergangenheit) bezüglich der Ausrichtung thermodynamischer Kausalität (von der Vergangenheit in die Gegenwart).
Die Beobachtete Expansion des Universum kann daher als tatsächliche Kontraktion interpretiert werden. Wir haben mit einem implosiven Prozess zu tun, wenn wir einen expansiven Prozess zeitverkehrt wahrnehmen.
Zwischen den beiden Perspektiven wird dennoch nicht unterschieden (ja, ich behaupte lediglich, dass eine verkehrte Auslegung der akausalen Beobachtungsrichtung möglich ist).

7a. Zwischen dem Modell eines expandierenden und dem eines kontrahierenden Universums besteht kein logischer Unterschied – (hier endet herkömmliche Dialektik)

7b. Es besteht ein wesentlicher Unterschied zwischen dynamischer Zustandsveränderung des gesamten Universums und dynamischer Zustandsveränderung seiner Bestandteile in Bezug aufeinander.
Die erste besitzt, außer der Gegenwart, keinen Bezugspunkt.

Wenn wir Objektmerkmale beobachten, welche ihren Ursprung in der dynamischen Veränderung des gesamten Universums haben (z.B. wenn wir Rotverschiebung im Lichtspektrum einer entlegenen Galaxie feststellen), dann bezieht sich unsere Beobachtung auf das gesamte Universum und nicht allein auf die Universumsteile, welche diese Merkmale aufweisen.
Deshalb sollten wir, wenn wir von der expansiven Dynamik des Universums sprechen, auf die wir anhand beobachteter Merkmale bestimmter Objekte schließen, von der Dynamik des gesamten Universums sprechen und nicht von der individuellen Dynamik dieser Objekte.
Die gegenseitige Beobachtung, welche zwischen den Bezugssystemen des Universums stattfindet, unterscheidet sich daher gravierend von der Beobachtung, welche aus der Gegenwartsperspektive ausgeht und auf das Universum als Ganzes gerichtet ist – die Universumsperspektive ist, im Gegensatz zu Subjekt-Objekt-Perspektive, im strengeren Sinn bezugslos (damit wird die Aussage der These 7a zusätzlich bekräftigt).

8. Jede Entfernung zwischen Objekt A und Beobachter B besitzt aus ihrer jeweiligen Perspektive eine bestimmte Vergangenheitstiefe, jede beliebige Entfernung besitzt daher einen Wert in einer bestimmten Raumzeitskala.
Nach Th3 kann keine Entfernung zwischen Gegenwartsinstanz und Objekt klein genug sein, um Objekt und Subjekt als Bestandteile derselben Gegenwart zu betrachten.
Kein Objekt der Beobachtung kann sich in der Gegenwart der Beobachtung befinden. Einer Beobachtung unterliegen ausschließlich Objekte der Vergangenheit (Th7.)

9. Die Perspektive auf das Universum ist allzeit die Perspektive eines unmittelbar beteiligten (internen) Beobachters. Eine externe Perspektive ist allenfalls als Verbildlichung komplexer Sachverhalte zulässig. Der Ort einer Beobachtung ist stets und war bereits im Augenblick des Urknalls ein inhärenter Bestandteil des Universums.
Die Perspektive eines Beobachters (auch des ESA-Mikrowellenempfängers) wird von der Zentralsymmetrie des Universums bestimmt (als sein geometrischer Mittelpunkt) und sie bestimmt ihrerseits diese Symmetrie (als Bezugsmittelpunkt des Universums)

10. Quantenmechanik beschreibt das Verhalten von und Wechselwirkung zwischen den Subjekten der Gegenwart.
Relativitätstheorie beschreibt das Verhalten von und Wechselwirkung zwischen den Subjekten der Gegenwart und den Objekten der Vergangenheit.

11. Jede Gegenwartsinstanz ist der Bezugsmittelpunkt der gesamten Raumzeit.

12. Das Grundprinzip der Wirklichkeit ist das Prinzip der ökonomischen Informationsverteilung – keine Wirklichkeit bedarf absoluter Vollständigkeit.

Hier offenbart sich die Verbindung zwischen dem Beobachter und der quantenmechanischen Objektlogik. Hier beginnt die Wirkung der Perspektivenlogik.