Der Widerspruch der Zeitvorstellung

von Maciej Zasada

4.3.4.3 Widerspruch der Zeitvorstellung.

Ein weiterer Widerspruch, den wir im Standardmodell entdecken zeigt sich in der Tatsache, dass in ihm zwei unabhängige Zeitperspektiven gültig sind.

Zwei gleichwertige Zeitachsen sind tatsächlich notwendig, um die Schlüssigkeit des klassischen Expansionsmodells aufrecht zu erhalten.
Es ist zum einen die Zeitachse, die vom Urknall aus in Richtung Gegenwart verläuft – die Hauptzeitachse der Raumzeit (x) – zum anderen die Zeitachse, welche zu x quer verlaufen muss: die Zeitachse der Gegenwart (y). Gerade diese erlaubt uns die Universum-Expansion als ein Phänomen der Gegenwart in Erwägung zu ziehen.

Modelklasyczny2D
Abbildung 2.

Die Inkonsistenz einer doppelten Zeitvorstellung ist offensichtlich. Solche Vorstellung hat jedoch einen praktischen Sinn – sie ermöglicht die Annahme gleichzeitiger und voneinander entkoppelter Expansion des vergangenen und des gegenwärtigen Universums.
Dies wiederum erlaubt uns die Kausalität eines gegenwärtig expandierenden Universums im Rahmen des Standardmodells zu erhalten – die Vergangenheit und die Gegenwart stehen somit in diesem Modell in direkter Beziehung zueinander.
Die Paradoxien des Standardmodells des Universums, die Paradoxien, welche sich hier ohne große Mühe erkennen lassen, führen also absurderweise dazu, dass sich aus den kosmologhischen Voraussetzungen des Standardmodells ein beinahe konsistentes Bild des Universums ergibt.
Die pragmatische Grundlage dafür liefert das Korrespondenzprinzip.
Dieses Prinzip verkommt im Dienste eines bestimmten Wissenschaftsethos und einer bestimmten Perspektive zum Referenz- oder Korrektheitsprinzip, d.h. zum Prinzip axiomatischer Übereinstimmung mit dem Anerkannten.

Die Freiheit der Erkenntnis braucht keine Autorität, keine Regel und keine erkenntnistheoretische Vorgabe, sie erkennt lediglich die Autorität einer schöpfenden Gegenperspektive an.