Einführung

von Maciej Zasada

Im selben Moment, in dem begriffen wird, dass die eigene Überzeugung, ein bestimmtes Objekt sei schwarz, gleichermaßen zutrifft, wie die, das Objekt sei nicht schwarz, wird es sich als sinnlos erweisen, weitere Argumente für eine bestimmte Zustandswahrheit zu erfinden.
Im Prinzip haben wir mit einer solchen Aussage kein Problem – sie erweist sich dennoch als problematisch, denn unsere logische Wirklichkeitsvorstellung lässt keinen sich selbst ausschließenden Zustand zu (es erscheint nicht möglich, dass ein Objekt, unter denselben Bedingungen und zur gleichen Zeit, sich in zwei primären, sich gegenseitig ausschließenden Zuständen befindet). In unserer Vorstellung nämlich, existiert eine endgültige, singuläre und universal gültige Wahrheit über alle Zustände der Wirklichkeit auch dann, wenn sie individuell nicht erfassbar sind.
Gerade aus dem Grund betrachten wir die Aussagen, welche sich-selbst-ausschließende Zustände ab beschreiben als Paradox und solche, welche die Wahrheit eines bestimmten Zustands (a ∨ b) bestätigen als sinnvoll (und zwar auch dann, wenn objektiv kein Unterschied zwischen ihnen besteht).

Eine selektive Argumentation, eine Argumentation für eine einzige und universelle Wahrheit wird von der bivalenten Logik der universellen Werte gerechtfertigt und ist innerhalb dieser Logik unter Umständen unumstößlich.

Die Paradoxie, welche den Sinn einer singulären Argumentation in Frage stellt, hat meistens die Form:

 a) “Es ist gleichzeitig A, wie auch ¬A der Fall”

Der Wahrheitswert der Teilsätze “es ist der Fall, dass A” und “es ist der Fall, dass ¬A” wird temporär, anhand jeweils gültiger Argumente entschieden, doch Satz a) bleibt auch dann widersprüchlich, wenn bestimmte Argumente eine singuläre, isolierte Wahrheit zu bestätigen scheinen.

Die These, die wir nunmehr stellen lautet: auch unser heutiges Modell des Universums enthält eine solche, unüberwindbare Paradoxie, mit der Konsequenz, dass das Aufstellen eines neuen kosmologischen Modells einerseits möglich, andererseits notwendig ist.
Wir gehen nämlich davon aus, dass das sichtbare Universum, das Abbild seiner genuinen Struktur ist. Wir lassen keinen Zweifel daran, dass wir das Universum nicht nur astronomisch, nicht nur geometrisch, sondern auch logisch vollständig erfasst haben.

Diese Überzeugung ist falsch.