3. Behauptung

von Maciej Zasada

4.3.3 3. Behauptung – Die Behauptung der Mitte.

Wenn wir von Galaxien reden, welche sich gleichermaßen vom Beobachter, wie voneinander entfernen, sollten wir nicht von den Phänomenen reden, die sich gegenwärtig im Universum oder besonders deutlich am Rande des Universums zutragen – wir sollten von Phänomenen reden, die sich in seiner eigentlichen Mitte in der Vergangenheit zugetragen haben.

Wenn die kosmologische Kausalität überhaupt existiert, dann müssen wir die Gegenwart hier, im lokalen Jetzt und nicht am Rande des Universums suchen und wenn wir von einem expandierenden Universum reden, dann müssen wir von einer in der Vergangenheit vollzogenen Expansion sprechen.

Aufgrund dieser Perspektive entsteht im kosmologischen Standardmodell, neben dem zeitlichen Widerspruch, der sich aus der ersten Behauptung ergibt (und der die Inkompatibilität zeitlicher Gegenwartsbezüge des Beobachters und des Objektes betrifft), nunmehr ein räumlicher. Doch damit nicht genug.

4.3.4 Die Widersprüche des kosmologischen Standardmodells.

Unsere Aufgabe wird in diesem Kapitel darin bestehen, anhand logischer Überlegung, einerseits auf die offenkundigen Widersprüche innerhalb des gegenwärtig gültigen Universum-Modells hinzuweisen, andererseits die offensichtlichen Vorteile des Indiversum-Modells hervorzuheben.
Das kosmologische Modell des Indiversum erweist sich nämlich als einfacher und insofern leistungsfähiger, als dass die im Standardmodell erkannten Widersprüche innerhalb des Indiversummodells schlicht nicht existieren.

4.3.4.1 Die semantischen Paradoxien.

Erkenntnis 2:

Der Begriff „Urknall“ bezeichnet nicht den Anfangszustand des Universums. Dieser Zustand kann nämlich nicht isoliert bezeichnet werden.

Sämtliche Zustandsbezeichnungen, welche das Universum betreffen entbehren jeglicher Grundlage, zum Einen, weil das Ganze (das Universum) nicht anders als ein solches bezeichnet werden kann (wenn vom Universum die Rede ist, kann nicht vom Urknall gesprochen werden und wenn vom Urknall gesprochen wird, wird in Wirklichkeit vom Universum gesprochen), zum anderen weil sie aus der individuellen Perspektive derjenigen entstehen, welche bezeichnen, um zu erkennen, welche bezeichnen, um den Unterschied zwischen dem Bezeichneten und dem Erkannten und um den Unterschied zwischen ihnen selbst und dem übrigen Universum zu markieren (etwa als Frauen, Männer, Deutsche, Engländer, Italiener, Gläubige, Ungläubige, Korrekte, Berechtigte, etc.).

Wie weit sich das Selbstverständnis dieser Menschen ändern muss, bis man ihren Aussagen über das Universum vertrauen kann, vermag ich nicht zu urteilen.
Indem der Urknall als ein isolierter Zustand verstanden wird, ergeben sich, zumindest für das Standardmodell, folgende handfeste Widersprüche:

a) Limes – Paradoxie.

Die These, dass der Urknall ein in sich geschlossener Zustand des Universums gewesen ist, zieht die Frage nach seinem dynamischen Limit nach sich. Der Urknall kann nämlich zugleich als das Minimum einer kleinstmöglichen, wie als das temporäre Maximum einer größtmöglichen Ausdehnung des Universums betrachtet werden.
Allein schon der Begriff der Geschlossenheit, in Bezug auf den Urknall, ergibt einen zenonschen Widerspruch, denn es wird in diesem Kontext unmöglich, die Grenzen zwischen Urknall und Universum eindeutig zu ziehen. Es wird namentlich unmöglich, den raumzeitlichen Punkt zu bestimmen, an dem der Urknall-Zustand in den „Normalzustand“ des expandierenden Universums überging.
Diese Paradoxie ist in dem Sinne gravierend, als dass es sich in diesem Fall um die Grenzen des Ganzen und nicht um die Grenzen seiner Bestandteile handelt. Solche Grenze – das muss hevorgehoben werden – kann aus der internen Perspektive des Beobachters nicht bestimmt werden.

Obwohl die Limes-Paradoxie innerhalb des Standardmodells behelfsmäßig entschärft wird (indem der Urknall als ein Zustand, vom Zustand des expandierenden Universums logisch entkoppelt und indem die Richtung der Urknalldynamik als expansiv entschieden wird), bestimmt sie, dass die dynamischen Aspekte des aktuell gültigen Modells formal unentscheidbar bleiben (siehe Erkenntnis 6.: Axiom 2a / 2b).

b) Urknallraum-Paradoxie.

Wenn man in den Nachthimmel blickt, d.h. wenn man die Vergangenheit betrachtet (A1.), sieht man immer ältere Stadien kosmischer Entwicklung nicht etwa auf einen zentralen Punkt zulaufen, sondern in alle Himmelsrichtungen gleichmäßig verteilt.
Dies ist der Hauptgrund, warum das Konzept eines aktuell expandierenden Universums unsere Vorstellung beeinflusst – wir stellen uns einen Weltraum vor, der sich seit dem Zeitpunkt des Urknalls mehr oder minder isotrop ausdehnt. Zwischen der Vorstellung eines expandierenden Universums und der beobachteten Wirklichkeit besteht auf den ersten Blick kein Widerspruch, dieser lässt sich jedoch sehr wohl beobachten (siehe Erkenntnis 3).

Indem die Zustandsbezeichnung “Urknall” eingeführt wird, fällt schwer einzusehen, dass im Augenblick des „Urknalls“ nicht etwa der Urknall, sondern das vollständige Universum entstanden ist.
Die Bezeichnung “Urknall” entspricht keiner faktischen Entwicklungsphase des Universums, sie ist ein sprachlicher Hilfsbegriff, welcher mit dem Ziel eingeführt wird, einen bestimmten Zustand des Universum erfassbar (erkennbar) zu machen. Nachfolgend verwenden wir diesen Begriff ausschließlich in diesem Sinne.