Der Widerspruch des Expansionsbegriffs

von Maciej Zasada

4.3.4.2 Der Widerspruch des Expansionsbegriffs.

Folgende Grafik zeigt, holzschnittartig, das Bild der kosmischen Evolution, wie sie gegenwärtig gesehen wird.
Kl Modell 2Abbildung 1.

Schon auf den ersten Blick lassen sich hier zwei unabhängige Zustände des Universums erkennen: sein primärer Zustand – der Urknall und sein sekundärer Zustand – der Zustand raumzeitlicher Expansion.
Die semantischen Paradoxien, welche sich aus dieser Verteilung ergeben, haben wir in 4.3.4.1 angesprochen, doch allein die Vorstellung eines expandierenden Universums erweist sich als nicht weniger paradox.
Wenn man nämlich annimmt, dass sich die Galaxien desto schneller von uns entfernen, je tiefer in den Weltraum geschaut wird, dann ist die Annahme berechtigt, dass das Universum mit dem fortschreitenden Alter immer langsamer expandiert, und zwar aufgrund folgender Relation:

Je größer die Entfernung zwischen den kosmischen Objekten und dem irdischen Beobachter, desto hoher die Geschwindigkeit beobachteter Expansion und desto älter ihr elektromagnetisches Abbild (1. Behauptung). Je näher sie sich befinden, desto jünger ihr beobachtetes Abbild, desto langsamer die beobachtete Expansion (Hubble Gesetz)…bis sie im lokalen (aktualen) Raum gänzlich zum Stillstand kommt.

Die mit der steigenden Entfernung zum Beobachter steigende Fluchtgeschwindigkeit kosmischer Objekte, sowie ihre negative Kausalität (die Tatsache, dass ihre Fluchtbewegung in die Vergangenheit gerichtet ist) lässt zudem an der Richtigkeit der Vorstellung eines beschleunigt expandierenden Universums zweifeln, denn, wenn man die Akausalität des Standardmodells verkehrt (d.h. kausal positiv) ansieht, was als eine logische Operation zulässig sein muss, ergibt sich das Bild eines zum Beobachter hin kollabierenden Universums.

Wir entdecken hier eine der elementarsten Paradoxien.
Sie ist zum wiederholten Male durch die Tatsache bestimmt, dass der Beobachter, der seine Aufmerksamkeit den kosmischen Objekten widmet, die Vergangenheit betrachtet. Weil wir jedoch menschlich interpretieren (und Menschen schließen normalerweise aus, dass Vergangenheit als solche direkter beobachtung unterliegen kann), ergibt sich das Bild eines gegenwärtig expandierenden Universums.

Wir sind daran gewöhnt, uns an die Vergangenheit zu erinnern, sie jedoch nicht mit dem Auge der Gegenwart zu sehen – wir schließen aus, dass Vergangenheit einer direkten Beobachtung zugänglich ist. Gerade diese Überzeugung ist jedoch falsch. Wir sind sehr wohl imstande die Vergangenheit zu beobachten, und zwar auch im lokalen Raum der Gegenwart, mehr noch – alles, was sichtbar ist, ist bereits vergangen.