Das Stereopol.

von Maciej Zasada

Es gibt immer jemand, der uns etwas verbieten will…weil er die Macht über dieses Etwas besitzt und gerade aus diesem Besitz seinen Vorteil zieht.
Dem Prometheus wurde verboten mit dem Feuer zu spielen. ER gehorchte nicht – das Feuermonopol wurde gebrochen – ein historischer Bruch.
Dafür wurde er hart bestraft.
Wir können davon ausgehen, dass sein Richter ihn für einen vollendeten Idioten hielt (wir denken hier an einen berühmten Satz von Nietzsche).
In den Augen des Richters konnte es keine größere Torheit geben, als sich dem Monopol entgegenzustellen.
Derjenige, der das nicht verstand, verstand nicht den klarsten Sachverhalt – war folglich selber schuld.
Das, was alle Prometheus-Geschichten verbindet, ist das Motiv der Strafe.
Das Vergehen des Prometheus muss spektakulär bestraft werden. Diejenigen nämlich, welche durch seine Torheit geblendet werden, sollten durch das Spectaculum der Strafe so lange wie möglich davon abgehalten werden, seinem Beispiel zu folgen.
Zu den Berühmten Prometheus-Gestalten der Geschichte gehören – neben Christus – Giordano Bruno, Rosa Luxemburg, Spartacus, Napoleon Bonaparte und viele anderen.
Sie alle hatten mit einem Verbot zu tun – mit dem Verbot, die Macht des Monopols in Frage zu stellen.
Es gibt nämlich kein größeres Verbrechen gegen das Monopol als nach seinem Sinn zu fragen.
Wenn einer aufsteht und dies wagt, wenn einer den Mut besitzt, von der Stätte des heiligen Feuers das Licht zu klauen und es umsonst (und ohne dazugehörende Ideologie) unter den Blinden zu verteilen, dann muss seine Torheit bestraft werden, dann ist er selber schuld.
Was passiert, wenn einer, wie Eva, den Sinn des Monopols als einer Idee infrage stellt?