Phoenix-Reset.

von Maciej Zasada

Das System der Perspektivenlogik kann vom dialektischen Standpunkt aus nicht widerlegt werden. Dieses logische System ist für dialektische Argumentation unerreichbar.
Perspektivenlogik gehört einer anderen logischen Wirklichkeit an, einer umfassenderen, einfacheren, natürlicheren, sich im Einklang mit der kosmischen Ordnung befindlichen logischen Klasse* – sie hat nichts mit der hiesigen, auf Konfrontation ausgerichteten Machtlogik zu tun.
Wenn man mit perspektivenlogischen An-Argumenten dialektisch kämpft, spielt man nicht mit dem Feuer – dies wäre zu trivial – man spielt mit dem Spiel.
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Du willst Zasada um jeden Preis widerlegen, weil er in deinen Augen nicht der richtige ist.
Zasadas Erscheinung, Zasadas Art, Zasadas Sprache geben keinen Anlass dazu, ihn als einen Verkünder ernst zu nehmen.
Deshalb stellst Du dir vor, dass seine Position für deine Argumente erreichbar ist (vor Sloterdijk hättest Du jedenfalls mehr Respekt).
Du wirst probieren Zasada bloßzustellen.
Zasada bedauert es, dich als Exempel zu missbrauchen. Du bist jedoch sein Objekt geworden – coincidentia oppositorum.

Zasada kann aus allen Quellen schöpfen, auch aus denen, die Du für dich selbst beanspruchst.
Zasada wird das Wasser, in dem Du schwimmst austrinken, Fisch.
Du wirst alles, woran Du glaubst infrage stellen.
Du wirst um dich tanzen, Derwisch…und alles verlieren.
Dies ist archaisch.
Doch es ist gleichzeitig aus dialektischer Sicht nicht anders möglich.
Zasada wird von deiner Macht schwanger.
Das, was er gebären wird, ist Du.
Aus eigener Asche.
Jedesmal aufs Neue, jedesmal anders.
“Du…
Ich…
Es gibt nichts anderes”.


* Diesem Planeten ist es egal, welche Menschen, welche Verbindungen mit- oder gegeneinander schmieden. Dieser Planet hat tausendjährige Reiche kommen und gehen sehen – stolze, mächtige Wahrheiten entstehen hier aus dem Nichts und lösen sich im Nichts auf.
Die logische Äquivalenz ist deshalb im gesamtirdischen Kontext angebrachter als dialektischer oder politischer Partikularismus.
Die Äquivalenz als ein Denkhintergrund ist im planetaren, galaktischen, universalen Kontext logischer als ein individueller Wille zur Macht.
Dies ist der semantische Hintergrund der Perspektivenlogik.
Dies gerade, und nicht etwa ihr inneres Gleichgewicht oder Vollständigkeit, macht sie unangreifbar. Dies ist Zasadas Macht.