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von Maciej Zasada

Was soll dem Unsterblichkeitsargument noch folgen, ein Gottesbeweis? Dies wäre logisch…
Und in der Tat, „Perspektivenlogik“ enthält einen originellen Gottesbeweis, den man sogar völlig ernst nehmen kann – also nichts einfacher als den Abschnitt zu kopieren… doch die dialektische Relevanz des besagten Beweises wird von den Erkenntnissen, welche aus ihm hervorgehen in den Schatten gestellt.
Zasada weiß um den wahren Wert dieses Beweises – darum hält er seine lachende Klappe.
Dieser Wert ist unschätzbar.

Die Logik entsagt jeder Ideologie.
Es kommt hinzu, dass gerade die Perspektivenlogik, als eine Logik der Äquivalenzklasse, vollständig antiideologisch aufgebaut ist.
Dies soll bedeuten, dass in ihrem Rahmen prinzipiell kein singuläres Recht auf (ideologische) Wahrheit entstehen kann. Sie ist eine Logik der Antiargumente, welche sich jeder denkbaren Behauptung der dialektischen Wahrheit anpassen.
Zasada kann sich gut vorstellen, dass seine Argumente, wenn man sie dialektisch auslegt, erstklassige Argumente für solitäre Weltanschauungen darstellen.
Ein Gläubiger könnte den Unsterblichkeitsbeweis als Bestätigung seiner Ansichten im Dialog mit dem Ungläubigen führen. Der Gläubige kennt jedoch die perspektivenlogische Zusammenhänge (noch) nicht. Diese sind bar jedes konkreten Werts und jeder ideologischen Sympathie.
Man sagt, dass die Logik frei von der Vorstellung sein muss, doch meistens wird gerade im Dienste einer bestimmten Wahrheit besonders hochauflösend und unerbittlich logisch argumentiert.
Dies geschieht aufgrund der Zweiwertigkeit des aktuellen logischen Modells und aufgrund seines Prinzips des ausgeschlossenen Dritten (PAD).
Innerhalb dieses Modells gilt den Anderen gegen sich selbst gelten zu lassen als unsinnig, weil es sinnvoller erscheint, den eigenen Entwurf gegen den fremden Angriff zu verteidigen- es erlischt sonst, gerade wegen des PAD, jeglicher Anspruch auf den Wahrheitsbesitz (ergo: eine Enteignung).

Verstehst du jetzt den Sinn der Äquivalenz und den Grund für die als zwingend zu betrachtende Unabhängigkeit der Logik vom ideologischen Einfluss?
Verstehst du den regressiven Charakter jeglicher Ideologie?

Wenn man etwas hasst, steht man zwangsläufig auf der anderen Seite der Barrikade.
Es ist unmöglich zu hassen, ohne selbst konkret zu sein.
Deshalb erwartet man von Dir in erster Linie, dass du Stellung beziehst: bist für oder gegen?
Was hat das mit der Freiheit zu tun?
Deine Pflicht ist es Stellung zu beziehen – man wird dir schon einreden, wen du zu hassen und wen du zu tolerieren hast.

Ein ideologischer Entwurf folgt dem anderen – sie werden immer besser, komplexer, effektiver, doch sobald ein neues Paradigma erscheint, fragen die Menschen nach dem „wohin sollen wir dir folgen?“
Guru sagt, was sie zu tun haben und es wird getan…und die Welt ist rund.
Guru sagt nie „der beste Weg mir zu folgen ist…mir nicht zu folgen“ – dieser Satz würde den Sinn seiner Mission untergraben. Doch gerade das sollte er streng genommen sagen, genauso wie der Banker streng genommen sagen sollte, dass er die Entwicklung der Märkte ums Verrecken nicht voraussagen kann, doch das sagen sie nie – wegen der Kundschaft.
Fragt ihn also nicht, was ihr tun sollt, sobald ihr begreift, wisst ihr es selber.

Die Logik(!) macht die Welt rund – die einen profitieren davon, die anderen bezahlen dafür.