Was ist das Problem?

von Maciej Zasada

Die höchste Ebene der Verständigung, welche innerhalb klassischer Logik möglich ist, ist die Ebene des gemeinsamen Nenners.
Um diese Ebene zu erreichen ist es notwendig, über sich hinaus zu kommen und, indem man großzügig den anderen neben sich gelten lässt, einen logischen Raum der Verständigung zu errichten, wobei die Unabhängigkeit hermeneutischer Instanzen stets erhalten bleibt (das heißt, die Verständigung findet gar nicht statt, nichts wird verstanden, es wird höchstens Ökumene gepredigt).
Einen logischen Raum der Verständigung zu errichten ist nicht einfach, nicht selbstverständlich und vor allem – es folgt keiner logischen Gesetzmäßigkeit.
Es grenzt daher an ein Wunder, dass sich im Rahmen klassischer Logik und zwischen den einzelnen dialektischen Instanzen überhaupt eine gemeinsame Plattform konstruieren lässt – dementsprechend fragil und anfällig ist auch dieses Gebilde.

Im Gegensatz dazu ist die Perspektivenlogik eine Logik der hermeneutischen Äquivalenz. Sie geht von der Existenz logisch gleichwertiger Kommunikationsentitäten aus.
Den Unterschied zwischen klassischer Logik und Äquivalenzlogik zu erkennen ist gar nicht einfach, zumindest wenn man auf dem klassischen Grund steht. Den Sinn der Äquivalenzlogik allein zu erkennen ist auch nicht gerade leicht, denn die klassische Logik erfüllt ihren alltäglichen Zweck einwandfrei. Sie fügt sich auf spielerische Weise menschlichem Naturell, ermöglicht die Entstehung abgeschlossener Räume, in denen individuelle Werte außer Frage gestellt und vor fremden Angriffen verteidigt werden.
Eine Logik der Äquivalenzen erscheint überflüssig, denn man in ihrem Rahmen nicht besser, nicht logischer sein kann als die anderen. Ja, in ihrem Rahmen ist es nicht einmal erlaubt anders als die Anderen zu sein.
Eine Frau steckt in jedem Mann und ein Mann in jeder Frau?
Ist das für dich eine schreckliche Vision?
Bist du etwa stolz auf dein Geschlecht?
Glaube mir, es gibt dazu keinen Grund – jede(r) zweite(r) ist so wie du. Das Eine ist Zwei: warm und kalt, schwarz und weiß…
Was Zasada vorbereitet ist die logische Revolution – eine Revolution, die sich zunächst auf der Ebene der Logik vollzieht.
Jetzt hast du Angst, gell?
Du kennst den Unterschied nicht, der zwischen logischer und ideologischer Revolution besteht?
Zasada auch nicht.

Eine logische Revolte ist nicht überliefert. Die letzte hat sich wohl vor sehr langer Zeit ereignet – sie ist entweder völlig vergessen oder sie lebt noch in den uralten Ritualen, in denen ihre Zeichen nicht mehr lesbar sind.
Wir haben vergessen wozu die Rituale gut sind.
Wir brauchen neue Rituale: Eine neue Welt braucht neue Rituale!